Verwalten von Berichtsmodellen

Verwalten von Berichtsmodellen

In Reporting Services umfasst die Modellverwaltung das Hinzufügen und Löschen von Modellen auf einem Berichtsserver, das Ändern der Modelleigenschaften und das Verwalten der freigegebenen Datenquelle, die einem Modell zugeordnet ist. Weitere Informationen zum Steuern des Zugriffs auf das gesamte Modell bzw. Teile eines Modells finden Sie unter Sichern von Modellen. Weitere Informationen zum Generieren eines Modells anhand einer vordefinierten freigegebenen Datenquelle finden Sie unter Vorgehensweise: Erstellen eines Modells mithilfe des Berichts-Managers.

HinweisHinweis

Berichtsmodelle werden in SQL Server Express with Advanced Services nicht unterstützt. Weitere Informationen zu den Funktionen dieser Edition finden Sie unter Reporting Services in SQL Server Express with Advanced Services.

Um Modelle effektiv verwalten zu können, müssen Sie ihre Verwendungsweise verstehen. In Reporting Services beschreiben Berichtsmodelle Daten für Ad-hoc-Berichte, die Sie im Berichts-Generator erstellen und ändern. Berichtsmodelle werden auf folgende Weise verwendet:

  • Als Datenquelle zum Entwerfen von Berichten im Berichts-Generator oder von modellbasierten Berichten im Berichts-Designer.

  • Als eine Datenquelle beim Durchsuchen von Daten zur Laufzeit. Da Berichte des Berichts-Generators auf Modellen basieren, können Benutzer Daten in einem nicht linearen Navigationspfad durchsuchen, indem sie sich durch automatisch generierte Berichte klicken, wenn sie Berichtsdaten interaktiv durchsuchen.

  • Als eine Datenquelle beim Ausführen von Abfragen, um Daten abzurufen. Clientanwendungen von Drittanbietern können programmgesteuert auf das Modell zugreifen und es als eine Berichtsdatenquelle verwenden.

Das Ad-hoc-Durchsuchen von Daten mithilfe modellbasierter Berichte wird ausschließlich durch automatisch generierte Berichte mit Durchklicken unterstützt, die relevante Daten für Benutzer anzeigen. Sie können jedoch automatisch generierte Berichte durch vordefinierte benutzerdefinierte Berichte ergänzen oder ersetzen, die Daten auf eine bestimmte Art anzeigen.

Automatisch generierte Berichte mit Durchklicken werden vom Berichtsserver bei Bedarf erstellt, während ein Benutzer durch die Daten in einem Bericht navigiert. Der Berichtsserver verwendet Vorlagen, um temporäre Berichte zu erstellen. Es gibt zwei Vorlagen: eine für Einzelinstanzdaten (z. B. um Daten zu einem bestimmten Kunden anzuzeigen) und eine für Multiinstanzdaten (z. B. um eine Liste mit Bestellungen für ein bestimmtes Produkt anzuzeigen). Die Vorlagen können nicht geändert werden. Sie können jedoch einen temporären Bericht mit Durchklicken durch einen vordefinierten Bericht ersetzen, der den gewünschten Stil und das gewünschte Layout aufweist.

Vordefinierte Berichte mit Durchklicken sind benutzerdefinierte, veröffentlichte Berichte, die Sie bestimmten Teilen eines Modells zuordnen können. Navigiert ein Benutzer zu einem Teil des Modells, das einem vordefinierten Bericht zugeordnet ist, wird nicht der vom Berichtsserver erstellte Bericht mit Durchklicken angezeigt, sondern der benutzerdefinierte Bericht. Da vordefinierte Berichte mit Durchklicken von einem Berichtsautor erstellt werden, können diese Berichte alle Berichtsfunktionen verwenden, die vom Berichts-Generator bereitgestellt werden. Wenn Sie Daten in einem bestimmten Layout darstellen möchten, sollten Sie einen benutzerdefinierten Bericht erstellen. Vordefinierte Berichte mit Durchklicken müssen im Berichts-Generator erstellt werden. Nachdem Sie den Bericht erstellt und gespeichert haben, können Sie mit dem Berichts-Manager den Bericht einer Entität in Ihrem Modell zuzuordnen.

