Windows PowerShell-Profile

Wenn Sie Aliase, Funktionen und Variablen hinzufügen, werden diese eigentlich nur der aktuellen Windows PowerShell-Sitzung hinzugefügt. Beim Beenden der Sitzung oder Schließen von Windows PowerShell gehen die Änderungen verloren.

Wenn die Änderungen dauerhaft gespeichert werden sollen, können Sie ein Windows PowerShell-Profil erstellen und die Aliase, Funktionen und Variablen diesem Profil hinzufügen. Das Profil wird bei jedem Start von Windows PowerShell geladen.

Dies ist jedoch nur möglich, wenn die für Ihr System geltende Windows PowerShell-Ausführungsrichtlinie das Laden von Konfigurationsdateien zulässt. Andernfalls führt das Laden des Profils zu einem Fehler, und Windows PowerShell zeigt eine Fehlermeldung an.

Grundlegendes zu Profilen

Sie können in Windows PowerShell vier verschiedene Profile verwenden. Die Profile werden in der Ladereihenfolge aufgeführt. Spezifische Profile haben dabei Vorrang vor allgemeineren Profilen (sofern vorhanden und gültig).

  • %windir%\system32\WindowsPowerShell\v1.0\profile.ps1

    Dieses Profil gilt für alle Benutzer und alle Shells.

  • %windir%\system32\WindowsPowerShell\v1.0\Microsoft.PowerShell_profile.ps1

    Dieses Profil gilt für alle Benutzer, aber nur für die Microsoft.PowerShell-Shell.

  • %UserProfile%\My Documents\WindowsPowerShell\profile.ps1

    Dieses Profil gilt nur für den aktuellen Benutzer, wirkt sich jedoch auf alle Shells aus.

  • %UserProfile%\My Documents\WindowsPowerShell\Microsoft.PowerShell_profile.ps1

    Dieses Profil gilt nur für den aktuellen Benutzer und die Microsoft.PowerShell-Shell.

Erstellen eines Profils

Wenn Sie Variablen, Aliase oder Funktionen erstellen oder importieren oder ein Windows PowerShell-Snap-In hinzufügen, werden diese Elemente nur der aktuellen Sitzung hinzugefügt. Wenn Sie die Sitzung beenden oder das Fenster schließen, werden sie entfernt.

Wenn Sie die Variablen, Aliase, Funktionen und Befehle, die Sie regelmäßig verwenden, speichern und in jeder Windows PowerShell-Sitzung verfügbar machen möchten, fügen Sie diese Ihrem Windows PowerShell-Profil hinzu.

Sie können zudem Profile erstellen, freigeben und bereitstellen, um in einem größeren Unternehmen eine einheitliche Ansicht von Windows PowerShell zu erzwingen.

Windows PowerShell-Profile werden nicht automatisch erstellt. Wenn Sie ein Profil anlegen möchten, erstellen Sie eine Textdatei mit dem oben angegebenen Namen an dem oben angegebenen Speicherort. In der Regel verwenden Sie das benutzer- und shellspezifische Profil, das auch als Windows PowerShell-Benutzerprofil bezeichnet wird. Der Speicherort dieses Profils ist in der Variablen "$profile" gespeichert.

Zum Anzeigen des Pfads zum Windows PowerShell-Profil geben Sie Folgendes ein:

$profile

Wenn Sie ermitteln möchten, ob im System ein Windows PowerShell-Profil erstellt wurde, geben Sie Folgendes ein:

test-path $profile

Wenn das Profil vorhanden ist, wird True zurückgegeben, andernfalls False.

Zum Erstellen einer Windows PowerShell-Profildatei geben Sie Folgendes ein:

new-item -path $profile -itemtype file -force

Verwenden Sie folgenden Befehl, um das Profil in Editor zu öffnen:

notepad $profile

Wenn Sie eines der anderen Profile erstellen möchten, beispielsweise das für alle Benutzer und Shells gültige Profil, geben Sie Folgendes ein:

new-item -path $env:windir\System32\WindowsPowerShell\v1.0\profile.ps1 -itemtype file -force

Das Profil hat nur Auswirkungen, wenn die Datei genau unter dem Pfad und mit dem Dateinamen gespeichert ist, die in der Variablen "$profile" gespeichert sind. Wenn Sie in Editor ein Profil erstellen und dieses dann speichern oder wenn Sie ein Profil in das System kopieren, stellen Sie sicher, dass Sie Datei unter dem Pfad und mit dem Dateinamen speichern, die in der Variablen "$profile" angegeben sind.

Wenn Sie in Editor ein Profil erstellen, schließen Sie den Dateinamen in Anführungszeichen ein, um die Dateinamenerweiterung "PS1" beizubehalten. Beispiel:

"Microsoft.PowerShell_profile.ps1"

Ohne die Anführungszeichen fügt Editor die Dateinamenerweiterung ".txt" an den Dateinamen an, und Windows PowerShell würde die Datei dann nicht erkennen.

In einem Profil können Sie häufig verwendete Aliase, Funktionen und Variablen speichern. Beispielsweise kann so Ihr Benutzerprofil stets in Ihrem bevorzugten Text-Editor geöffnet werden. So wird beispielsweise mit dem folgenden Befehl die Funktion pro erstellt, mit der das Benutzerprofil in Editor geöffnet wird.

function pro { notepad $profile }

Ein durchdachtes Profil kann die Verwendung von Windows PowerShell und die Verwaltung des Systems erheblich vereinfachen.

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