Sichern von Dateien und Dateigruppen (SQL Server)

 

In diesem Thema wird beschrieben, wie Sie Dateien und Dateigruppen in SQL Server 2016 mithilfe von SQL Server Management Studio, Transact-SQLoder PowerShell sichern. Wenn eine vollständige Datenbanksicherung wegen der Größe der Datenbank und aufgrund von Leistungsanforderungen nicht möglich ist, können Sie stattdessen eine Dateisicherung ausführen. Eine Dateisicherung enthält alle Daten in einer oder mehreren Dateien (oder Dateigruppen). Weitere Informationen finden Sie unter Vollständige Dateisicherungen (SQL Server) und Differenzielle Sicherungen (SQL Server).

Einschränkungen

  • Die BACKUP-Anweisung ist nicht in einer expliziten oder implizierten Transaktion zulässig.

  • Im einfachen Wiederherstellungsmodell müssen alle Dateien mit Lese-/Schreibzugriff zusammen gesichert werden. Dies hilft Ihnen, die Datenbank bis zu einem bestimmten Zeitpunkt wiederherzustellen. Verwenden Sie die Option READ_WRITE_FILEGROUPS, statt die Dateien bzw. Dateigruppen mit Lese-/Schreibzugriff einzeln anzugeben. Mit dieser Option werden alle Dateigruppen mit Lese-/Schreibzugriff in der Datenbank gesichert. Eine Sicherung, die durch Angeben von READ_WRITE_FILEGROUPS erstellt wird, wird als Teilsicherung bezeichnet. Weitere Informationen finden Sie unter Teilsicherungen (SQL Server).

  • Weitere Informationen zu Einschränkungen finden Sie unter Übersicht über Sicherungen (SQL Server).

Empfehlungen

  • Standardmäßig wird bei jedem erfolgreichen Sicherungsvorgang dem SQL Server -Fehlerprotokoll und dem Systemereignisprotokoll ein Eintrag hinzugefügt. Wenn Sie das Protokoll regelmäßig sichern, kann die Anzahl dieser Erfolgsmeldungen schnell ansteigen, d. h., es entstehen sehr große Fehlerprotokolle, die das Suchen nach anderen Meldungen erschweren können. In solchen Fällen können Sie diese Protokolleinträge mithilfe des Ablaufverfolgungsflags 3226 unterdrücken, wenn keines der Skripts von diesen Einträgen abhängig ist. Weitere Informationen finden Sie unter Ablaufverfolgungsflags (Transact-SQL).

Mitglieder der festen Serverrolle sysadmin und der festen Datenbankrollen db_owner und db_backupoperator verfügen standardmäßig über BACKUP DATABASE- und BACKUP LOG-Berechtigungen.

Besitz- und Berechtigungsprobleme im Zusammenhang mit der physischen Datei des Sicherungsmediums können den Sicherungsvorgang beeinträchtigen. SQL Server muss über Lese- und Schreibberechtigungen für das Medium verfügen. Das Konto, unter dem der SQL Server -Dienst ausgeführt wird, muss Schreibberechtigungen haben. Allerdings prüft die gespeicherte Prozedur sp_addumpdevice, die den Systemtabellen einen Eintrag für ein Sicherungsmedium hinzufügt, nicht die Dateizugriffsberechtigungen. Solche Probleme mit der physischen Datei des Sicherungsmediums treten möglicherweise erst auf, wenn auf die physische Ressource zugegriffen wird, um einen Sicherungs- oder Wiederherstellungsvorgang auszuführen.

  1. Stellen Sie eine Verbindung mit der entsprechenden Instanz von SQL Server-Datenbankmodulher, und klicken Sie danach im Objekt-Explorer auf den Servernamen, um die Serverstruktur zu erweitern.

  2. Erweitern Sie Datenbanken, und wählen Sie je nach Datenbank eine Benutzerdatenbank aus, oder erweitern Sie Systemdatenbanken , und wählen Sie eine Systemdatenbank aus.

  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Datenbank, zeigen Sie auf Tasks, und klicken Sie anschließend auf Sichern. Das Dialogfeld Datenbank sichern wird angezeigt.

  4. Überprüfen Sie im Listenfeld Datenbank den Datenbanknamen. Sie können optional eine andere Datenbank aus der Liste auswählen.

