UEFI-/GPT-basierte Festplattenpartitionen

Erstellen Sie benutzerdefinierte Partitionslayouts für Ihre Festplattenlaufwerke (Hard Disk Drives, HDDs), Festkörperlaufwerke (Solid State Drive, SSDs) und andere Laufwerke beim Bereitstellen von Windows auf UEFI-basierten (Unified Extensible Firmware Interface) Geräten.

Hinweis  Wenn Sie ein benutzerdefiniertes Partitionslayout in Windows 10-Desktopeditionen (Home, Pro, Enterprise und Education) verwenden, aktualisieren Sie das Skript zum Wiederherstellen auf Knopfdruck, damit das benutzerdefinierte Partitionslayout bei Bedarf von den Wiederherstellungstools erneut erstellt werden kann.
 

Inhalt dieses Themas:

Laufwerkpartitionsregeln

Wenn Sie Windows auf einem UEFI-basierten Gerät bereitstellen, müssen Sie das Festplattenlaufwerk, das die Windows-Partition enthält, mit einem GPT-Dateisystem (GUID-Partitionstabelle) formatieren. Für weitere Laufwerke kann entweder das GPT- oder MBR (Master Boot Record)-Dateiformat verwendet werden.

Ein GPT-Laufwerk kann bis zu 128 Partitionen aufweisen.

Jede Partition darf maximal 18 Exabyte (ca.18,8 Millionen Terabyte) Speicherplatz aufweisen.

Anforderungen an Windows-Partitionen:

  • Systempartition

    Das Gerät muss eine Systempartition enthalten. Auf GPT-Laufwerken wird dies als die EFI-Systempartition (ESP) bezeichnet. Diese Partition wird in der Regel auf der primären Festplatte gespeichert. Das Gerät startet in dieser Partition.

    Die Mindestgröße dieser Partition beträgt 100 MB. Diese Partition muss mit dem Dateiformat FAT32 formatiert werden.

    Diese Partition wird vom Betriebssystem verwaltet und darf keine anderen Dateien wie Windows RE-Tools enthalten.

    Hinweis  

    Bei Laufwerken mit Advanced Format 4K Native-Laufwerken (4 KB pro Sektor) beträgt die Mindestgröße aufgrund einer Beschränkung des FAT32-Dateiformats 260 MB. Die minimale Partitionsgröße von FAT32-Laufwerken wird als Sektorgröße berechnet (4KB) x 65527 = 256 MB.

    Advanced Format 512e-Laufwerke sind von dieser Beschränkung nicht betroffen, da ihre emulierte Sektorgröße 512 Byte beträgt. 512 Byte x 65527 = 32 MB. Das ist weniger als die 100 MB Mindestgröße für diese Partition.

     
  • Microsoft® Reserved-Partition (MSR-Partition)

    Ab Windows 10 beträgt die Größe der MSR-Partition 16 MB.

    Fügen Sie jedem GPT-Treiber eine MSR-Partition zwecks Unterstützung mit der Partitionsverwaltung hinzu. Die MSR-Partition ist eine reservierte Partition, die keine Partitions-ID empfängt. Auf der MSR-Partition werden keine Benutzerdaten gespeichert.

  • Weitere Hilfsprogrammpartitionen

    Eventuelle weitere nicht durch Windows verwaltete Hilfsprogrammpartitionen müssen sich vor der Windows-, Daten- und Wiederherstellungsimage-Partition befinden. Dadurch können Endbenutzer Aktionen, beispielsweise die Größenanpassung der Windows-Partition, vornehmen, ohne die Systemhilfsprogramme zu beeinträchtigen.

    Schützen Sie Endbenutzer davor, dass sie versehentlich die Hilfsprogrammpartitionen ändern, indem Sie sie mit einem GPT-Attribut identifizieren. Dadurch wird verhindert, dass diese Partitionen im Datei-Explorer angezeigt werden.

    Dn898510.wedge(de-de,VS.85).gifSo legen Sie Partitionen als Hilfsprogrammpartitionen fest

    • Wenn Sie Windows mit dem Tool DiskPart bereitstellen, verwenden Sie den Befehl attributes volume set GPT_ATTRIBUTE_PLATFORM_REQUIRED, nachdem Sie die Partition erstellt haben, um die Partition als eine Hilfsprogrammpartition zu identifizieren. Weitere Informationen finden Sie im MSDN-Thema PARTITION_INFORMATION_GPT-Struktur.

