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Übersicht über virtuelle Computer in Azure

Letzte Aktualisierung: Dezember 2014

Ein virtueller Azure-Computer gibt Ihnen die Flexibilität der Virtualisierung, ohne Zeit und Geld für den Kauf und das Verwalten der Hardware aufwenden zu müssen, die den virtuellen Computer hostet. Allerdings müssen Sie den virtuellen Computer verwalten – Konfigurieren, Patchen und Verwalten des Betriebssystems und der anderen Software, die auf dem virtuellen Computer ausgeführt wird.

  • Ein virtueller Computer ist eine Softwareversion eines Computers, die Sie Ihren Anforderungen entsprechend konfigurieren und verwalten können.

  • Ein Betriebssystemimage ist ein Satz, der aus mindestens einer Datei besteht, der als Vorlage verwendet wird, um einen neuen virtuellen Computer zu erstellen. Ein Image fungiert als Vorlage, weil es nicht über die personalisierten Einstellungen wie ein konfigurierter virtueller Computer verfügt, z. B. den Computernamen und Benutzerkonteneinstellungen.

  • Ein Betriebssystem-Datenträger eines virtuellen Computers ist eine virtuelle Festplatte (im VHD-Dateiformat), die gestartet und als ausgeführte Version einer Betriebssysteminstanz eingebunden werden kann. Virtuelle Computer können auch eine oder mehrere Datenträger verwenden, die dem virtuellen Computer jederzeit angefügt werden können.

  • Eine Microsoft Azure-Anwendung kann über mehrere virtuelle Computer verfügen. Alle virtuellen Computer, die Sie in Microsoft Azure erstellen, können automatisch über einen privaten Netzwerkkanal mit anderen virtuellen Computern im selben Cloud-Dienst oder virtuellen Netzwerk kommunizieren. Microsoft Azure bietet die Möglichkeit, für den Datenverkehr zwischen den Computern einen Lastenausgleich vorzunehmen.

Um herauszufinden, welche Microsoft-Anwendungen unterstützt werden, wenn virtuelle Microsoft Azure-Computer ausgeführt werden, finden Sie unter Microsoft-Server-Software-Support für virtuelle Maschinen von Microsoft Azure.

Sie können einen virtuellen Computer in Microsoft Azure mithilfe des Azure-Verwaltungsportal, von Azure PowerShell, der programmierbaren API-Schnittstelle (REST) oder den Befehlszeilentools für Mac- und Linux-Desktops erstellen. Unabhängig davon, welches Tool Sie verwenden, müssen Sie ein Betriebssystem wählen, das mit dem virtuellen Computer verwendet werden soll. Es gibt dazu mehrere Möglichkeiten:

  • Verwenden Sie ein Image, das von Azure oder einem zertifizierten Partner bereitgestellt wird: Sie können einen eigenen virtuellen Computer direkt in der Cloud mithilfe eines Images erstellen, das von Azure oder einem zertifizierten Partner bereitgestellt wird. Nachdem Sie den virtuellen Computer erstellt haben, können Sie sich am Computer anmelden, um ihn zu verwalten. Bei einem virtuellen Computer, auf dem das Betriebssystem Windows Server ausgeführt wird, können Sie die Schaltfläche Verbinden im Verwaltungsportal verwenden, um eine Remotedesktopverbindung zu starten. Bei einem virtuellen Computer, auf dem das Betriebssystem Linux ausgeführt wird, verwenden Sie zur Anmeldung einen Secure Shell (SSH)-Client. Ausführliche Informationen zum Erstellen, Bereitstellen und Verwalten von virtuellen Computern von Windows-, Mac-, und Linux-Desktops finden Sie unter Downloads auf der Website auf der Website WindowsAzure.comWindowsAzure.com.

    Informationen zu Oracle-Images finden Sie unter Oracle-Images für virtuelle Computer in Azure.

    Sie können auch einen in Azure ausgeführten virtuellen Computer als Image erfassen. Das Ergebnis ist eine neue Imagedatei unter demselben Speicherkonto wie der Betriebssystem-Datenträger des erfassten virtuellen Computers. Mit diesem Image des erfassten virtuellen Computers können Sie mehrere virtuelle Computer erstellen. Anleitungen hierzu finden Sie unter Erfassen eines virtuellen Windows-Computers zur Verwendung als Vorlage und Erfassen eines virtuellen Linux-Computers zur Verwendung als Vorlage.

  • Ein eigenes Image oder einen eigenen Datenträger verwenden: Sie können Ihre eigene VHD-Datei hochladen, um sie als Image oder Datenträger zu verwenden. Der Unterschied besteht darin, dass sich ein Image wie eine Vorlage für die wiederholte Verwendung eignet, ein Datenträger hingegen nicht. Wenn Sie beispielsweise anwendungsspezifische Einstellungen (z. B. eine SQL Server-Installation) beibehalten möchten, können Sie die VHD-Datei als Datenträger hochladen und dann einen virtuellen Computer anhand dieses Datenträgers erstellen. Anweisungen finden Sie unter Erstellen und Hochladen einer virtuellen Festplatte, auf der das Betriebssystem Windows Server enthalten ist.

