Arbeiten mit Makros und Ausdrücken in Access 2010

Office 2010

Zusammenfassung:  In Microsoft Access 2010 gibt es ein neues Feature, die so genannten Datenmakros, mit denen Sie an Tabellen angefügte Makros erstellen können. Der Makro-Designer wurde ebenfalls optimiert. Sehen Sie sich diese Optionen und die zugehörigen Codebeispiele an.

Letzte Änderung: Montag, 27. April 2015

Gilt für: Access 2010 | Office 2010

Applies to:  Microsoft Access 2010

Veröffentlicht: November 2010

Inhalt

Übersicht

Microsoft Access 2010-Entwickler schreiben i. d. R. nicht gerne Makros. Makros werden, mit Ausnahme bestimmter Umstände (wie dem Erstellen von AutoKeys und dem AutoExec-Makro) als Elemente zweiter Klasse angesehen, wenn es um die Erweiterbarkeit von Anwendungen geht. Sie bieten Microsoft Access-Benutzern die Möglichkeit für einen ersten Einstieg, bevor sie sich mit der Microsoft Visual Basic for Applications (VBA)-Programmierung beschäftigen. Die Aktionen zum Schreiben von Makros (Ableitungen des DoCmd-Objekts) entsprechen zwar den in VBA verwendeten Methoden, die Oberfläche des Makro-Designers bietet jedoch verglichen mit dem Visual Basic-Editor weit weniger Möglichkeiten.

In Access 2010 werden mehrere neue Features für das Entwerfen und Verwenden von Makros eingeführt, die Entwicklern und Anwendern gleichermaßen hilfreich erscheinen werden. Dazu gehören ein verbesserter Makro-Designer, tabellenbasierte Datenmakros und Änderungen bei der Erstellung von Ausdrücken. Dank des verbesserten Makro-Designers können Sie jetzt Makros erstellen, die flexibler und leichter zu lesen und zu verfolgen sind. Makros können nun an Tabellen angefügt werden, sodass alle auf Basis der Tabelle erstellten Objekte auch das Makro erben. Der Ausdrucks-Generator verfügt jetzt über IntelliSense, um das Erstellen von Ausdrücken noch einfacher zu gestalten.

In diesem Artikel wird der neue Makro-Designer vorgestellt. Außerdem wird veranschaulicht, wie Datenmakros mit dem Makro-Designer erstellt werden. Abschließend werden einige der Änderungen am Ausdrucks-Generator beschrieben.

Makro-Designer

Access 2010 verfügt über einen neuen Makro-Designer, der das Erstellen komplexer Makros vereinfacht und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit von Fehlern bei der Programmierung verringert. Der Designer stellt dazu Dropdownlisten und IntelliSense bereit, ermöglicht die Wiederverwendung bestehender Makros, verfügt über eine Drag & Drop-Funktion und ermöglicht das Kopieren und Einfügen von Aktionen.

Entwicklern kommt die weiterentwickelte Benutzeroberfläche entgegen, die das Erstellen bedingter Blöcke unterstützt, um einen gradlinigen und logischen Fluss von Aktionen zu ermöglichen. Außerdem können Makros jetzt leichter per E-Mail verteilt oder auf Webseiten und in Blogs sowie Newsgroups veröffentlicht werden.

Wenn Sie bereits mit früheren Versionen von Microsoft Access Makros erstellt haben, sind Sie mit dem dreispaltigen Makro-Generator (Abbildung 1) vertraut. In der Spalte Bedingung haben Sie Bedingungsanweisungen hinzugefügt, in der Spalte Aktion Makroanweisungen, und in der Spalte Argumente haben Sie Parameter angegeben.

Abbildung 1: Vorversion des Makro-Generators

Vorversion der Makroerstellung

Das Layout des neuen Makro-Generators von Access 2010 ähnelt mehr einem Text-Editor. Anstelle der drei Spalten werden jetzt Aktionen und Bedingungsanweisungen in einer hierarchischen Ansicht angezeigt, wie sie Programmieren vertraut ist. Argumente werden inline in einem Dialogfeld angezeigt, wie in Abbildung 2 veranschaulicht.