  5. Wählen Sie im Listenfeld Sicherungstyp die Option Vollständig oder Differenziellaus.

  6. Klicken Sie bei der Option Sicherungskomponente auf Datei und Dateigruppen.

  7. Wählen Sie im Dialogfeld Dateien und Dateigruppen auswählen die zu sichernden Dateien und Dateigruppen aus. Sie können eine oder mehrere einzelne Dateien auswählen oder das Kontrollkästchen für eine Dateigruppe aktivieren, um automatisch alle Dateien dieser Dateigruppe auszuwählen.

  8. Akzeptieren Sie entweder den im Textfeld Name vorgeschlagenen Standardnamen für den Sicherungssatz, oder geben Sie einen anderen Namen für den Sicherungssatz ein.

  9. Geben Sie optional in das Textfeld Beschreibung eine Beschreibung des Sicherungssatzes ein.

  10. Geben Sie an, wann der Sicherungssatz ablaufen soll:

    • Um den Sicherungssatz nach einer bestimmten Anzahl von Tagen ablaufen zu lassen, klicken Sie auf Nach (die Standardoption). Geben Sie dann die Anzahl von Tagen ein, nach deren Ablauf der Sicherungssatz ablaufen soll. Dieser Wert kann zwischen 0 und 99999 Tagen liegen. Ein Wert von 0 Tagen bedeutet, dass der Sicherungssatz nicht abläuft.

      Der Standardwert wird im Dialogfeld Servereigenschaften (Seite Datenbankeinstellungen) über die Option Standardbeibehaltung für Sicherungsmedien (in Tagen) festgelegt. Um auf diese Option zuzugreifen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Servernamen im Objekt-Explorer, und wählen Sie die Eigenschaften aus. Wählen Sie anschließend die Seite Datenbankeinstellungen aus.

    • Zum Speichern des Sicherungssatzes an einem bestimmten Datum klicken Sie auf Am. Geben Sie das Datum ein, an dem der Sicherungssatz abläuft.

  11. Wählen Sie den Sicherungszieltyp aus, indem Sie auf Datenträger oder Bandklicken. Zum Auswählen der Pfade von bis zu 64 Datenträgern oder Bandlaufwerken, die einen einzelnen Mediensatz enthalten, klicken Sie auf Hinzufügen. Die ausgewählten Pfade werden im Listenfeld Sichern auf angezeigt.

    HINWEIS: Um einen Sicherungsziel zu entfernen, wählen Sie ihn aus, und klicken Sie auf Entfernen. Zum Anzeigen des Inhalts eines Sicherungsziels wählen Sie es aus, und klicken Sie auf Inhalt.

  12. Zum Anzeigen oder Auswählen der erweiterten Optionen klicken Sie auf Optionen im Bereich Seite auswählen .

  13. Wählen Sie eine Option von Medium überschreiben aus, indem Sie auf eine der folgenden Optionen klicken:

    • Auf vorhandenen Mediensatz sichern

      Klicken Sie bei dieser Option entweder auf An vorhandenen Sicherungssatz anfügen oder auf Alle vorhandenen Sicherungssätze überschreiben. Informationen über das Sichern in einem vorhandenen Mediensatz finden Sie unter Mediensätze, Medienfamilien und Sicherungssätze (SQL Server).

      Sie können bei Bedarf das Kontrollkästchen Mediensatznamen und Ablaufzeit des Sicherungssatzes überprüfen aktivieren, damit beim Sicherungsvorgang das Datum und die Uhrzeit überprüft werden, an dem bzw. zu der der Mediensatz und der Sicherungssatz ablaufen.

      Geben Sie optional einen Namen im Textfeld Mediensatzname ein. Wenn kein Name angegeben wurde, wird ein Mediensatz mit leerem Namen erstellt. Wenn Sie einen Mediensatznamen angeben, wird das Medium (Band oder Datenträger) überprüft, um festzustellen, ob der tatsächliche Name mit dem von Ihnen hier eingegebenen Namen übereinstimmt.

      Wenn Sie den Mediennamen leer lassen und das Kontrollkästchen aktivieren, um ihn anhand des Mediums zu überprüfen, ist die Prüfung erfolgreich, wenn der Medienname auf dem Medium ebenfalls leer ist.

    • Auf neuen Mediensatz sichern und alle vorhandenen Sicherungssätze löschen

      Geben Sie bei dieser Option einen Namen in das Textfeld Name für neuen Mediensatz und optional eine Beschreibung des Mediensatzes in das Textfeld Beschreibung für neuen Mediensatz ein. Weitere Informationen zum Erstellen eines neuen Mediensatzes finden Sie unter Mediensätze, Medienfamilien und Sicherungssätze (SQL Server).