    Dn898510.wedge(de-de,VS.85).gifSo überprüfen Sie, ob System- und Hilfsprogrammpartitionen vorhanden sind

    1. Klicken Sie auf Start, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Dieser PC, und klicken Sie dann auf Verwalten. Das Fenster Computerverwaltung wird geöffnet.
    2. Klicken Sie auf Datenträgerverwaltung. Die Liste der verfügbaren Datenträger und Partitionen wird angezeigt.
    3. Vergewissern Sie sich anhand der Liste der Datenträger und Partitionen, dass die System- und die Hilfsprogrammpartition vorhanden sind und dass ihnen keine Laufwerkbuchstaben zugeordnet wurden.
  • Windows-Partition
    • Die Partition muss über mindestens 20 GB Speicherplatz bei 64-Bit-Versionen oder 16 GB bei 32-Bit-Versionen verfügen.
    • Die Windows-Partition muss mit dem Dateiformat NTFS formatiert werden.
    • Diese Windows-Partition muss 10 GB freien Speicherplatz haben, nachdem der Benutzer die Windows-Willkommensseite ausgefüllt hat.
  • Wiederherstellungstoolpartition

    Diese Partition muss mindestens 300 MB aufweisen.

    Auf dieser Partition muss genügend Speicherplatz für das Image der Windows-Wiederherstellungsumgebungs-Tools („winre.wim“, in der Regel zwischen 250 und 300 MB abhängig von der Basissprache und hinzugefügten Anpassungen) vorhanden sein. Außerdem ist weiterer ausreichender Speicherplatz erforderlich, damit die Partition von Sicherungshilfsprogrammen erfasst werden kann:

    • Ist die Partition kleiner als 500 MB, muss sie mindestens 50 MB freien Speicherplatz haben.
    • Ist die Partition 500 MB groß oder größer, muss sie mindestens 320 MB freien Speicherplatz haben.
    • Ist die Partition größer als 1 GB, sollte sie mindestens 1 GB freien Speicherplatz haben.
    • Für diese Partition muss die folgende Typ-ID verwendet werden: DE94BBA4-06D1-4D40-A16A-BFD50179D6AC.
    • Die Wiederherstellungstools sollten sich in einer anderen Partition als die Windows-Partition befinden, damit das automatische Failover und das Starten von mit der Windows BitLocker-Laufwerksverschlüsselung verschlüsselter Partitionen unterstützt wird.

    Sie sollten diese Partition direkt hinter der Windows-Partition platzieren. Dadurch kann Windows die Partition zu einem späteren Zeitpunkt ändern und erneut erstellen, wenn für künftige Updates ein größeres Wiederherstellungsimage erforderlich ist.

  • Datenpartitionen

    Zum empfohlenen Partitionslayout für Windows 10 zählen nicht die Datenpartitionen. Wenn Datenpartitionen jedoch erforderlich sind, sollten sie hinter der Windows RE-Partition platziert werden. Dadurch können künftige Updates an Windows RE die Größe der Windows RE-Partition erhöhen, während die Windows-Partition verkleinert wird.

    Durch dieses Layout wird es für Endbenutzer komplizierter, die Datenpartition zu entfernen und den Speicherplatz mit der Windows-Partition zusammenzuführen. Dafür muss die Windows RE-Partition an das Ende des nicht verwendeten Speicherplatzes verschoben werden, der durch die Datenpartition beansprucht wird, damit die Windows-Partition erweitert werden kann.

    Windows 10 enthält weder eine Funktion noch ein Hilfsprogramm zum Erleichtern dieses Prozesses. Hersteller können ein derartiges Hilfsprogramm jedoch entwickeln und bereitstellen, wenn PCs mit Datenpartitionen geliefert werden.

Partitionslayout

Das Standardpartitionslayout für UEFI-basierte PCs lautet: eine Systempartition, eine MSR-Partition, eine Windows-Partition und eine Wiederherstellungstoolpartition. Wenn Sie Windows mit einem durch den Windows Bildverarbeitungs- und Konfigurations-Designer (ICD) erstellten startbaren USB-Stick installieren, wird das folgende Layout standardmäßig erstellt.

Diagramm des Standardpartitionslayouts: System, MSR, Windows und Wiederherstellung

Durch dieses Layout können Sie die Windows BitLocker-Laufwerksverschlüsselung über Windows und die Windows-Wiederherstellungsumgebung verwenden.

