BCDBoot-Befehlszeilenoptionen

BCDBoot ist ein Befehlszeilentool, das zum Konfigurieren der Startdateien auf einem PC oder Gerät für die Ausführung des Windows-Betriebssystems verwendet wird. Sie können das Tool in den folgenden Szenarien verwenden:

  • Fügen Sie einem PC Startdateien hinzu, nachdem ein neues Windows-Image angewendet wurde. Verwenden Sie in einer gewöhnlichen imagebasierten Windows-Bereitstellung BCDBoot zum Einrichten der Firmware und Systempartition zum Starten Ihres Images. Weitere Informationen finden Sie unter Aufzeichnen und Anwenden von Windows-, System- und Wiederherstellungspartitionen.
  • Richten Sie den PC so ein, dass er in einer VHD-Datei gestartet wird, die ein Windows-Image umfasst. Weitere Informationen finden Sie unter Starten auf einer virtuellen Festplatte (systemeigener Start): Hinzufügen einer virtuellen Festplatte (VHD) zum Startmenü.
  • Reparieren Sie die Systempartition. Falls die Systempartition beschädigt wurde, können Sie BCDBoot verwenden, um die Systempartitionsdateien mithilfe neuer Kopien dieser Dateien aus der Windows-Partition erneut zu erstellen.
  • Richten Sie das Startmenü auf einem Dual-Boot-PC ein, oder reparieren Sie es. Wenn Sie mehr als eine Kopie von Windows auf einem PC installiert haben, können Sie BCDBoot zum Hinzufügen oder Reparieren des Startmenüs verwenden.

Speicherorte

In Windows und Windows Preinstallation Environment (WinPE)

%WINDIR%\System32\BCDBoot.exe

In Windows Assessment and Deployment Kit (Windows ADK):

C:\Program Files (x86)\Windows Kits\10\Assessment and Deployment Kit\Deployment Tools\amd64\BCDBoot\BCDBoot.exe

 

Unterstützte Betriebssysteme

BCDBoot kann Startumgebungsdateien aus Windows 10-, Windows 8.1-, Windows 8-, Windows 7-, Windows Vista-, Windows Server 2016 Technical Preview-, Windows Server 2012 R2-, Windows Server 2012-, Windows Server 2008 R2- oder Windows Server 2008-Images kopieren.

Funktionsweise

Zum Konfigurieren der Systempartition kopiert BCDBoot einen kleinen Satz von Startumgebungsdateien aus dem installierten Windows-Image auf die Systempartition.

BCDBoot kann mithilfe der neuesten Version der Windows-Dateien einen Speicher für die Startkonfigurationsdaten (Boot Configuration Data, BCD) auf der Systempartition erstellen:

  • BCDBoot erstellt einen neuen BCD-Speicher und initialisiert die BCD-Startumgebungsdateien auf der Systempartition, einschließlich des Windows-Start-Managers, mithilfe der Datei „%WINDIR%\System32\Config\BCD-Template“.
  • Neu in Windows 10: Während eines Upgrades behält BCDBoot andere vorhandene Starteinträge wie debugsettings bei, wenn der neue Speicher erstellt wird. Verwenden Sie die Option /c, um die alten Einstellungen zu ignorieren und mit einem neuen BCD-Speicher neu zu beginnen.
  • Wenn bereits ein Starteintrag für diese Windows-Partition vorhanden ist, löscht BCDBoot standardmäßig den alten Starteintrag und die dazugehörigen Werte. Verwenden Sie die Option /m, um die Werte aus dem vorhandenen Starteintrag beizubehalten, wenn Sie die Systemdateien aktualisieren.
  • Standardmäßig verschiebt BCDBoot den Starteintrag für die ausgewählte Windows-Partition an die erste Stelle der Windows-Start-Manager-Startreihenfolge. Verwenden Sie die Option /d, um die vorhanden Startreihenfolge beizubehalten.

Auf UEFI-PCs kann BCDBoot die Firmwareeinträge im NVRAM des Geräts aktualisieren:

  • BCDBoot fügt im NVRAM einen Firmwareeintrag hinzu, um auf den Windows-Start-Manager zu zeigen. Standardmäßig wird dieser Eintrag als das erste Element in der Startliste platziert. Verwenden Sie die Option /p, um die vorhandene UEFI-Startreihenfolge beizubehalten. Verwenden Sie /addlast, um den Eintrag am Ende der Startreihenfolgenliste hinzuzufügen.

Befehlszeilenoptionen

Die folgenden Befehlszeilenoptionen sind für „BCDBoot.exe“ verfügbar.

