Windows-Wiederherstellungsumgebung (Windows RE)

Windows Recovery Environment (WinRE) ist eine Wiederherstellungsumgebung, die allgemeine Ursachen für nicht startbare Betriebssysteme reparieren kann. WinRE basiert auf dem Windows Preinstallation Environment (Windows PE) und kann mit zusätzlichen Treibern, Sprachen, optionalen Windows PE-Komponenten und anderen Tools für die Problembehandlung und Diagnose angepasst werden. WinRE ist in Installationen von Windows 10-Desktopeditionen (Home, Pro, Enterprise und Education) und Windows Server 2016 Technical Preview standardmäßig im Voraus geladen.

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Neuigkeiten in WinRE für Windows 10

  • Wenn Sie Windows mithilfe von über den Windows Bildverarbeitungs- und Konfigurations-Designer (ICD) erstellten Medien installieren, erhalten Sie standardmäßig eine dedizierte Partition für die WinRE-Tools auf UEFI- und BIOS-basierten Geräten, die sich direkt hinter der Windows-Partition befindet. Dadurch kann Windows die Partition bei Bedarf ersetzen und deren Größe anpassen. (Wenn Sie Windows mithilfe von Windows Setup installieren, erhalten Sie dasselbe Partitionslayout, das Sie in Windows 8.1 hatten.)
  • Wenn Sie dem WinRE-Startoptionsmenü ein benutzerdefiniertes Tool hinzufügen, kann es die optionalen Komponenten verwenden, die bereits in den WinRE-Standardtools enthalten sind. Wenn Sie beispielsweise über eine App von Windows 8 verfügen, die von den optionalen .NET-Komponenten abhängig ist, müssen Sie die App für Windows 10 umschreiben.
  • Wenn Sie dem WinRE-Startoptionsmenü ein benutzerdefiniertes Tool hinzufügen, muss es im Ordner „\Sources\Recovery\Tools“ platziert werden, damit es nach künftigen WinRE-Upgrades weiterhin funktioniert.
  • Beim Hinzufügen von Sprachen zu den Tools zum Zurücksetzen auf Knopfdruck müssen Sie nun die optionale Komponente „WinPE-HTA“ hinzufügen.

Tools

WinRE umfasst die folgenden Tools:

Zudem können Sie Ihre eigene benutzerdefinierte Wiederherstellungslösung mithilfe der API für die Windows-Imageerstellung oder der API für die Abbildverwaltung für die Bereitstellung (Deployment Image Servicing and Management, DISM) erstellen.

Einstiegspunkte in WinRE

Ihre Benutzer können über das Menü Startoptionen auf die WinRE-Features zugreifen. Dieses kann über Windows auf unterschiedliche Weise gestartet werden:

  • Wählen Sie in Windows 10 Start > Einstellungen > Update und Wiederherstellung > Wiederherstellung > unter Erweiterter Start aus, und klicken Sie auf Jetzt neu starten.
  • Starten Sie im Wiederherstellungsmedium.
  • Sie können eine Taste für die Hardwarewiederherstellung (oder Tastenkombination) konfigurieren, um einen sekundären Startpfad mit WinRE auszuführen. Weitere Informationen finden Sie unter Hinzufügen einer Taste für die Hardwarewiederherstellung zum Starten von Windows RE.

Nachdem diese Aktionen ausgeführt wurden, werden alle Benutzersitzungen abgemeldet und das Menü Startoptionen angezeigt. Falls die Benutzer in diesem Menü ein WinRE-Feature auswählen, wird der PC mit WinRE neu gestartet, und das ausgewählte Feature wird gestartet.

WinRE wird automatisch nach dem Ermitteln der folgenden Probleme gestartet:

  • Zwei fehlerhafte Windows-Startversuche nacheinander.
  • Zwei Mal unerwartetes Herunterfahren nacheinander innerhalb von zwei Minuten nach Abschluss des Startvorgangs.
  • Ein Fehler in Zusammenhang mit dem sicheren Start (außer für Probleme mit „Bootmgr.efi“).
  • Ein BitLocker-Fehler auf Geräten, auf denen nur die Toucheingabe möglich ist.

Menü „Startoptionen“

Dieses Menü ermöglicht Benutzern die Ausführung der folgenden Aktionen:

  • Starten der Wiederherstellungs-, Problembehandlungs- oder Diagnosetools.
  • Starten Sie von einem Gerät (nur UEFI).
  • Greifen Sie auf das Menü Firmware (nur UEFI) zu.
  • Wählen Sie das zu startende Betriebssystem aus, wenn mehrere Betriebssysteme auf dem PC installiert sind.
Hinweis  

Sie können dem Menü Startoptionen ein benutzerdefiniertes Tool hinzufügen. Ansonsten können diese Menüs nicht weiter angepasst werden. Weitere Informationen finden Sie unter Hinzufügen eines benutzerdefinierten Tools zum Menü mit den Windows RE-Startoptionen.

