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Microsoft Windows XP-Systemwiederherstellung

Microsoft Windows XP-Systemwiederherstellung

Veröffentlicht: 09. Dez 2001 | Aktualisiert: 18. Jun 2004
Von Bobbie Harder

In diesem Artikel wird das Systemwiederherstellungs-Feature (SR) in Microsoft Windows XP erläutert, mit dem Benutzer im Problemfall den PC ohne Verlust persönlicher Datendateien auf einen früheren Systemzustand zurücksetzen können.

Auf dieser Seite

Einführung Einführung
Einzelheiten  Einzelheiten
Entwurfsübersicht  Entwurfsübersicht
Automatisch erstellte Wiederherstellungspunkte  Automatisch erstellte Wiederherstellungspunkte
Überwachen von System- und Anwendungsdateiänderungen Überwachen von System- und Anwendungsdateiänderungen
Wiederherstellungsprozess Wiederherstellungsprozess
 Wiederhergestellte und nicht wiederhergestellte Objekte   Wiederhergestellte und nicht wiederhergestellte Objekte
Zusammenwirken mit anderen Wiederherstellungsfeatures in Windows XP Zusammenwirken mit anderen Wiederherstellungsfeatures in Windows XP
Von der Systemwiederherstellung überwachte und wiederhergestellte Dateien  Von der Systemwiederherstellung überwachte und wiederhergestellte Dateien
Weitere Informationen  Weitere Informationen

Anmerkung Sie finden in diesem Artikel Verweise auf Informationen aus der Ausgabe von Februar 2001 über das Plattform-SDK. Die PSDK-Dokumentation von Februar 2001 ist derzeit nicht online abrufbar. Sie finden sie jedoch in der CD- oder DVD-ROM-Ausgabe der MSDN Library von April 2001.

Einführung

Das Systemwiederherstellungs-Feature in Microsoft Windows XP (Betriebssystem, das bislang unter dem Namen Microsoft Whistler geführt wurde) gibt Administratoren die Möglichkeit, ihren PC bei Auftreten eines Problems auf einen vorherigen Stand zurückzusetzen, ohne dass dabei persönliche Datendateien (wie Word-Dokumente, Grafiken oder E-Mails) verloren gehen. Die Systemwiederherstellung überwacht aktiv Änderungen der Systemdateien und bestimmter Anwendungsdateien, um frühere vor diesen Änderungen existierende Versionen aufzuzeichnen oder zu speichern. Mit der Systemwiederherstellung müssen Benutzer nicht mehr Systemsnapshots herstellen, da die Systemwiederherstellung automatisch leicht erkennbare Wiederherstellungspunkte erzeugt, auf die Benutzer das System zurücksetzen können. Wiederherstellungspunkte werden bei größeren Systemereignissen (z.B. Installation von Anwendungen oder Treibern) und regelmäßig (täglich) erstellt. Zusätzlich können Benutzer jederzeit eigene Wiederherstellungspunkte erstellen und benennen. Die Systemwiederherstellung verfügt über eine Funktion zur automatischen Verwaltung von Wiederherstellungspunktintervallen. Dabei werden die ältesten Wiederherstellungspunkte entfernt, um Platz für neue zu schaffen. Der Benutzer arbeitet auf diese Weise ständig mit einem Sicherheitsnetz und kann somit ungewollte Änderungen neueren Datums rückgängig machen.

Wenn ein Benutzer einen Systemfehler oder ein anderes bedeutsames Problem feststellt, kann er die Systemwiederherstellung aus dem Sicherheitsmodus oder dem Normalmodus starten, um zu einem vorherigen Systemzustand zurückzukehren und optimale Systemfunktionalität wiederherzustellen. Die Systemwiederherstellung setzt keine Benutzerdaten- oder Dokumentdateien zurück. Bei der Systemwiederherstellung gehen also keine Dateien, E-Mails, Suchverläufe oder Favoriten verloren.

Einzelheiten

Die Systemwiederherstellung wird standardmäßig aktiviert und nach der erfolgreichen Installation von Windows XP Professional oder Personal x86 ausgeführt. Das Programm erfordert einen freien Speicherplatz von mindestens 200 MB in der Systempartition. Bei weniger als 200 MB wird die Systemwiederherstellung installiert und bleibt solange deaktiviert, bis ausreichend Speicherplatz vorhanden ist. Dann aktiviert sie sich selbsttätig.