Beispieldateien: Konfigurieren von Treiberpartitionen mithilfe von Windows PE und DiskPart-Skripts

Starten Sie bei imagebasierten Bereitstellungen den PC mit Windows PE, und erstellen Sie dann mit dem DiskPart-Tool die Partitionsstrukturen auf den Ziel-PCs.

Hinweis  

In diesen DiskPart-Beispielen werden den Partitionen Buchstaben zugewiesen: System=S, Windows=W, Wiederherstellung=R. Die MSR-Partition erhält keinen Laufwerkbuchstaben.

Sie sollten den Windows-Laufwerksbuchstaben in einen Buchstaben ändern, der sich am Ende des Alphabets befindet (beispielsweise W), um Laufwerksbuchstabenkonflikte zu vermeiden. Verwenden Sie nicht den Buchstaben X, da dieser Laufwerkbuchstabe für Windows PE reserviert ist. Nach dem Neustart des Geräts wird der Windows-Partition der Laufwerkbuchstabe „C“ zugewiesen, die anderen Partitionen erhalten keine Laufwerkbuchstaben.

Wenn Sie einen Neustart vornehmen, weist Windows PE Laufwerkbuchstaben unabhängig von der Konfiguration in Windows Setup in alphabetischer Reihenfolge beginnend mit dem Buchstaben C neu zu. Diese Konfiguration kann sich abhängig von den vorhandenen unterschiedlichen Laufwerken, z. B. USB-Speichersticks, ändern.

 

In den folgenden Schritten wird beschrieben, wie Sie Ihre Festplatten partitionieren und die Anwendung von Images vorbereiten. Sie können den Code in den folgenden Abschnitten verwenden, um diese Schritte auszuführen.

Dn898510.wedge(de-de,VS.85).gifSo können Sie Festplatten partitionieren und die Anwendung von Images vorbereiten

  1. Speichern Sie den folgenden Code als Textdatei („CreatePartitions-UEFI.txt“) auf einem USB-Speicherstick.

    rem == CreatePartitions-UEFI.txt ==
    rem == These commands are used with DiskPart to
    rem    create four partitions
    rem    for a UEFI/GPT-based PC.
    rem    Adjust the partition sizes to fill the drive
    rem    as necessary. ==
    select disk 0
    clean
    convert gpt
    rem == 1. System partition =========================
    create partition efi size=100
    rem    ** NOTE: For Advanced Format 4Kn drives,
    rem               change this value to size = 260 ** 
    format quick fs=fat32 label="System"
    assign letter="S"
    rem == 2. Microsoft Reserved (MSR) partition =======
    create partition msr size=16
    rem == 3. Windows partition ========================
    rem ==    a. Create the Windows partition ==========
    create partition primary 
    rem ==    b. Create space for the recovery tools ===
    shrink minimum=500
    rem       ** NOTE: Update this size to match the
    rem                size of the recovery tools 
    rem                (winre.wim)                    **
    rem ==    c. Prepare the Windows partition ========= 
    format quick fs=ntfs label="Windows"
    assign letter="W"
    rem === 4. Recovery tools partition ================
    create partition primary
    format quick fs=ntfs label="Recovery tools"
    assign letter="R"
    set id="de94bba4-06d1-4d40-a16a-bfd50179d6ac"
    gpt attributes=0x8000000000000001
    list volume
    exit
    
    
  2. Starten Sie den Ziel-PC mit Windows PE.

  3. Löschen und partitionieren Sie das Laufwerk. In diesem Beispiel steht F für den Buchstaben des USB-Speichersticks.

    DiskPart /s F:\CreatePartitions-UEFI.txt
    
  4. Wenn Sie ein benutzerdefiniertes Partitionslayout mit Windows 10 für Desktopeditionen verwenden, aktualisieren Sie das Skript zum Wiederherstellung per Knopfdruck, damit die Wiederherstellungstools das benutzerdefinierte Partitionslayout bei Bedarf erneut erstellen können.

Nächste Schritte

Verwenden Sie ein Bereitstellungsskript, um die Windows-Images auf die neu erstellten Partitionen anzuwenden. Weitere Informationen finden Sie unter Aufzeichnen und Anwenden von Windows-, System- und Wiederherstellungspartitionen.

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