 

Sicherheitsüberlegungen

Wenn Sie mit WinRE arbeiten, sollten Sie die folgenden Überlegungen zur Sicherheit kennen:

  • Wenn Benutzer das Menü Startoptionen in Windows öffnen und ein WinRE-Tool auswählen, müssen sie den Benutzernamen und das Kennwort eines lokalen Benutzerkontos mit Administratorberechtigungen angeben.
  • In WinRE ist der Netzwerkbetrieb standardmäßig deaktiviert. Sie können das Netzwerk bei Bedarf einschalten. Allerdings sollten Sie das Netzwerk deaktivieren, wenn Sie keine Verbindung benötigen.

Anpassen von WinRE

Sie können WinRE durch das Hinzufügen von Paketen (optionale Windows PE-Komponenten), Sprachen, Treibern und benutzerdefinierten Diagnose- oder Problembehandlungstools anpassen. Zum WinRE-Basisimage zählen diese optionalen Windows PE-Komponenten:

  • Microsoft-Windows-Foundation-Package
  • WinPE-EnhancedStorage
  • WinPE-Rejuv
  • WinPE-Scripting
  • WinPE-SecureStartup
  • WinPE-Setup
  • WinPE-SRT
  • WinPE-WDS-Tools
  • WinPE-WMI
  • WinPE-StorageWMI-Package (wurde in Windows 8.1 und Windows Server 2012 R2 zum Basisimage hinzugefügt)
  • WinPE-HTA (wurde in Windows 10 zum Basisimage hinzugefügt)
Hinweis  

Die Anzahl der Pakete, Sprachen und Treiber ist auf die verfügbare Arbeitsspeichergröße auf dem PC beschränkt. Aus Leistungsgründen sollten Sie allerdings die Anzahl der Sprachen, Treiber und Tools, die Sie dem Image hinzufügen, minimieren.

 

Festplattenpartitionen

Wenn Sie Windows mit Windows Setup installieren, wird WinRE folgendermaßen konfiguriert:

  1. Bei Windows Setup bereitet Windows die Festplattenpartitionen auf die Unterstützung von WinRE vor.
  2. Windows platziert zunächst die WinRE-Imagedatei („winre.wim“) auf der Windows-Partition im Ordner „\Windows\System32\Recovery“.

    Vor der Auslieferung des PCs an den Kunden können Sie die WinRE-Imagedatei ändern oder ersetzen, um zusätzliche Sprachen, Treiber oder Pakete einzubeziehen.

  3. Während der Konfigurationsphase „specialize“ wird die WinRE-Imagedatei zur Partition für die Wiederherstellungstools kopiert, sodass das Gerät mit den Wiederherstellungstools gestartet werden kann, wenn ein Problem mit der Windows-Partition vorliegt.

Wenn Sie Windows durch das Anwenden von Images bereitstellen, müssen Sie die Festplattenpartitionen manuell konfigurieren. Wenn WinRE auf einer Festplatte installiert ist, muss die Partition als NTFS formatiert sein.

Fügen Sie das WinRE-Basistoolimage („winre.wim“) zu einer separaten Partition aus den Windows- und Datenpartitionen hinzu. Dadurch können die Benutzer WinRE verwenden, selbst wenn die Windows-Partition mit der Windows BitLocker-Laufwerksverschlüsselung verschlüsselt ist. Außerdem wird dadurch verhindert, dass Benutzer die WinRE-Tools versehentlich ändern oder entfernen.

Sie sollten die Wiederherstellungstools in einer dedizierten Partition direkt hinter der Windows-Partition speichern.

Weitere Informationen über das Konfigurieren von Festplattenpartitionen finden Sie unter Konfigurieren von UEFI-/GPT-basierten Festplattenpartitionen oder Konfigurieren von BIOS-/MBR-basierten Festplattenpartitionen.

Arbeitsspeicheranforderungen

Damit Windows RE direkt im Arbeitsspeicher (wird auch als RAM-Datenträgerstart bezeichnet) gestartet wird, muss eine zusammenhängende Teilmenge von physischem Speicher (RAM) verfügbar sein, die das gesamte Windows RE-Image („winre.wim“) enthalten kann. Zum Optimieren der Arbeitsspeicherverwendung sollten Hersteller sicherstellen, dass ihre Firmware Speicherbereiche am Anfang oder Ende des Adressraums für den physischen Speicher reserviert.

Weitere Informationen

InhaltstypVerweise

Bereitstellung

Anpassen von Windows RE | Bereitstellen von Windows RE

Vorgänge

REAgentC (Befehlszeilenoptionen)

Problembehandlung

Problembehandlungsfeatures für Windows RE

Add-On-Tools

Hinzufügen eines benutzerdefinierten Tools zum Menü mit den Windows RE-Startoptionen | Hinzufügen einer Taste für die Hardwarewiederherstellung zum Starten von Windows RE | Übersicht über den Prozess zum Zurücksetzen auf Knopfdruck

 

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