In diesem Artikel werden die folgenden Themen bei der Entwicklung von Anwendungen für ein optimales Zusammenwirken mit der Systemwiederherstellung zur Diskussion gestellt.

  • Entwurfsübersicht

  • Komponenten und Speicherort der Systemwiederherstellung

  • Automatisch erstellte Wiederherstellungspunkte

  • Überwachen von System- und Anwendungsdateiänderungen

  • Wiederherstellungsprozess

Entwurfsübersicht

Die Systemwiederherstellung überwacht die wichtigsten System- und Anwendungsdateien und kopiert oder zeichnet den Stand dieser Dateien vor dem Zeitpunkt der Änderung auf. Zu den überwachten Dateien zählen auch Dateien außerhalb ausgeschlossener Verzeichnisse (Eigene Dateien) und Dateien ohne bekannte Dateierweiterungen (z.B. .doc). Die Systemwiederherstellung erstellt automatisch, ohne Zutun der Benutzer, Wiederherstellungspunkte. Dazu erzeugt die Systemwiederherstellung einen vollständigen Snapshot der Registrierung und bestimmter dynamischer Systemdateien. Eine Liste der eingeschlossenen (überwachten und wiederhergestellten) Dateierweiterungstypen finden Sie in der Liste "Monitored File Extensions" im Abschnitt "System Restore" im Plattform-SDK.

Bei der Wiederherstellung eines Systems macht die Systemwiederherstellung Änderungen in überwachten Dateien rückgängig und stellt den zum Zeitpunkt des gewählten Wiederherstellungspunkts geltenden Dateizustand wieder her. Die Systemwiederherstellung ersetzt die aktuelle Registrierung durch die Snapshotversion, die mit dem gewählten Wiederherstellungspunkt übereinstimmt. Bestimmte Sicherheitseinstellungen und dynamische Rechte sowie Authentifizierungsdaten aus der aktuellen Registrierung werden dann in die wiederhergestellte Registrierung kopiert. In den nächsten Abschnitten wird ausführlich erläutert, wie dieses Feature funktioniert. Anwendungsentwickler sollten folgende Fragen beantworten, um das gewünschte Verhalten nach einer Wiederherstellung zu erzielen:

  • Entsprechen die Erweiterungen der Hauptbinärdateien von Anwendungen, die durch die Systemwiederherstellung geschützt werden sollen, den Erweiterungen im <include>-Teil der Liste "Monitored File Extensions" im Abschnitt "System Restore" im Plattform-SDK?

  • Sind durch den Benutzer bearbeitbare Dateien oder geplante persönliche Datendateien (z. B. .pdf, .xls und .htm) in der Weise benannt, dass sie nicht als eingeschlossene Erweiterungstypen überwacht werden? Haben Sie z.B. eine Dateierweiterung .ini genannt, die ein Benutzer als persönliche Datendatei ändern kann? In diesem Fall wird die Wahrnehmung der Produktleistung verhindert, und die Arbeit des Benutzers geht durch die Wiederherstellung verloren (siehe auch die Liste "Monitored File Extensions" im Abschnitt "System Restore" im Plattform-SDK).

  • Gibt es Schlüsselinformationen in der Registrierung, aufgrund derer Benutzer nach einer Wiederherstellung nicht auf ihre persönlichen Datendateien oder ihre Anwendungen zugreifen können? Gibt es in diesem Fall einen Mechanismus, mit dem Benutzer ihre Anwendung wieder downloaden bzw. installieren können, ohne erneut bezahlen zu müssen? Oder haben Sie die Registrierungsschlüssel festgelegt, in denen diese Daten in der Registrierung unter hklm->system->currentcontrolset->control->backuprestore->KeysNotToRestore gespeichert sind? Falls diese Daten auch in Dateien abgelegt sind, haben Sie sichergestellt, dass die Systemwiederherstellung diese Dateien nicht wiederherstellt, indem sie hklm->system->currentcontrolset->control->backuprestore->filesnottobackup aufruft?