Abbildung 2: Makro-Designer

Makro-Designer

Das Hinzufügen einer neuen Aktion oder einer Bedingungsanweisung ist ganz einfach. Treffen Sie Ihre Auswahl aus der Dropdownliste für Aktionen, aus dem Kontextmenü, oder aus dem Bereich Aktionskatalog rechts neben dem Makro-Designer (Abbildung 3).

Abbildung 3: Aktionskatalog

Aktionskatalog

Sie können auf die Aktion doppelklicken, oder die Aktion per Drag & Drop in den Makro-Designer verschieben. Im Aktionskatalog und dem Kombinationsfeld Neue Aktion hinzufügen werden standardmäßig Aktionen angezeigt, die in nicht vertrauenswürdigen Datenbanken ausgeführt werden. Um alle Aktionen anzuzeigen, klicken Sie im Menüband auf den Befehl Alle Aktionen anzeigen(Abbildung 4).

Abbildung 4: Befehl Alle Aktionen anzeigen auf dem Menüband

Befehl 'Alle Aktionen anzeigen' auf dem Menüband

Sie können einige oder alle Codeblöcke reduzieren, indem Sie auf die Erweiterungsschaltflächen links vom Codeblock klicken. Sie können Codeblöcke auch erweitern bzw. reduzieren, indem Sie die entsprechenden Steuerelemente in der Gruppe Erweitern/Reduzieren auf dem Menüband verwenden. In Abbildung 5 sehen Sie eine reduzierte Version des Makros aus Abbildung 2.

Abbildung 5: Reduzierte Codeblöcke

Codeblöcke können reduziert werden

Mithilfe der Suchfunktion des Aktionskatalogs können Sie einen Begriff eingeben und von Microsoft Access die Elemente filtern und anzeigen lassen, die mit diesem Begriff übereinstimmen. Das Suchfeld im Aktionskatalog berücksichtigt nicht nur den Namen der Aktion, sondern erfasst auch die Beschreibung der Aktion. Wenn Sie beispielsweise nach Abfrage suchen, werden nicht nur die Aktionen mit dem Wort Abfrage in den Suchergebnissen angezeigt, sondern auch die Elemente ApplyFilter, GoToRecord und ShowAllRecords in deren Beschreibung der Begriff Abfrage enthalten ist.

Sie können Makros auch Kommentare hinzufügen, indem Sie // im Dropdownfeld Neue Aktion hinzufügen eingeben oder den Knoten Kommentare in den Aktionskatalog ziehen. Kommentare werden mit grünem Text wie in Abbildung 2 angezeigt. So können Sie Kommentare leicht erkennen und zum Trennen von Abschnitten in der Prozedur verwenden. Makrocode kann ganz einfach neu angeordnet werden. Verschieben Sie den Codeblock per Drag & Drag an die neue Position, oder verwenden Sie den grünen Nach-oben-Pfeil und den grünen Nach-unten-Pfeil (Abbildung 5) in den Blöcken im Aktionsbereich.

Im Makro-Designer wird ein neues Programmflusskonstrukt namens gruppierte Blöcke eingeführt. Gruppierte Blöcke ermöglichen es, mehrere Makros auf einfache Weise in einer Gruppe zu vereinen. Diese kann als Einheit erweitert oder reduziert werden und verbessert so die Lesbarkeit.

Im Makro-Generator früherer Microsoft Access-Versionen konnten nur einfache Bedingungsanweisungen in der Spalte Bedingung erstellt werden. Im Makro-Designer von Access 2010 können Sie jetzt umfangreichere If-Anweisungen durch Hinzufügen der ElseIf- und der Else-Anweisung erstellen. Um diese Anweisungen hinzuzufügen, wählen Sie den If-Block aus, und klicken Sie auf den Text ElseIf oder Else rechts unten im Codeblock. Wenn Sie beispielsweise auf den Text ElseIf klicken, wird das Dialogfeld ElseIf angezeigt. Wenn Sie dann eine Eingabe im Bedingungsfeld vornehmen, erkennt Microsoft Access durch IntelliSense die entsprechenden Bezeichner, Funktionen und anderen Datenbankelemente.