BCDBOOT <source> [/l <locale>] [/s <volume-letter> [/f <firmware type>]] [/v] [/m [{OS Loader GUID}]] [/addlast oder /p] [/d] [/c]

OptionBeschreibung

<source>

Erforderlich. Gibt den Pfad des Windows-Verzeichnisses an, das beim Kopieren der Startumgebungsdateien als Quelle verwendet wird.

Das folgende Beispiel initialisiert die Systempartition mit den BCD-Dateien aus dem Ordner „C:\Windows“:

bcdboot C:\Windows

/l <locale>

Optional. Gibt das Gebietsschema an. Der Standard ist US-amerikanisches Englisch (en-us).

Im folgenden Beispiel wird das BCD-Standardgebietsschema auf Japanisch festgelegt:

bcdboot C:\Windows /l ja-jp

/s <volume letter>

Optional. Gibt den Volumebuchstaben der Systempartition an. Diese Option wird in typischen Bereitstellungsszenarien nicht verwendet.

Mit dieser Einstellung geben Sie eine Systempartition an, wenn Sie ein Laufwerk konfigurieren, das auf einem anderen Computer gestartet wird (beispielsweise ein USB-Speicherstick oder eine sekundäre Festplatte).

UEFI:

  • BCDBoot kopiert die Startdateien entweder auf die EFI-Systempartition oder auf die Partition, die Sie mithilfe der Option „/s“ angegeben haben.

    BCDBoot erstellt den BCD-Speicher auf der gleichen Partition.

    Standardmäßig erstellt BCDBoot im NVRAM für die Firmware einen Windows-Start-Manager-Eintrag, um die Startdateien auf der Systempartition anzugeben. Bei Verwendung der Option „/s“ wird dieser Eintrag nicht erstellt. Stattdessen nutzt BCDBoot die Standardeinstellungen der Firmware, um die Startdateien auf der Systempartition zu identifizieren. Gemäß UEFI 2.3.1-Spezifikation müssen die Standardeinstellungen der Firmware die Datei „\efi\boot\bootx64.efi“ auf der EFI-Systempartition (ESP) öffnen.

BIOS:

  1. BCDBoot kopiert die Startdateien entweder auf die aktive Partition auf der primären Festplatte oder auf die Partition, die Sie mithilfe der Option „/s“ angegeben haben.

  2. BCDBoot erstellt den BCD-Speicher auf der gleichen Partition.

Im folgenden Beispiel werden BCD-Dateien aus dem Ordner „C:\Windows“ auf eine Systempartition auf einer sekundären Festplatte kopiert, die auf einem anderen Computer gestartet wird. Der Systempartition auf dem sekundären Laufwerk wurde der Volumebuchstabe S zugewiesen:

bcdboot C:\Windows /s S:

Im folgenden Beispiel werden Starteinträge auf einem USB-Speicherstick mit dem Volumebuchstaben F erstellt (einschließlich Startdateien für einen UEFI- oder einen BIOS-basierten Computer):

bcdboot C:\Windows /s S: /f ALL

/f <firmware type>

Optional. Gibt den Firmwaretyp an. Zu den gültigen Werten zählen UEFI, BIOS und ALL.

  • Auf BIOS-/MBR-basierten Systemen lautet der Standardwert BIOS. Durch diese Option werden das \Boot-Verzeichnis auf der Systempartition erstellt und alle erforderlichen Startumgebungsdateien in dieses Verzeichnis kopiert.

  • Auf UEFI-/GPT-basierten Systemen lautet der Standardwert UEFI. Durch diese Option werden der \Efi\Microsoft\Boot-Verzeichnis erstellt und alle erforderlichen Startumgebungsdateien in dieses Verzeichnis kopiert.

  • Wenn Sie den Wert ALL angeben, erstellt BCDBoot die Verzeichnisse \Boot und \Efi\Microsoft\Boot und kopiert alle erforderlichen Startumgebungsdateien für BIOS und UEFI in diese Verzeichnisse.

Wenn Sie die Option /f angeben, müssen Sie auch die Option /s angeben, um den Volumebuchstaben der Systempartition zu bestimmen.

Im folgenden Beispiel werden BCD-Dateien, die das Starten auf einem UEFI- oder BIOS-basierten Computer unterstützen, aus dem Ordner „C:\Windows“ zum USB-Speicherstick kopiert, dem der Volumebuchstabe F zugewiesen wurde:

bcdboot C:\Windows /s S: /f ALL 

/v

Optional. Aktiviert den ausführlichen Modus. Beispiel:

bcdboot C:\Windows /v

/m [{OS Loader GUID}]

Optional. Führt die Werte aus einem vorhandenen Starteintrag in einen neuen Starteintrag zusammen.