  • Ruft das verwendete Installationsprogramm die RestorePT.API der Systemwiederherstellung auf, so dass die Installieren/Deinstallieren-Funktion der Anwendung einen sinnvollen Wiederherstellungspunkt erstellt? (Siehe "SRSetRestorePoint" im Abschnitt "System Restore" im Plattform-SDK.)

  • Prüft das Sicherungsdienstprogramm die in "NTFilesnottobackup" angegebenen Dateien und sichert diese nicht, wenn sie aufgeführt sind? Von Systemwiederherstellungs-Datenbanken sollten keine Sicherungskopien angelegt werden. Sie sind in "NTFilesnottobackup" festgelegt. Die Systemwiederherstellung überwacht Dateien nur bei der ersten Speicherung. Wenn also Sicherheitskopien angelegt werden, führt die Verwendung des Befehls Open to backup nicht zu einem zusätzlichen Overhead aus der Systemwiederherstellung.

  • Verfügt das Sicherungsdienstprogramm über eine Funktion zum Rückgängigmachen bei einer annullierten oder fehlgeschlagenen Wiederherstellung? Falls nicht, gewährleistet der Aufruf der Systemwiederherstellungs-API (14-Recovery), dass den Benutzern ein Wiederherstellungspunkt unmittelbar vor der Wiederherstellung bereitsteht, so dass sie eine unerwünschte oder annullierte Wiederherstellung rückgängig machen können? (Siehe "SRSetRestorePoint" im Abschnitt "System Restore" im Plattform-SDK.)

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Abbildung 1. Komponenten und Speicherorte der Systemwiederherstellung

Automatisch erstellte Wiederherstellungspunkte

Wiederherstellungspunkte (RP) werden erstellt, damit Benutzer zu früheren Systemzuständen zurückkehren können. Jeder Wiederherstellungspunkt erfasst die erforderlichen Daten für eine Wiederherstellung eines bestimmten Systemzustands. Wiederherstellungspunkte werden vor größeren Änderungen im System erstellt. Da diese Punkte automatisch erstellt werden, müssen Benutzer sie nicht manuell erzeugen (sofern sie dies nicht bewusst möchten). Die folgenden Themen beschreiben, wann die Erstellung von Wiederherstellungspunkten ausgelöst wird.

Ereignisgesteuerte Wiederherstellungspunkte
Vor den folgenden Ereignissen erstellt die Systemwiederherstellung automatisch einen Wiederherstellungspunkt:

  • Installation von Anwendungen (vorausgesetzt, die Anwendung verwendet ein aktuelles Installationsprogramm, das kompatibel mit der RestorePT.API der Systemwiederherstellung ist). Falls die Anwendung das System des Benutzers beeinträchtigt, ermöglicht die Auswahl eines Wiederherstellungspunktes vor der Anwendungsinstallation dem Benutzer, das System ggf. auf einen Stand zurückzusetzen, der vor der Anwendungsinstallation existierte.

  • Installation von AutoUpdate. Das Feature zur automatischen und Industrieaktualisierung in Windows XP bietet den Benutzern einen bequemeren Weg, kritische Updates von Microsoft Windows downzuloaden. Sobald das Update gedownloadet ist, hat der Benutzer die Möglichkeit, das Update auf seinem System zu installieren. Wählt der Benutzer diese Möglichkeit, erstellt die Systemwiederherstellung einen Wiederherstellungspunkt, bevor die eigentliche Installation des Updates beginnt. Wenn der Benutzer eine Wiederherstellung nach dem Downloaden der Dateien, aber vor der Installation des Updates startet, werden die gedownloadeten Dateien nicht durch den Wiederherstellungsvorgang entfernt.

  • Wiederherstellungsvorgang. Wenn ein Benutzer z.B. versehentlich einen falschen Systemzustand wählt, auf den er das System zurücksetzen möchte, kann er den Wiederherstellungsvorgang rückgängig machen, indem er einen Wiederherstellungspunkt wählt, der vor diesem Vorgang liegt. Der Benutzer kann dann den richtigen Wiederherstellungspunkt wählen. Der Wiederherstellungsvorgang selbst erzeugt einen Wiederherstellungspunkt für einen eventuellen Annullierungsvorgang.Anmerkung Nur Administratoren und Besitzer haben die Berechtigung zum Wiederherstellen.