Der Zugriff auf vordefinierte Berichte wird durch Rollenzuweisungen für den Bericht gesteuert. Wird dem Benutzer nicht durch eine explizite oder geerbte Rollenzuweisung Zugriff gewährt, wird anstelle des vordefinierten Berichts, den Sie dem Modellelement zugeordnet haben, ein temporärer Bericht angezeigt.

Berichte des Berichts-Generators stellen den Ausgangspunkt für weitere Abfragen dar. Im Gegensatz zu den expliziten Drillthrough- und Drilldown-Navigationspfaden, die von Berichts-Designer-Berichten unterstützt werden, enthalten Berichte des Berichts-Generators klickbare Datenpunkte, denen Benutzer folgen können, um vom Modell bereitgestellte, zusätzliche Daten anzuzeigen. Wenn Sie beispielsweise über ein Modell verfügen, das Verkaufs-, Produkt- und Mitarbeiterdaten beschreibt, kann ein Benutzer, der einen Employee-Bericht aufgerufen hat, Ad-hoc-Berichte zu bestimmten Mitarbeitern, Produkten und Verkäufen anzeigen, indem er durch den Bericht klickt.

Reihe von Berichten in der Drillthroughnavigation

Wenn Beziehungen zwischen mehreren Entitäten bestehen, wird der Durchklick-Navigationspfad durch den Wert in dem Bericht festgelegt, der eine zugrunde liegende Entität repräsentiert. Angenommen, Sie verfügen über ein Modell, das die Entitäten Customer, Customer Orders und Customer Returns enthält. Enthält der Customer-Bericht Felder für die Anzahl der Bestellungen und die Anzahl der Retouren, kann ein Benutzer, der auf die Anzahl der Bestellungen klickt, einen Drillthrough zu einem Bericht mit einer Liste der Bestellungen durchführen, und ein Benutzer, der auf die Anzahl der Retouren klickt, einen Drillthrough zu einem Bericht mit einer Liste der Retouren.

Die Fähigkeit zur Navigation eines Ad-hoc-Datenpfades wird durch die Sicherheit des Modellelements bestimmt. Um beispielsweise den Zugriff auf Kundenbestellungen zu steuern, können Sie die Customer Order-Entität in dem Modell sichern. Nur Benutzer, die über die Berechtigung zum Anzeigen der Customer Order-Entität verfügen, können Informationen zu Kundenbestellungen in einem Bericht anzeigen.

Sie können einen benutzerdefinierten Bericht entwerfen, der anstelle der automatisch vom Berichtsserver generierten Berichte mit Durchklicken verwendet werden soll. Um einen benutzerdefinierten Bericht Benutzern zur Verfügung zu stellen, müssen Sie diesen im Voraus erstellen, auf dem Berichtsserver veröffentlichen und ihn anschließend der primären Entität im Modell zuordnen.

Wenn Sie benutzerdefinierte Berichte mit Durchklicken bereitstellen möchten, sollten Sie sowohl eine Einzelinstanz- als auch eine Mehrfachinstanzversion des Berichts erstellen. Der Datenpfad, über den ein Benutzer zu einer bestimmten Entität navigiert, legt fest, ob ein Einzelinstanzbericht oder ein Multiinstanzbericht erforderlich ist. Sie können nicht immer im Voraus wissen, ob eine bestimmte Version des Berichts benötigt wird. Führen Sie die folgenden Schritte aus, um benutzerdefinierte Berichte für die Durchklicknavigation zu erstellen:

  1. Generieren Sie ein Modell auf dem Berichtsserver.

  2. Erstellen Sie benutzerdefinierte Berichte, wobei Sie das Modell als Datenquelle verwenden.

    Verwenden Sie beim Erstellen von Berichten, die Modelldatenquellen verwenden, den Berichts-Generator. Sie sollten einen Satz von Berichten für jede Entität erstellen: einen für Einzelinstanzdaten und einen für Multiinstanzdaten. Informationen dazu finden Sie im Lernprogramm: Anpassen von Berichts-Generator-Berichten mit Durchklicken.