Diese Option führt standardmäßig nur globale Objekte zusammen. Wenn Sie eine OS Loader GUID angeben, führt diese Option das Startladeprogrammobjekt in der Systemvorlage zusammen, um einen starbaren Eintrag zu erstellen.

Im folgenden Beispiel führt das Ladeprogramm für das Betriebssystem im aktuellen BCD-Speicher, der mithilfe der jeweiligen GUID identifiziert wurde, in den neuen BCD-Speicher zusammen.

bcdboot c:\Windows /m {xxxxxxxx-xxxx-xxxx-xxxx-xxxxxxxxxxxx}

/addlast

Optional. Gibt an, dass der Windows-Start-Manager-Firmwareeintrag am Ende hinzugefügt werden soll. Das Standardverhalten besteht darin, ihn als ersten Eintrag hinzuzufügen. Kann nicht zusammen mit „/p“ verwendet werden.

bcdboot C:\Windows /addlast

/p

Optional. Gibt an, dass die vorhandene Windows-Start-Manager-Firmwareeintragsposition in der UEFI-Startreihenfolge beibehalten werden sollte. Wenn der Eintrag nicht vorhanden ist, wird ein neuer Eintrag an der ersten Position hinzugefügt. Kann nicht zusammen mit „/addlast“ verwendet werden.

Standardmäßig verschiebt BCDBoot den Windows-Start-Manager während eines Upgrades in der UEFI-Startreihenfolge an die erste Stelle.

bcdboot C:\Windows /p
bcdboot C:\Windows /p /d

/d

Optional. Behält den vorhandenen standardmäßigen Betriebssystemeintrag im Objekt „{bootmgr}“ im Windows-Start-Manager bei.

bcdboot C:\Windows /d

/c

Optional. Gibt an, dass die vorhandenen BCD-Elemente nicht migriert werden sollen.

Neu für Windows 10: Standardmäßig werden BCD-Elemente wie debugsettings oder flightsigning während eines Upgrades beibehalten.

bcdboot C:\Windows /c

 

Reparieren der Systempartition

Falls die Systempartition beschädigt wurde, können Sie BCDBoot verwenden, um die Systempartitionsdateien mithilfe neuer Kopien dieser Dateien aus der Windows-Partition erneut zu erstellen.

  1. Starten Sie den PC mit einer Befehlszeile. Starten Sie beispielsweise dem Windows-Installationsdatenträger, und drücken Sie UMSCHALT+F10, oder starten Sie in Windows PE (WinPE: Erstellen eines startbaren USB-Laufwerks).

  2. Ermitteln Sie mithilfe von Diskpart, welcher Laufwerkbuchstabe die Windows-Partition und die Systempartition enthält (diskpart, list vol, exit).

  3. Optional: Formatieren Sie die Systempartition: format (drive letter of your system partition) /q

  4. Fügen Sie einen Starteintrag zur Windows-Partition hinzu: bcdboot D:\Windows

  5. Starten Sie den PC neu. Windows sollte angezeigt werden.

Einrichten oder Reparieren des Startmenüs auf Dual-Boot-PCs

Wenn Sie einen PC für den Start mit mehreren Betriebssystemen einrichten, besteht unter Umständen nicht mehr die Möglichkeit zum Starten mit einem der Betriebssysteme. Mit der „BCDBoot“-Option können Sie schnell Startoptionen für ein Windows-basiertes Betriebssystem hinzufügen. So richten Sie einen Dual-Boot-PC ein:

  1. Installieren Sie eine separate Festplatte, oder bereiten Sie separate Partitionen für die einzelnen Betriebssysteme vor.

  2. Installieren Sie die Betriebssysteme. Wenn Ihr PC beispielsweise über Windows 7 verfügt, installieren Sie Windows 10 auf der anderen Festplatte oder Partition.

  3. Starten Sie den PC neu. Normalerweise werden in den Startmenüs beide Betriebssysteme angezeigt.

    Wenn nicht beide Betriebssysteme aufgeführt sind:

    1. Öffnen Sie eine Befehlszeile als Administrator außerhalb von Windows oder indem Sie mithilfe des Windows-Installationsmediums und UMSCHALT+F10 gedrückt halten eine Befehlszeile starten oder indem Sie Windows PE (WinPE: Erstellen eines startbaren USB-Laufwerks) starten.
    2. Fügen Sie Startoptionen für ein Windows-Betriebssystem hinzu.
      bcdboot D:\Windows
      
    3. Starten Sie den PC neu. Nun werden im Startmenü beide Menüoptionen angezeigt.

Problembehandlung

Informationen über das Reparieren der Startdateien auf einem PC unter Windows XP und eine neuere Version von Windows wie Windows 7 finden Sie im Microsoft Knowledge Base-Artikel 2277998.

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