  • Microsoft Backup Utility Recovery. Bevor die Microsoft Backup Utility eine Wiederherstellung der Sicherungskopie durchführt, erstellt die Systemwiederherstellung einen Wiederherstellungspunkt. Falls die Wiederherstellung annulliert wird oder den Systemzustand beeinträchtigt, kann der Benutzer mit Hilfe eines Wiederherstellungspunkts das System auf den Zustand vor Beginn der Wiederherstellung zurücksetzen.

  • Unsignierte Treiberinstallation. Unsignierte Gerätetreiberinstallationen werden vom Windows INF-Installationsprogramm erkannt. Bevor die Installation fortgesetzt wird, wird ein Wiederherstellungspunkt erzeugt, so dass der Benutzer bei nachteiligen Auswirkungen der Installation auf das System den PC auf den Zustand unmittelbar vor der unsignierten Treiberinstallation zurücksetzen kann.

  • Manuelle Wiederherstellungspunkte. Benutzer (nur Administratoren/Besitzer) dürfen jederzeit einen bedarfsgesteuerten Wiederherstellungspunkt erstellen und benennen. Damit wird ein "Checkpoint" eingerichtet, um eine besonders riskante Änderung zurücksetzen zu können, bevor ein gemeinsam genutztes System für andere Benutzer freigegeben wird, bzw. um das System auf einen Stand zurückzusetzen, den der Benutzer für optimal hält.

Geplante Wiederherstellungspunkte
Zusätzlich zum Erstellen von Wiederherstellungspunkten vor bestimmten Ereignissen können Benutzer mit der Systemwiederherstellung den PC auch auf andere Tage oder Uhrzeiten zurücksetzen. Die Systemwiederherstellung erzeugt dazu alle 24 Stunden einen Wiederherstellungspunkt. Standardmäßig erstellt die Systemwiederherstellung jeden Tag, den der Computer eingeschaltet ist, einen Wiederherstellungspunkt. Diese Wiederherstellungspunkte werden nur in Leerlaufzeiten des Computers erstellt, wenn also keine Maus-, Tastatur- oder Laufwerkaktivitäten ausgeführt werden. Auf die geplanten Wiederherstellungspunkte, die gespeichert und komprimiert werden (nur NTFS), kann der Benutzer im Problemfall über die Benutzerschnittstelle von der Systemwiederherstellung zugreifen. Er kann außerdem jederzeit über die Benutzerschnittstelle der Systemwiederherstellung Wiederherstellungspunkte manuell einrichten und benennen.

Erstellen und Speichern von Wiederherstellungspunkten
Während des Erstellens von Wiederherstellungspunkten erzeugt die Systemwiederherstellung einen Snapshot der Registrierung und bestimmter dynamischer Datenspeicher, schreibt einen Eintrag in ein Wiederherstellungspunktprotokoll und archiviert die Registrierungs- und Datenspeicherkopien. So erfasst das Archiv mit der Zeit viele Wiederherstellungspunkte, die jeder für sich den Systemzustand zu verschiedenen Zeitpunkten darstellen. Der Benutzer kann diese erfassten Punkte auf der Benutzerschnittstelle der Systemwiederherstellung anzeigen. Das Archiv mit den Wiederherstellungspunkten der Systemwiederherstellung befindet sich im Systemdatenträger-Informationsverzeichnis, das ein verborgenes Systemverzeichnis ist. Dieses Archiv wird durch die ACLs des Systems in NTFS geschützt. Die Dateien, Registrierungen und Protokolle in Verbindung mit älteren Wiederherstellungspunkten werden auf FIFO-Basis (Zuerstlöschung älterer Einträge) entfernt. Dadurch wird der von der Systemwiederherstellung eingenommene Speicherplatz begrenzt und ausreichend Platz für neue Wiederherstellungspunkte geschaffen.

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Abbildung 2. Wiederherstellungspunkt erstellen

Überwachen von System- und Anwendungsdateiänderungen

Zusätzlich zum Erfassen von Wiederherstellungspunkten, die mit bestimmten Ereignissen und Zeitpunkten verknüpft sind, überwacht die Systemwiederherstellung ständig Änderungen in wichtigen System- und Anwendungsdateien. Die Verfolgung dieser Dateiänderungen ist erforderlich, um das System vollständig auf einen bestimmten Zustand zurücksetzen zu können. Dieser Aspekt des Features dient dazu, einen früheren Dateizustand aufzuzeichnen und ggf. beizubehalten, damit der Benutzer den PC auf einen früheren Systemzustand zurücksetzen kann. Die Verfolgung von Änderungen hat keine Leistungseinbußen zur Folge.