  3. Speichern Sie die Berichte auf dem Berichtsserver.

  4. Starten Sie Berichts-Manager.

  5. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Modell, und wählen Sie Eigenschaften aus.

  6. Suchen Sie auf der Seite für Berichte mit Durchklicken nach der Entität, für die Sie einen benutzerdefinierten Bericht angeben möchten. Weitere Informationen finden Sie unter Berichte mit Durchklicken (Seite) (Berichts-Manager).

  7. Wählen Sie die Einzelinstanz- und die Multiinstanzberichte aus, die Sie erstellt haben.

Berichtsmodelle können Daten aus Datenbanken von SQL Server ab Version 2000 sowie Analysis Services-Cubedatenbanken von SQL Server ab Version 2005 verwenden. Um eine Verbindung zu einer Datenbank herzustellen, verwendet ein Berichtsmodell eine freigegebene Datenquelle, die die Verbindungszeichenfolge, die Anmeldeinformationen und die Datenverarbeitungserweiterung definiert.

Jedes Berichtsmodell ist einer einzelnen freigegebenen Datenquelle und einer Datenquellensicht zugeordnet. Die freigegebene Datenquelle wird ursprünglich zusammen mit dem Berichtsmodell im Modell-Designer erstellt, kann jedoch als separates Element verwaltet werden, nachdem das Modell und die freigegebene Datenquelle auf einem Berichtsserver veröffentlicht wurden.

Wird eine freigegebene Datenquelle für ein Modell angegeben, gelten beim Abrufen der Anmeldeinformationen bestimmte Einschränkungen. Eine freigegebene Datenquelle, die Daten für ein Berichtsmodell bereitstellt, muss Folgendes verwenden:

  • Gespeicherte Anmeldeinformationen

  • Integrierte Sicherheit von Windows

Angeforderte Anmeldeinformationen oder keine Anmeldeinformationen werden für freigegebene Datenquellen, die Daten für Berichtsmodelle bereitstellen, nicht unterstützt. Weitere Informationen zu Anmeldeinformationen finden Sie unter Angeben der Anmeldeinformationen und Verbindungsinformationen für Berichtsdatenquellen.

Es gibt folgende Möglichkeiten, um Modelldateien (SMDL) auf einem Berichtsserver hinzuzufügen:

  • Veröffentlichen Sie ein Modell aus dem Modell-Designer auf einem Berichtsserver.

  • Laden Sie ein Modell aus dem Dateisystem auf den Berichtsserver hoch.

Die einfachste Möglichkeit, um Modelle auf einem Berichtsserver zu erstellen, besteht darin, sie aus einer freigegebenen Datenquelle zu generieren. Sie können außerdem ein Modell aus dem Modell-Designer veröffentlichen oder eine SMDL-Datei aus dem Dateisystem hochladen.

Nicht alle SMDL-Dateien können hochgeladen werden. Fehlen in der Datei Informationen zur Datenquellensicht, wird bei dem Versuch, die Datei hochzuladen, eine Fehlermeldung angezeigt. Wenn Sie versuchen, eine SMDL-Datei hochzuladen, die nicht auf einem Berichtsserver veröffentlicht wurde, fehlen die Informationen zur Datenquellensicht. Bevor sie vom Modell-Designer aus veröffentlicht werden, werden die SMDL-Datei und die Datenquellensicht separat gespeichert. Während der Veröffentlichung werden die Informationen zur Datenquellensicht mit der SMDL-Datei zusammengeführt. Aus diesem Grund sollten Sie nur eine SMDL-Datei hochladen, die bereits auf einem Berichtsserver veröffentlicht und anschließend vom Berichtsserver im Dateisystem gespeichert wurde.