Der Makro-Designer stellt in Verbindung mit IntelliSense außerdem verschiedene Hilfefunktionen zur Verfügung. Dazu gehören u. a.:

  • AutoVervollständigen zeigt eine Dropdownliste mit Wörtern an, die einem Objekt, einer Funktion oder einem Parameter entsprechen, nachdem Sie eine ausreichende Anzahl von Zeichen zur Identifizierung des Elements eingegeben haben. Sie können den Vorschlag übernehmen, indem Sie die EINGABETASTE oder TAB drücken bzw. die Eingabe des Namens fortsetzen.

  • QuickInfo zeigt die korrekte Syntax für alle Bezeichner oder Ausdrücke in einem Makro an. Wenn Sie mit der Maus auf einen Bezeichner zeigen, werden die Deklarationsinformationen in einem Dialogfeld angezeigt.

  • Die Direkthilfe stellt zusätzliche Informationen zu einer Komponente der Benutzeroberfläche bereit, wenn ein Wert mit AutoVervollständigen ausgewählt wird.

Trotz aller Verbesserungen des Makro-Designers haben Entwickler auch weiterhin die Möglichkeit, eine Konvertierung von Makros in VBA-Code durchzuführen. Sie können dazu den Befehl Makros in Visual Basic konvertieren auf dem Menüband verwenden.

Im nächsten Abschnitt erstellen Sie ein Datenmakro mithilfe des Makro-Designers.

Erstellen von Datenmakros

Datenmakros sind ein neues Feature in Access 2010. Mit Datenmakros können Sie Datensätzen und Tabellen Logik hinzufügen (ähnlich wie Trigger in SQL Server). Dies bedeutet, dass Sie die Logik an einem Ort erstellen, und alle Formulare sowie Code, die Daten in einer Tabelle hinzufügen, aktualisieren oder löschen, erben diese Logik. Datenmakros bieten eine Reihe von Möglichkeiten:

  • Überprüfen eines Feldwerts, bevor weitere Datensätze hinzugefügt werden können

  • Speichern des Verlaufs von Änderungen in einem Datensatz

  • Generieren einer E-Mail, wenn sich ein Feldwert ändert

  • Überprüfen der Genauigkeit von Daten in einer Tabelle

Ältere Makros (im Folgenden: Makros) sind weiterhin verfügbar, können jedoch nur von einem Formularereignis, einem anderen Makro, einem Berichtsereignis oder von VBA-Code aufgerufen werden.

Es gibt zwei allgemeine Arten von Datenmakros: "Ereignismakros", die ausgelöst werden, wenn Aktionen für Daten in einer Tabelle ausgeführt werden, und eigenständige "benannte" Makros, die ausgeführt werden, wenn sie anhand des Namens aufgerufen werden. Sie können ein Datenmakro so programmieren, dass es ausgeführt wird, unmittelbar nachdem Sie Datenereignisse hinzufügen, aktualisieren oder löschen, oder unmittelbar vor einem Lösch- oder Änderungsereignis.

Datenmakros können Werte mit ReturnVars an Makros zurückgeben. ReturnVars in einem Datenmakro ähneln Werten, die von Funktions- oder Methodenaufrufen in VBA oder anderen Programmiersprachen zurückgegeben werden. Dadurch kann eine Benutzeroberfläche im aufrufenden Makro auf Basis der Ereignisse im Datenmakro angezeigt werden. Die ReturnVars werden im Datenmakro mit dem Befehl SetReturnVar angegeben (Abbildung 6). Diese Werte werden in benannten Datenmakros festgelegt.

Abbildung 6: SetReturnVar gibt Werte an Makros zurück

SetReturnVar gibt Werte an Makros zurück

Mit dem Befehl ReturnVars in der folgenden Anweisung können Sie auf eine Variable in einem Makro verweisen.

=[ReturnVars]![retrunVar1]
HinweisHinweis

Datenmakrologik kann nur mit lokalen Tabellen verwendet werden, nicht mit verknüpften Tabellen. Diese Einschränkung kann jedoch umgangen werden, wenn Sie ein Access-Front-End und ein Access-Back-End verwenden, indem Sie der Quelltabelle Datenmakros hinzufügen.