Für das Verfolgen und Kopieren von Dateien vor Durchführung von Änderungen verwendet die Systemwiederherstellung einen Dateisystem-Filtertreiber auf Kernelebene (genannt Kernelmodus). Dieser Filtertreiber auf Kernelebene überwacht Dateisystemvorgänge und unterbricht bei bestimmten Dateitypen und Vorgängen einen Vorgang (z.B. DELETE FILE) und kopiert oder verschiebt die Originaldatei vor Abschluss des Vorgangs. Die Dateiänderungen werden in einem Protokoll erfasst, und die Dateikopien und Protokolle werden in einem Archiv im Laufwerk oder in der Partition gespeichert, in dem bzw. der sich die Originaldatei befunden hat. Das Kopieren einer Datei aufgrund einer Änderung erfolgt einmal pro Datei und pro Systemsitzung bzw. an einem vorgegebenen Wiederherstellungspunkt.

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Abbildung 3. Kopieren von Dateien über den Systemfiltertreiber

Wiederherstellungsprozess

Wenn Sie den Computer über einen längeren Zeitraum verwenden, werden Wiederherstellungspunkte im Archiv erfasst, ohne dass Sie als Benutzer eingreifen müssten. Sobald ein Problem auftritt und der Benutzer das Systemwiederherstellungs-Feature einsetzen möchte, kann er die zahlreichen Wiederherstellungspunkte über die Benutzeroberfläche des Systemwiederherstellungs-Assistenten anzeigen. Der Benutzer kann einen beliebigen im Datenarchiv gespeicherten Wiederherstellungspunkt rekonstruieren.

Wenn ein bestimmter Wiederherstellungspunkt ausgewählt wurde und der Wiederherstellungsprozess beginnt, wird dieser Befehl an den Systemwiederherstellungs-Dienst weitergegeben, der seinerseits die Systemwiederherstellungs-Änderungsprotokolle aufruft. Anhand dieser Änderungsprotokolle kann das Feature eine Wiederherstellungszuordnung erstellen, die das Feature anweist, auf welche Weise ein bestimmter, vom Benutzer ausgewählter Systemzustand wiederhergestellt werden soll. Die Wiederherstellungszuordnung wird verarbeitet, das System wird neu gestartet und die Originalregistrierung sowie die dynamischen Datenspeicher werden ersetzt.

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Abbildung 4. Wiederherstellungsprozess

Wiederhergestellte und nicht wiederhergestellte Objekte

Wiederhergestellt

  • Registrierung

  • Profile (nur lokal - das Roaming von Benutzerprofilen wird durch den Wiederherstellungsprozess nicht beeinträchtigt)

  • COM+ DB

  • WFP.dll-Cache

  • WMI DB

  • IIS-Metabasis

  • Dateien mit Erweiterungen, die im <include>-Teil der Liste "Monitored File Extensions" im Abschnitt "System Restore" im Plattform-SDK aufgeführt sind

Nicht wiederhergestellt

  • DRM-Einstellungen

  • SAM-Strukturen (Kennwörter werden nicht wiederhergestellt)

  • WPA-Einstellungen (Windows-Authentifizierungsdaten werden nicht wiederhergestellt)

  • Bestimmte Verzeichnisse/Dateien, die in der Liste "Monitored File Extensions" im Abschnitt "System Restore" im Plattform-SDK aufgeführt sind

  • Dateien mit Erweiterungen, die nicht als <included> in der Liste "Monitored File Extensions" im Abschnitt "System Restore" im Plattform-SDK aufgeführt sind

  • Elemente, die in "Filesnottobackup" und "KeysnottoRestore" ("hklm->system->controlset001->control->backuprestore->filesnottobackup" und "keysnottorestore") aufgeführt sind