Beim Erstellen eines virtuellen Computers müssen Sie u. a. folgende Einstellungen vornehmen:

  • Die Größe des virtuellen Computers. Von der Größe hängen bestimmte Konfigurationseinstellungen wie die Anzahl der CPU-Kerne, die Arbeitsspeichergröße und die Speicherkapazität ab. Ausführliche Informationen finden Sie unter Größen virtueller Computer und Cloud-Dienste für Azure.

  • Das Betriebssystem. Sie können aus vorhandenen Images auswählen, von denen einige SQL Server oder SharePoint enthalten. Wenn Sie Ihre eigene VHD hochgeladen haben, können Sie diese auch als benutzerdefiniertes Image für den virtuellen Computer verwenden.

  • Die Netzwerkkonfiguration. Wenn ein virtueller Computer ein virtuelles Netzwerk verwenden soll, müssen Sie das betreffende virtuelle Netzwerk beim Erstellen des virtuellen Computers angeben. Weitere Informationen finden Sie unter Virtuelle Netzwerke im Überblick.

  • Die Konfiguration des Cloud-Diensts. Jeder virtuelle Computer gehört einem Cloud-Dienst an, entweder allein oder im Verbund mit anderen virtuellen Computern. Wenn Sie virtuelle Computer im selben Cloud-Dienst platzieren, können Sie die Arbeitsauslastung der Anwendungen und Dienste gleichmäßig verteilen, indem Sie Endpunkte mit Lastenausgleich konfigurieren. Weitere Anweisungen finden Sie unter Lastenausgleich zwischen virtuellen Computern

noteHinweis
Eine Zusammenfassung der Einstellungen und Links sowie Einzelheiten zu diesen finden Sie unter Informationen zu Azure-VM-Konfigurationseinstellungen.

Microsoft Azure Virtual Network ist einer von mehreren Netzwerkdiensten, die in Azure verfügbar sind. Das folgende Diagramm zeigt, wie das virtuelle Netzwerk zum Erweitern eines Unternehmensnetzwerks mit virtuellen Microsoft Azure-Computern verwendet werden kann. Dies birgt einen großen Vorteil für die Migration vorhandener Anwendungen zu Microsoft Azure. Sie können leicht Hybridanwendungen unterstützen, die sich über Cloud- und lokale Dienste erstrecken. Sie können eigene virtuelle Netzwerke in Microsoft Azure verwalten und mithilfe des gehosteten VPN-Gateways Verbindungen zwischen lokalen und Cloudumgebungen herstellen. In Microsoft Azure ausgeführte virtuelle Computer können mit lokal ausgeführten Unternehmensdomänen verknüpft werden.

Wie im Diagramm dargestellt, können Sie in einem virtuellen Netzwerk in Microsoft Azure einen durch eine Active Directory-Domäne aktivierten DNS-Server auf einem virtuellen Computer ausführen, während sich eine SQL Server-Datenbank auf einem anderen virtuellen Computer befinden kann. Darüber hinaus kann der Anwendungscode über eine Webrolle ausgeführt werden, die von Microsoft Azure verwaltet wird.

Migration mit IAAS (Infrastructure as a Service)

Weitere Informationen zum Netzwerkbetrieb in Azure finden Sie unter Network Services. Weitere Informationen zu virtuellen Netzwerken finden Sie unter Virtuelle Netzwerke im Überblick.

Alle virtuellen Computer im selben Cloud-Dienst oder demselben virtuellen Netzwerk können automatisch über einen privaten Netzwerkkanal kommunizieren. Zur Kommunikation mit anderen Internetressourcen oder anderen virtuellen Netzwerken verwendet ein virtueller Computer jedoch Endpunkte. Diese Endpunkte verarbeiten den auf dem virtuellen Computer eingehenden Netzwerkdatenverkehr. Weitere Anleitungen finden Sie unter Einrichten von Endpunkten für einen virtuellen Computer.

Die Verwendung virtueller Computer in Microsoft Azure ermöglicht die Entwicklung oder Migration von Anwendungen, die von Ressourcen abhängig sind, die virtuelle Computer erfordern. Sie können die Vorteile von Microsoft Azure direkt nutzen, indem Sie eine vorhandene Anwendung unverändert unter Verwendung virtueller Computer migrieren. Außerdem können Sie verschiedene Anwendungsmodelle wie Web- und Workerrollen von Websites oder Cloud Services mit virtuellen Computern verbinden.