Datenmakros helfen, die Übersicht in der Datenbank zu verbessern, da es nun nicht mehr erforderlich ist, identische Makros an eine Reihe von Formularen anzufügen. Durch Hinzufügen der Logik zur Tabelle erben alle Formulare, die auf Basis der Tabelle erstellt werden, diese Logik. Sie können durch die Verwendung von Datenmakros außerdem die Integrität Ihrer Daten sicherstellen. Angenommen, ein Ereignis wird in einem Formular ausgelöst, das mit einer Tabelle ohne Datenmakro verknüpft ist. Benutzer, die Zugriff auf die Tabellen haben oder Abfragen ausführen können, sind u. U. in der Lage, das Formular und damit die Logik zu umgehen. Auch wenn Sie den Zugriff auf Tabellen einschränken und das Ausführen von Abfragen unterbinden, können Sie nicht für alle Situationen eine Lösung finden. Wenn Sie die Logik jedoch unmittelbar zur Tabelle hinzufügen, wird die Aktion auch dann ausgelöst, wenn die Änderungen vom Benutzer außerhalb des Formulars vorgenommen werden.

Datenmakros unterstützen die in Tabelle 1 angegebenen Ereignisse.

Tabelle 1. Ereignisliste

Ereignisse

Verwendungszweck

BeforeChange

Ziel:

  • Auslösen einer Fehlermeldung und Blockieren der Änderung

  • Vergleichen des neuen Werts mit dem alten Wert und Öffnen eines anderen Formulars

BeforeDelete

Ziel:

  • Auslösen einer Fehlermeldung und Verhindern des Löschvorgangs

  • Anzeigen eines Auftragsformular zum Nachbestellen eines Artikels

AfterUpdate, AfterInsert, AfterDelete

Ziel:

  • Generieren einer E-Mail

  • Ausführen einer Schleife durch eine Reihe von Datensätzen und Aktualisieren der Status

Um ein Datenmakro für ein Ereignis zu erstellen, doppelklicken Sie zunächst im linken Navigationsbereich auf den Namen der Tabelle, an die das Datenmakro angefügt werden soll. Klicken Sie dann auf der Registerkarte Tabelle in der Gruppe Vorabereignisse oder in der Gruppe Nachfolgeereignisse auf das Ereignis, dem das Makro hinzugefügt werden soll. Microsoft Access zeigt den Makro-Generator an. Wenn Sie bereits ein Makro für dieses Ereignis erstellt haben, wird dieses Makro vom Makro-Generator geöffnet.

Um ein benanntes Makro zu erstellen, doppelklicken Sie im linken Navigationsbereich auf den Namen der Tabelle, an die das Datenmakro angefügt werden soll. Klicken Sie auf der Registerkarte Tabelle in der Gruppe Benannte Makros auf Benanntes Makro und dann auf Benanntes Makro erstellen. Microsoft Access zeigt den Makro-Generator an.

(Siehe folgendes Beispiel.) Angenommen, Sie verfügen über ein Bestellsystem, in dem die Bestandsmengen überwacht werden. Wenn die Bestände einzelner Artikel unter bestimmte Mengen fallen, soll dieses System die Mitarbeiter benachrichtigen, dass die Bestandsmengen niedrig sind oder die entsprechenden Artikel nachbestellt werden müssen. Hierzu erstellen Sie ein Datenmakro für die Artikeltabelle. Wenn Sie nun ein Formular erstellen, das auf dieser Tabelle basiert, ist die benötigte Programmlogik bereits verfügbar.

Um das Datenmakro zu erstellen, erstellen Sie die Beispieltabelle Artikel mit den folgenden Feldern.

Tabelle 2: Beispieldaten

Name

Typ

Artikel

Text

Menge

Zahl (Long Integer)

Status

Text

Speichern Sie die Tabelle, und fügen Sie der Spalte Artikel die folgenden Daten hinzu; die anderen Spalten bleiben leer.