  • Im Benutzerprofil gespeicherte und vom Benutzer erstellte Daten

  • Inhalt von umgeleiteten Ordnern

Zusammenwirken mit anderen Wiederherstellungsfeatures in Windows XP

Last Known Good (Letzte als funktionierend bekannte Konfiguration)
Die Features Last Known Good und Systemwiederherstellung unterstützen mit ihrer Funktionalität den Benutzer bei der Wiederherstellung des optimalen Systemzustands, wenn der Computer nicht neu gestartet werden kann. Die letzte als funktionierend bekannte Konfiguration ist in der Lage, das System mit Hilfe einer Untermenge von Registrierungsschlüsseln, die beim letzten erfolgreichen Systemboot verwendet wurden, zu starten. Sie speichert bei jedem erfolgreichen Systemstart die aktuellsten Schlüssel/Werte. Wenn das System einen fehlgeschlagenen Systemstartversuch erkennt, wählt es automatisch die Option Last Known Good im F8-Menü. Benutzer können das System auch über das Feature Last Known Good im F8-Bootmenü starten. Mit Last Known Good können Benutzer normalerweise den Sicherheitsmodus oder Normalmodus des Systems starten. Wenn das System mit Last Known Good im Sicherheitsmodus oder Normalmodus gestartet wurde und Benutzer ungewollte Systemänderungen auf einen früheren Zustand zurücksetzen möchten, können Sie dazu die Systemwiederherstellung verwenden.

Auf die Systemwiederherstellung kann nicht über die Wiederherstellungskonsole zugegriffen werden. Die Systemwiederherstellung verfolgt keine Änderungen, die in einer erweiterten Umgebung vorgenommen wurden. Systemänderungen, die in der Wiederherstellungskonsole ausgeführt wurden, werden also nicht über die Systemwiederherstellung überwacht oder zurückgesetzt.

Bei der Wiederherstellung eines Systems rekonstruiert die Systemwiederherstellung den Last Known Good-Zustand. Auf diese Weise stimmt es immer mit der Registrierung überein, die bei der Wiederherstellung gewünscht wird. Das heißt, die aktuellsten Last Known Good-Schlüssel/Werte werden auch rückgängig gemacht und durch die Werte ersetzt, die galten, als die Systemwiederherstellung einen Snapshot der Zielregistrierung (oder Registrierung, auf die das System zurückgesetzt werden soll) erzeugt hat. Damit wird sichergestellt, dass die wiederhergestellte Registrierung und der Last Known Good-Zustand immer konsistent sind.

Last Known Good sollte immer dann verwendet werden, wenn der Systemzustand nicht neu gestartet werden kann. Sobald das System im Sicherheitsmodus oder Normalmodus gestartet wurde, kann die Systemwiederherstellung eingesetzt werden, um einen optimalen früheren Zustand aufzuzeichnen. Auf die Systemwiederherstellung kann erst zugegriffen werden, wenn das System in einem dieser beiden Modi gestartet werden kann.

Treiberrollback
Für den Fall, dass ein Treiber nicht funktioniert, hält Windows XP das Gerätetreiberrollback-Feature bereit, das einen Gerätetreiber durch die vorher installierte Version ersetzen kann. Wenn ein Benutzer also einen neuen Gerätetreiber installiert, der das System instabil macht, installiert der Benutzer einfach wieder den alten Treiber und arbeitet weiter.

Die Systemwiederherstellung zeichnet dank dieser aktiven Änderungsüberwachungsfunktion alle überwachten Datei- und Registrierungsänderungen während der Installation des neuen Treibers auf. Da Treiberinstallationen nur eine Untermenge aller Zustandsänderungen darstellen, die die Systemwiederherstellung aufzeichnet, sollte beachtet werden, dass bei der Verwendung der Systemwiederherstellung zum Rückgängigmachen ungewollter Systemänderungen aufgrund von Treiberinstallationen auch sonstige seit Erstellung des letzten Wiederherstellungspunktes vorgenommene Systemänderungen zurückgesetzt werden. Beispiel: Ein Benutzer installiert einen unsignierten Treiber - Das System würde hier automatisch einen Wiederherstellungspunkt erstellen. Der Benutzer ändert anschließend die Desktopdarstellung und DFÜ-Netzwerkeinstellungen. Der Benutzer stellt daraufhin eine Verschlechterung des Systemverhaltens fest. Mit der Systemwiederherstellung setzt der Benutzer das System auf einen Zustand vor der Geräteinstallation zurück. Das System repräsentiert jetzt einen Zustand vor der Treiberinstallation, aber auch die Desktopdarstellung und die DFÜ-Netzwerkeinstellungen wurden zurückgesetzt. Wenn die Treiberrollback-Option für den gerade installierten Gerätetreiber nicht verfügbar ist, kann die Systemwiederherstellung die beste Wiederherstellungsoption für den Benutzer darstellen. Wenn allerdings das Treiberrollback den vorherigen Treiber erneut installieren kann und der Benutzer nicht die jüngsten Änderungen nach der Treiberinstallation rückgängig machen möchte, kann das Treiberrollback die beste Wiederherstellungsmöglichkeit sein, um ein Rücksetzen der gewollten jüngsten Änderungen während der Wiederherstellung und Neuinstallation des früheren Treibers durch das Treiberrollback zu vermeiden.