  14. Aktivieren Sie im Abschnitt Zuverlässigkeit optional folgende Kontrollkästchen:

  15. Wenn Sie auf ein Bandlaufwerk sichern (gemäß der Konfiguration im Abschnitt Ziel der Seite Allgemein), ist die Option Band nach dem Sichern entladen aktiviert. Durch Klicken auf diese Option wird die Option Band vor dem Entladen zurückspulen aktiviert.

    HINWEIS: Die Optionen im Abschnitt Transaktionsprotokoll sind inaktiv, es sei denn, Sie sichern ein Transaktionsprotokoll (wie im Abschnitt Sicherungstyp der Seite Allgemein angegeben).

  16. SQL Server 2008 Enterprise und höheren Versionen wird die Sicherungskomprimierung. Ob eine Sicherung standardmäßig komprimiert wird, ist vom Wert der Serverkonfigurationsoption Komprimierungsstandard für Sicherung abhängig. Sie können jedoch unabhängig von der aktuellen Standardeinstellung auf Serverebene eine Sicherung komprimieren, indem Sie die Option Sicherung komprimieren aktivieren, oder die Komprimierung verhindern, indem Sie die Option Sicherung nicht komprimieren aktivieren.

    So zeigen Sie die aktuelle Standardeinstellung für die Sicherungskomprimierung (Option "backup compression default") an

  1. Verwenden Sie zum Erstellen einer Datei- oder Dateigruppensicherung eine BACKUP DATABASE <Datei_oder_Dateigruppe>-Anweisung. Für diese Anweisung muss mindestens Folgendes angegeben werden:

    • Der Datenbankname.

    • Eine FILE- oder FILEGROUP-Klausel für jede Datei bzw. Dateigruppe.

    • Das Sicherungsmedium, auf das die vollständige Sicherung geschrieben wird.

    Die grundlegende Transact-SQL -Syntax für eine Dateisicherung lautet:

    BACKUP DATABASE database

    { FILE =logischer_Dateiname | FILEGROUP =logischer_Dateigruppenname } [ ,...f ]

    TO Sicherungsmedium [ ,...n ]

    [ WITH mit_Optionen [ ,...o ] ] ;

    OptionBeschreibung
    DatenbankDie Datenbank, für die ein Transaktionsprotokoll, eine Teildatenbank oder die vollständige Datenbank gesichert wird.
    FILE =logischer_DateinameGibt den logischen Namen einer Datei an, die in die Dateisicherung eingeschlossen werden soll.
    FILEGROUP =logischer_DateigruppennameGibt den logischen Namen einer Dateigruppe an, die in die Dateisicherung eingeschlossen werden soll. Beim einfachen Wiederherstellungsmodell wird die Dateigruppensicherung nur für eine schreibgeschützte Dateigruppe unterstützt.
    [ ,...f ]Stellt einen Platzhalter dar, der anzeigt, dass mehrere Dateien und Dateigruppen angegeben werden können. Für die Anzahl der Dateien oder Dateigruppen gibt es keine Einschränkungen.
    Sicherungsmedium [ ,...n ]Gibt eine Liste an, die zwischen 1 und 64 Sicherungsmedien für den Sicherungsvorgang enthalten kann. Sie können ein physisches Sicherungsmedium angeben oder ein entsprechendes logisches Sicherungsmedium, sofern es bereits definiert wurde. Geben Sie das physische Sicherungsmedium mithilfe der Option DISK oder TAPE an:

    { DISK | TAPE } =physischer_Sicherungsmediumname

    Weitere Informationen finden Sie unter Sicherungsmedien (SQL Server).
    WITH mit_Optionen [ ,...o ]Optional können eine oder mehrere zusätzliche Optionen (z. B. DIFFERENTIAL) angegeben werden.

    Hinweis: Für eine differenzielle Dateisicherung ist eine vollständige Dateisicherung als Basis erforderlich. Weitere Informationen finden Sie unter Erstellen einer differenziellen Datenbanksicherung (SQL Server).
  2. Bei Verwendung des vollständigen Wiederherstellungsmodells müssen Sie auch das Transaktionsprotokoll sichern. Es müssen ausreichend Protokollsicherungen vorhanden sein, die alle Dateisicherungen umfassen, ausgehend von der ersten Dateisicherung, damit ein vollständiger Dateisicherungssatz für die Wiederherstellung der Datenbank verwendet werden kann. Weitere Informationen finden Sie unter Sichern eines Transaktionsprotokolls (SQL Server).