Weitere Informationen zum Veröffentlichen und Hochladen von Modellen finden Sie unter Veröffentlichen eines Berichtsmodells und Hochladen von Dateien in einen Ordner.

Ein Berichtsmodell stellt die Datenquelle für Berichte bereit, die Sie im Berichts-Generator erstellen. Wenn Sie ein Modell löschen, können Sie die Berichte, die auf diesem Modell im Berichts-Generator basieren, nicht mehr öffnen, ausführen oder ändern.

Ein Berichtsmodell verwendet eine freigegebene Datenquelle, um Verbindungsinformationen zu einer relationalen Datenbank oder einem Cube anzugeben, die/der die in dem Bericht verwendeten Datenwerte enthält. Wenn Sie die freigegebene Datenquelle löschen, unterbrechen Sie das Modell sowie sämtliche Berichte, die darauf basieren.

Wenn Sie versehentlich eine freigegebene Datenquelle gelöscht haben, können Sie mit dem Berichts-Manager eine neue erstellen, die auf die zugrunde liegende Datenbank oder den zugrunde liegenden Cube zeigt, und anschließend auf der Seite Allgemeine Eigenschaften des Modells die neue Datenquelle angeben. Der Name, die Anmeldeinformationen und die Syntax der Verbindungszeichenfolge des neuen freigegebenen Datenquellenelements müssen nicht mit denen des gelöschten übereinstimmen. Solange die Verbindung zur gleichen Datenquelle aufgelöst wird, können Sie die Datenquelle im Modell verwenden.

Modelle, die Sie versehentlich gelöscht haben, können nicht erneut erstellt werden. Wenn Sie ein Modell versehentlich gelöscht haben, müssen Sie es erneut generieren, die Berichte erneut erstellen und speichern und die zu verwendende Modellelementsicherheit erneut angeben. Es ist nicht möglich, das Modell einfach neu zu generieren und es anschließend einem vorhandenen Bericht anzufügen.

Sie können ein Berichtsmodell ohne Auswirkung auf den Bericht, in dem es verwendet wird, umbenennen. Sie können außerdem eine freigegebene Datenquelle, die von einem Modell verwendet wird, umbenennen, ohne dass die Verfügbarkeit eines Berichts beeinträchtigt wird.

Für Modelle, die auf einer relationalen SQL Server-Datenbank basieren, können Sie den Modell-Designer verwenden, um ein Modell zu ändern und erneut zu veröffentlichen. Wenn Sie ein Modell wieder veröffentlichen, während es verwendet wird (z. B. von einem Benutzer, der durch die auf der Grundlage des Modells generierten Berichte mit Durchklicken navigiert), wird der Bericht gesperrt, während die Bereitstellung erfolgt. Um die Verarbeitung des Modells anzuhalten, während Sie das Modell wieder veröffentlichen, können Sie die von dem Modell verwendete freigegebene Datenquelle deaktivieren. Deaktivieren Sie hierzu die Option Diese Datenquelle aktivieren auf der Seite Datenquelleneigenschaften. Wenn Sie ein Modellelement löschen, das in einem veröffentlichten Bericht verwendet wird, wird eine Fehlermeldung wegen des nicht gefundenen Modellelements für diesen Teil des Berichts angezeigt.

Sie können die Sicherheitseinstellungen für Modellelemente mithilfe des Berichts-Managers erstellen oder ändern. Innerhalb des Modellnamespaces sind Modellelemente durch Modellbezeichner eindeutig identifiziert. Wenn Sie ein Modell aktualisieren, vergleicht der Berichtsserver die ID-Nummern der aktualisierten und der zuvor gespeicherten Version des Modells. Stimmen diese überein, erhält das aktualisierte Modellelement die Sicherheitseinstellungen des vorhandenen Elements. Das Sichern von Modellelementen unterliegt mehreren Anforderungen. Weitere Informationen finden Sie unter Modellelementsicherheit (Seite) (Berichts-Manager).

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