Tabelle 3: Hinzufügen der Daten zur Tabelle

Kaffee

Limonade

Tee

Wasser

Um das Makro hinzuzufügen, wählen Sie die Tabelle aus, und klicken Sie unter Tabellentools auf die Registerkarte Felder. Klicken Sie auf die Dropdownliste Ansichten und dann auf Datenblattansicht . Klicken Sie in der Datenblattansicht der Tabelle unter Tabellentools auf die Registerkarte Tabelle, und klicken Sie auf die Ereignisschaltfläche Vor Änderung. Warum sollte das Before Change-Ereignis anstelle des After Change-Ereignisses verwendet werden? Im Regelfall ist es besser, das Before Change-Ereignis zu verwenden, um zusätzlichen Code zu ändern und auszuführen, anstatt eine Aktualisierung des Datensatzes durch die Tabelle zuzulassen und DANN zusätzliche Änderungen am gleichen Datensatz vorzunehmen, der gerade wieder in der Tabelle gespeichert wurde. Der After Change-Trigger für Tabellenereignisse ist besser für die Verwendung von Aggregat- oder Summenwerten und das Speichern dieser Werte in anderen Tabellen geeignet. Beispiel: Verwalten von Lagerbeständen bei Änderung eines Mengenwerts. Bei dieser Art von Szenario wird i. d. R. eine andere Tabelle bearbeitet.

Anschließend erstellen Sie die If...Then...Else-Anweisung. Diese Anweisung wird ausgelöst, wenn eine Änderung an der Tabelle vorgenommen wird. Klicken Sie auf der Registerkarte Artikel : Vor Änderung auf die Dropdownliste, und klicken Sie auf If. Um der If-Anweisung die Bedingung hinzuzufügen, geben Sie I nach der If-Anweisung ein. Beachten Sie, dass IntelliSense zur Verfügung steht. Wählen Sie die Tabelle Artikel aus. Geben Sie nach dem Bezeichner [Artikel] einen Punkt ein, und wählen Sie Menge aus. Geben Sie nach Menge den Wert Zwischen 50 und 100 ein. Dadurch wird die Bedingung festgelegt, dass dieser Teil der If-Anweisung ausgelöst wird, wenn die Menge der Artikel auf 100 bis 50 absinkt.

Der Aktionskatalog rechts im Bildschirm enthält eine Liste der verfügbaren Aktionen und Programmflussoperatoren für dieses bestimmte Ereignis. Klicken Sie auf SetField, und ziehen Sie das Element in den If-Anweisungsblock. Geben Sie im Feld Name den Namen Artikel.Status ein. Geben Sie im Feld Wert den Wert "Menge niedrig" (mit Anführungszeichen) ein. Sobald die Menge der Artikel zwischen 100 und 50 fällt, wird der Status-Text geändert.

Klicken Sie erneut auf die If-Anweisung, und beachten Sie, dass rechts unten im Block die Option Else hinzufügen und die Option Else If hinzufügen angezeigt werden. Klicken Sie auf die Option Else If hinzufügen, um diesen Block hinzuzufügen. Geben Sie im Bedingungsfeld Artikel.Menge<50 ein. Ziehen Sie im Aktionskatalogbereich das Element FestlegenFeld in den Else If-Block. Geben Sie im Feld Name den Namen Artikel.Status ein, und geben Sie im Feld Wert den Wert "Jetzt bestellen!" (mit Anführungszeichen) ein. Sobald die Menge der Artikel unter 50 fällt, wird der Text im Feld Status geändert.

Klicken Sie auf die Else If-Anweisung, und klicken Sie auf Else hinzufügen. Ziehen Sie FestlegenFeld in den Else-Block. Geben Sie im Feld Name den Namen Artikel.Status und im Feld Wert den Wert "" (leere Zeichenfolge) ein. Dadurch wird angegeben, dass bei einer Artikelanzahl größer als 100 das Feld Status leer bleiben soll. Das Makro sollte nun dem Makro in Abbildung 7 entsprechen.