Sofern die Systemwiederherstellung eingesetzt wird und eine unsignierte Treiberinstallation die Ursache unerwünschten Systemverhaltens sein sollte, kann der Benutzer das System auf den Wiederherstellungspunkt zurücksetzen, der automatisch vor der Treiberinstallation erstellt wurde. Falls der Gerätetreiber signiert ist, richtet die Systemwiederherstellung keinen Wiederherstellungspunkt ein. Die Auswirkungen der Gerätetreiberinstallation können mit der Systemwiederherstellung rückgängig gemacht werden, indem der zuletzt vor der Treiberinstallation erstellte Wiederherstellungspunkt rekonstruiert wird. Dadurch werden Systemänderungen aufgrund des Treibers sowie sonstige Änderungen nach Erstellen des Wiederherstellungspunktes zurückgesetzt.

Die Systemwiederherstellung setzt auch den .INF-Cache des Treiberrollbacks zurück, der von dem Treiberrollback zum erneuten Installieren des vorherigen Treibers verwendet wird. Wenn Sie also die Systemwiederherstellung zum Zurücksetzen unerwünschter Änderungen verwenden, verlieren Sie u.U. zeitweilig die Möglichkeit, den vorherigen Treiber mit dem Treiberrollback erneut zu installieren, da die Systemwiederherstellung einen Systemzustand rekonstruiert, der gültig war, bevor die vorherige Treiber-.INF im Cache gespeichert wurde. Wenn Sie also sicher sind, dass die Treiberinstallation Ursache der Probleme ist, und/oder Sie nach der Treiberinstallation vorgenommene Systemänderungen beibehalten möchten, sollten Sie zuerst mit dem Treiberrollback den vorherigen Treiber erneut installieren, ohne die anderen Systemänderungen zurückzusetzen. Sollte der Treiberrollback den vorherigen Treiber nicht wieder installieren können, können Sie die Systemwiederherstellung als Wiederherstellungsmöglichkeit verwenden, um ungewollte Auswirkungen auf das System aufgrund der Gerätetreiberinstallation zurückzusetzen.

Wenn Sie zunächst eine Systemwiederherstellung vorgenommen haben und dann lediglich den vorherigen Treiber wiederherstellen möchten, ohne die anderen Systemänderungen zurückzusetzen, machen Sie die jüngste Wiederherstellung rückgängig und verwenden dann den Treiberrollback, um den alten Treiber erneut zu installieren.

Microsoft Backup Utility
Die Backup Utility unterstützt die Benutzer beim Erstellen und Wiederherstellen einer Kopie ihrer Festplattendaten. Falls Originaldaten auf der Festplatte versehentlich gelöscht oder überschrieben wurden oder aufgrund eines Festplattendefekts nicht mehr aufgerufen werden können, kann der Benutzer auf die Kopie zugreifen, um verloren gegangene oder beschädigte Daten wiederherzustellen. Anders als die Systemwiederherstellung sichert die Backup Utility persönliche Datendateien des Benutzers und gewährleistet somit eine sichere Kopie auf der lokalen Festplatte oder einem anderen Datenträger. Die Systemwiederherstellung überwacht weder Änderungen der persönlichen Datendateien des Benutzers (Dokumente, Grafiken, E-Mail usw.) noch stellt sie diese wieder her. Während in den Wiederherstellungspunkten der Systemwiederherstellung für gespeicherte Systemdaten nur eine begrenzte Zeit zur Wiederherstellung zur Verfügung steht, können mit der Backup Utility erstellte Sicherungskopien jederzeit wiederhergestellt werden.