Die folgenden Anwendungsmuster liefern Beispiele dazu, wie Sie von den Vorteilen virtueller Computer in Microsoft Azure profitieren können:

  • Beststehende, nicht unternehmenswichtige Datenbankanwendungen

  • Neue Datenbankanwendungen, die unter SQL Server auf virtuellen Computern bereitgestellt werden sollen, wenn die Microsoft Azure SQL-Datenbank nicht alle erforderlichen Funktionen bietet

  • Eine schnelle und einfache Entwicklungs- und Testumgebung für neue Datenbankanwendungen

  • Eine Sicherungslösung für lokale Datenbankanwendungen

  • Eine Lösung für die einfache und schnelle bedarfsabhängige Skalierung zu Spitzenzeiten

  • Eine Lösung zur Beseitigung lokaler Ineffizienzen auf der Virtualisierungsplattform

  • Eine Lösung, die von Ressourcen abhängig ist, die virtuelle Computer wie Server, Active Directory, MongoDB, MySQL oder SharePoint erfordern.

Wenn Sie beabsichtigen, lokale Anwendungen zur Cloudplattform zu migrieren, sollten Sie jeden Migrationsschritt sorgfältig planen. Ein typisches Migrationsprojekt umfasst die folgenden Phasen: Analyse, Anwendungsmigration, Datenmigration, Test und Optimierung sowie Inbetriebnahme und Management. Weitere Informationen zu den einzelnen Phasen finden Sie unter Übersicht des Migrationslebenszyklus in Azure.

Es wird empfohlen, die SQL Server-Datenbank und -Daten mithilfe einer der im Thema Migrieren zu SQL Server auf einem virtuellen Azure-Computer beschrieben Methoden auf einen virtuellen Computer in Microsoft Azure zu verschieben. Anschließend wird ein Datenträger, auf dem die Daten bereits enthalten sind, hochgeladen und an den virtuellen Computer angefügt. Alternativ können Sie einen leeren Datenträger an den Computer anfügen. Sie können die Datenträger verwenden, um SQL Server-Protokolle und Datendateien zu speichern. Weitere Informationen finden Sie in den folgenden Lernprogrammen:

Die Leistung einer relationalen Datenbank auf einem virtuellen Computer in Microsoft Azure hängt von vielen Faktoren ab, z. B. der Größe des virtuellen Computers, der Anzahl und Konfiguration der Datenträger, dem Netzwerk, der Konfiguration der Datenbanksoftware und der Arbeitsauslastung der Anwendung. Entwicklern wird empfohlen, ihre Anwendung auf virtuellen Computern unterschiedlicher Größe und mit unterschiedlicher Speicherkonfiguration zu testen, um die optimale Lösung zu finden. Weitere Informationen finden Sie unter Optimale Verfahren für die Leistung für SQL Server auf virtuellen Computern in Azure. Einführende Informationen finden Sie unter Erste Schritte mit SQL Server auf Azure-Virtuellen Computern.

Um Notfallwiederherstellung für Daten und Datenträger zu gewährleisten, verwendet Microsoft Azure die vor Kurzem angekündigte geografische Replikation des Microsoft Azure-Speichers. Alle Änderungen, die von der Anwendung oder vom Kunden an Betriebssystem-Datenträgern oder anderen Datenträgern vorgenommen wurden, die sich im Besitz des Kunden befinden, werden im Microsoft Azure-BLOB-Speicher beibehalten. Dies gilt auch im Fall eines Hardwarefehlers. Wie im Blogbeitrag Einführung in die Georeplikation für Azure Storage beschrieben, werden Microsoft Azure-BLOBs und -Tabellen zwischen zwei Datencentern repliziert, die sich räumlich getrennt auf demselben Kontinent befinden, um im Falle eines schwerwiegenden Zwischenfalls ohne zusätzliche Kosten eine zusätzliche Dauerhaftigkeit der Daten sicherzustellen. Wenn Sie einen virtuellen Computer starten, repliziert die Georeplikation von Microsoft Azure Storage Betriebssystem-Datenträger und andere Datenträger standardmäßig in eine zweite geografische Region.

Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass virtuelle Computer derselben Verfügbarkeitsgruppe angehören. Wenn sich mehrere virtuelle Computer in derselben Verfügbarkeitsgruppe befinden, ist sichergestellt, dass die Anwendung bei Netzwerkfehlern, Hardwarefehlern des lokalen Datenträgers und geplanten Ausfallzeiten verfügbar ist. Weitere Informationen finden Sie unter Verwalten der Verfügbarkeit von virtuellen Computern.

Informationen zu Verfahren für hohe Verfügbarkeit und Notfallwiederherstellung bei Verwendung von SQL Server auf einem virtuellen Computer in Microsoft Azure finden Sie unter Hochverfügbarkeit und Notfallwiederherstellung für SQL Server auf virtuellen Azure-Computern.

Siehe auch

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