Abbildung 7: Vollständiges Datenmakro

Vollständiges Datenmakro

Speichern und schließen Sie das Makro, indem Sie mit der rechten Maustaste auf die Registerkarte Artikel: Vor Änderung und dann auf Schließen klicken.

Um das Makro mit der Tabelle in der Datenblattansicht zu testen, ändern Sie die Menge für Kaffee in 100, klicken Sie auf eine Stelle außerhalb des Datensatzes, und beachten Sie, dass der Wert im Feld Status in Menge niedrig geändert wird. Ändern Sie die Menge für Limonade in 49. Der Wert des Felds Status wird in Jetzt bestellen! geändert. Ändern Sie die Menge für Tee in 101. Der Wert im Feld Status bleibt leer (vgl. Abbildung 8).

Abbildung 8: Änderung des Statusfelds bei geänderter Menge

Änderung des Statusfelds bei geänderter Menge

Eine weitere Option, die für benannte Datenmakros verfügbar ist, ist das Übergeben von Parametern. Parameter werden häufig eingesetzt, um die Leistung von Datenbanken zu verbessern, da sie Entwickler wie Benutzer zu Einschränkungen hinsichtlich Datensätzen vor der Ausführung von Makros zwingen. In der Folge wird die Geschwindigkeit von Makros erhöht, die Auslastung von Datenbankservern verringert und der Datenverkehr im Netzwerk nimmt ab. Die Verwendung von Parametern sorgt außerdem für mehr Flexibilität, da Makros ohne Änderungen wiederverwendet werden können. Sie können benannten Datenmakros Parameter hinzufügen, indem Sie auf die Tabelle doppelklicken, an die das benannte Makro angefügt werden soll. Klicken Sie auf der Registerkarte Tabelle in der Gruppe Benannte Makros auf Benanntes Makro und dann auf Benanntes Makro erstellen. Klicken Sie oben im Makro-Generator (siehe Abbildung 9) auf Parameter erstellen.

Abbildung 9: Option Parameter erstellen im Makro-Generator

Option 'Parameter erstellen' im Makro-Generator

Die Möglichkeiten beim Debuggen von Datenmakros sind nicht so vielfältig wie bei anderem Programmcode. Sie können den Code nicht schrittweise ausführen oder die Meldungsfeldoption verwenden. Sie können jedoch die Makroaktionen OnError, RaiseError und LogEvent für die Tabelle Anwendungsprotokoll verwenden, um nach Fehlern in Datenmakros zu suchen. Die Tabelle Anwendungsprotokoll ist eine Systemtabelle (als USysApplicationLog bezeichnet). Sie wird standardmäßig nicht im Navigationsbereich angezeigt. Bei einem Fehler in einem Datenmakro können Sie die Ursache durch Anzeigen der Informationen in der Tabelle Anwendungsprotokoll ermitteln.

Um die Tabelle Anwendungsprotokoll anzuzeigen, klicken Sie auf die Registerkarte Datei; dadurch wird die Backstage-Ansicht angezeigt. Klicken Sie dann auf der Registerkarte Info auf Anwendungsprotokolltabelle anzeigen. Wenn die Schaltfläche Anwendungsprotokolltabelle anzeigen nicht angezeigt wird, wurde die Tabelle Anwendungsprotokoll für diese Datenbank noch nicht erstellt. Wenn ein Ereignis protokolliert wird, beispielsweise durch Verwenden der Makroaktion LogEvent oder der Makroaktion RaiseError, wird die Schaltfläche auf der Registerkarte Info angezeigt.

Ausdrucks-Generator

Der Ausdrucks-Generator erleichtert das Erstellen von Ausdrücken. Er kann an vielen Stellen in Microsoft Access gestartet werden, an denen Ausdrücke erstellt werden. Ausdrücke können in Tabellen und Feldern, Abfragen, Formular- und Berichtseigenschaften, Steuerelementen, Abfragen und Makros verwendet werden, um Daten oder Logik auszuwerten und das Verhalten der Anwendung zu steuern. Der Ausdrucks-Generator bietet leichten Zugriff auf die Namen von Feldern und Steuerelementen in einer Datenbank und verfügt über zahlreiche der integrierten Funktionen beim Schreiben von Ausdrücken. Mit dem Ausdrucks-Generator können Sie Ausdrücke neu erstellen, oder Sie können aus vordefinierten Ausdrücken auswählen, beispielsweise zum Anzeigen von Seitenzahlen, des aktuellen Datums oder des aktuellen Datums und der aktuellen Uhrzeit.