Bevor ein Wiederherstellungsvorgang über die Windows Backup Utility gestartet wird, ruft dieses Dienstprogramm die Systemwiederherstellung auf, damit es einen Wiederherstellungspunkt erstellt. Wenn ausreichend Speicherkapazität vorhanden ist und die Ergebnisse der Wiederherstellung nicht zufriedenstellend sind, kann die Systemwiederherstellung in den meisten Fällen für das Zurücksetzen der Änderungen aus der Wiederherstellung eingesetzt werden. Wiederhergestellte persönliche Datendateien werden von der Systemwiederherstellung nicht wiederhergestellt bzw. entfernt.

Automatische Systemwiederherstellung
Die Automatische Systemwiederherstellung ist umfassender als herkömmliche Sicherungs- und Wiederherstellungsanwendungen, da dieses Programm ein Framework für das Speichern und Wiederherstellen des Windows XP-Betriebszustands für den Fall eines schwerwiegenden System- oder Hardwarefehlers bereitstellt. Windows XP Automatische Systemwiederherstellung stellt das Zielsystem in einem zweistufigen Prozess wieder her. In einem ersten Schritt, dem Startwiederherstellungsprozess, muss vorübergehend eine neue Kopie von Windows XP auf dem Zielsystem installiert werden. Verwenden Sie dazu den Originaldatenträger. Im zweiten Schritt, dem sogenannten Betriebssystemwiederherstellungsprozess, werden die Dateien einer zuvor gespeicherten Windows XP-Installation mit einer Sicherungs- und Wiederherstellungsanwendung wiederhergestellt (damit werden einige der beim Startwiederherstellungsprozess installierten Dateien gelöscht und überschrieben). Bei einem Systemfehler kann die automatische Systemwiederherstellung zum Neustarten des Systems verwendet werden. Danach können Benutzer anhand einer Sicherungskopie einer zuvor gespeicherten Windows XP-Installation die Wiederherstellung starten.

Die Systemwiederherstellung ist nützlich, um ungewollte Änderungen in Systemdateien rückgängig zu machen. Dazu muss das System aber im Sicherheitsmodus oder im Normalmodus neu gestartet werden können. Nur dann kann die Systemwiederherstellung diese Änderungen zurücksetzen. Bei schwerwiegenden Fehlern können Benutzer das System mit Hilfe der automatischen Systemwiederherstellung und herkömmlichen Sicherungs- und Wiederherstellungsanwendungen sowie des Originaldatenträgers starten und anschließend eine frühere gesicherte Windows XP-Installation rekonstruieren. Sobald ein System wiederhergestellt wurde, sind weder frühere von der Systemwiederherstellung eingerichtete Wiederherstellungspunkte länger verfügbar noch sind diese Punkte mit der wiederhergestellten Installation verknüpft. Ein komplett mit der automatischen Systemwiederherstellung wiederhergestelltes System startet die Systemwiederherstellungs-Funktionen zum Überwachen und Erstellen von Wiederherstellungspunkten erneut, genau wie ein Upgrade oder eine Neuinstallation des Betriebssystems.

Von der Systemwiederherstellung überwachte und wiederhergestellte Dateien

Die Systemwiederherstellung verwendet ein Einschlussmodell, um eine Kerngruppe von System- und Anwendungsdateien zu überwachen, und archiviert den Zustand dieser Dateien, bevor Systemänderungen vorgenommen werden. Wenn Sie die eingeschlossenen und in der Systemwiederherstellung angegebenen Dateien anzeigen möchten, konsultieren Sie die Liste "Monitored File Extensions" im Abschnitt "System Restore" im Plattform-SDK. Modifikationen, die nicht aus Microsoft-Quellen stammen, werden nicht unterstützt.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu konfigurierbaren Parametern und Remoteschnittstellen der Systemwiederherstellung sowie eine vollständige Dokumentation zur RestorePt.API erhalten Sie auf der System Restore-Homepage des Microsoft Windows XP Plattform-SDKs.


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