Beispiele (Transact-SQL)

In den folgenden Beispielen werden eine oder mehrere Dateien der sekundären Dateigruppen der Sales-Datenbank gesichert. Für diese Datenbank wird das vollständige Wiederherstellungsmodell verwendet, und es sind die folgenden sekundären Dateigruppen vorhanden:

  • Eine Dateigruppe namens SalesGroup1 mit den Dateien SGrp1Fi1 und SGrp1Fi2.

  • Eine Dateigruppe namens SalesGroup2 mit den Dateien SGrp2Fi1 und SGrp2Fi2.

A. Erstellen einer Dateisicherung für zwei Dateien

Im folgenden Beispiel wird eine differenzielle Dateisicherung für die SGrp1Fi2 -Datei der Dateigruppe SalesGroup1 und die SGrp2Fi2 -Datei der Dateigruppe SalesGroup2 erstellt.

--Backup the files in the SalesGroup1 secondary filegroup.  
BACKUP DATABASE Sales  
   FILE = 'SGrp1Fi2',   
   FILE = 'SGrp2Fi2'   
   TO DISK = 'G:\SQL Server Backups\Sales\SalesGroup1.bck';  
GO  

B. Erstellen einer vollständigen Dateisicherung der sekundären Dateigruppen

Im folgenden Beispiel wird eine vollständige Dateisicherung von jeder Datei der beiden sekundären Dateigruppen erstellt.

--Back up the files in SalesGroup1.  
BACKUP DATABASE Sales  
   FILEGROUP = 'SalesGroup1',  
   FILEGROUP = 'SalesGroup2'  
   TO DISK = 'C:\MySQLServer\Backups\Sales\SalesFiles.bck';  
GO  

C. Erstellen einer differenziellen Dateisicherung der sekundären Dateigruppen

Im folgenden Beispiel wird eine differenzielle Dateisicherung von jeder Datei der beiden sekundären Dateigruppen erstellt.

--Back up the files in SalesGroup1.  
BACKUP DATABASE Sales  
   FILEGROUP = 'SalesGroup1',  
   FILEGROUP = 'SalesGroup2'  
   TO DISK = 'C:\MySQLServer\Backups\Sales\SalesFiles.bck'  
   WITH   
      DIFFERENTIAL;  
GO  

  1. Verwenden Sie das Cmdlet Backup-SqlDatabase und geben Sie Files als Wert für den -BackupAction-Parameter an. Geben Sie zusätzlich einen der folgenden Parameter an:

    • Um eine bestimmte Datei zu sichern, geben Sie den Parameter DatabaseFileZeichenfolge an, wobei Zeichenfolge mindestens einer zu sichernden Datenbankdatei entspricht.

    • Um alle Dateien in einer bestimmten Dateigruppe zu sichern, geben Sie den Parameter -DatabaseFileGroupZeichenfolge an, wobei Zeichenfolge mindestens einer zu sichernden Datenbankdateigruppe entspricht.

    Im folgenden Beispiel wird eine vollständige Dateisicherung von jeder Datei in der sekundären Dateigruppe "FileGroup1" und "FileGroup2" in der MyDB-Datenbank erstellt. Die Sicherungen werden am standardmäßigen Sicherungsspeicherort der Serverinstanz Computer\Instanceerstellt.

    --Enter this command at the PowerShell command prompt, C:\PS>  
    Backup-SqlDatabase -ServerInstance Computer\Instance -Database MyDB -BackupAction Files -DatabaseFileGroup "FileGroup1","FileGroup2"  
    
    

Einrichten und Verwenden des SQL Server PowerShell-Anbieters

Übersicht über Sicherungen (SQL Server)
BACKUP (Transact-SQL)
RESTORE (Transact-SQL)
Sicherungsverlauf und Headerinformationen (SQL Server)
Datenbank sichern (Seite „Allgemein“)
Datenbank sichern (Seite „Sicherungsoptionen“)
Vollständige Dateisicherungen (SQL Server)
Differenzielle Sicherungen (SQL Server)
Dateiwiederherstellungen (vollständiges Wiederherstellungsmodell)
Dateiwiederherstellungen (einfaches Wiederherstellungsmodell)

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