Der Ausdrucks-Generator in Access 2010 weist bedeutsame Änderungen auf. Mit dem verbesserten Ausdrucks-Generator (Abbildung 10) können Sie Ausdrücke jetzt schneller und mit einer geringeren Fehlerquote erstellen.

Abbildung 10: Ausdrucks-Generator in Access 2010

Ausdrucks-Generator in Access 2010

Der Ausdrucks-Generator wurde um neue Features ergänzt, und die Benutzeroberfläche wurde vereinfacht. Es ist nicht mehr erforderlich, sich die Syntax und die verfügbaren Funktionen oder Eigenschaften zu merken. Dank IntelliSense werden im neuen Ausdrucks-Generator alle erforderlichen Informationen beim Erstellen des Ausdrucks zur Verfügung gestellt.

Darüber hinaus kommt bei der neuen Benutzeroberfläche die schrittweise Anzeige zum Einsatz, d. h. in einem bestimmten Kontext werden nur die jeweils verfügbaren Funktionen und Eigenschaften angezeigt. In früheren Versionen von Microsoft Access wurde für alle Kontexte, in denen ein Ausdruck verwendet wird, nur ein allgemeiner Ausdruckauswertungsmodul eingesetzt. Dies bedeutet, dass die verfügbaren Funktionen und Operatoren unabhängig von der Position, an der ein Ausdruck verwendet wurde, i. d. R. gleich waren. In Access 2010 ist der Ausdrucks-Generator hingegen kontextabhängig. So steht beispielsweise die Funktion FormatDateTime in einer Tabelle nicht zur Verfügung, in allen anderen Kontexten schon. Beachten Sie außerdem in Abbildung 10, dass keine Operatorschaltflächen vorhanden sind. Die Operatoren sind im Bereich der Ausdruckselemente verfügbar. Diese Änderungen sorgen für mehr Übersichtlichkeit, erleichten die Auswahlmöglichkeiten und vergrößern den Platz, der zur Bearbeitung verfügbar ist.

Im Makro-Designer und an anderen Stellen in Access 2010, an denen ein Ausdruck erstellt werden soll, kann durch Klicken auf das Symbol in Abbildung 11 der Ausdrucks-Generator angezeigt werden.

Abbildung 11: Symbol Ausdrucks-Generator

Symbol 'Ausdrucks-Generator'

Während Sie einen Ausdruck eingeben, wird eine Dropdownliste mit Feldern, Funktionen oder Ausdruckselementen ähnlich wie in Abbildung 12 angezeigt.

Abbildung 12: Anzeige einer Dropdownliste mit Optionen während der Eingabe

Während der Eingabe wird eine Dropdownliste mit Optionen angezeigt

Weitere Informationen zu Ausdrücken und zur Verwendung des Ausdrucks-Generators finden Sie in der Hilfe von Access 2010.

Einfachere Verwendung von Makros und Ausdrücken

Die verbesserte Bedienerfreundlichkeit des neuen Makro-Designers erleichtert neuen Benutzern von Microsoft Access und erfahrenen Entwicklern gleichermaßen das Erstellen von Makros. Durch das Else- und das Else If-Konstrukt wird die Flexibilität von Makros deutlich verbessert. Der neue Aktionskatalog und das IntelliSense-Feature sorgen dafür, dass sich Benutzer keine häufig verwendeten Befehle und Aktionen mehr merken müssen. Und mit dem neuen Ausdrucks-Generator fällt das Erstellen von Ausdrücken so leicht wie nie zuvor. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass diese Verbesserungen zu einer größeren Kontrolle über die Funktionalität der erstellten Datenbanken beitragen.

Weitere Ressourcen

Weitere Informationen zu den in diesem Artikel erläuterten Themen finden Sie in den folgenden Ressourcen:

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