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Lernprogramm: Verwenden von Azure BizTalk Services für die Integration in einen lokalen SAP-Server

Lernprogramm: Verwenden von Azure BizTalk Services für die Integration in einen lokalen SAP-Server

Letzte Aktualisierung: Mai 2015

Microsoft Azure BizTalk Services stellt einen umfangreichen Satz an Integrationsfunktionen bereit, mit denen Organisationen hybride Lösungen erstellen können, bei denen die von Kunden oder Partnern verwendeten Anwendungen auf Azure gehostet werden, während für die Speicherung der Daten dieser Kunden oder Partner lokale LOB-Anwendungen genutzt werden können. In diesem Artikel wird das Einrichten eines ähnlichen hybriden Szenarios mit BizTalk Services beschrieben. Um zu veranschaulichen, wie Microsoft Azure-Anwendungen über BizTalk Services mit einer lokalen LOB-Anwendung integriert werden können, kommt ein Szenario mit zwei Geschäftspartnern zum Einsatz: Fabrikam und Contoso.

Contoso sendet eine Bestellnachricht (Purchase Order, PO) im X12 EDI-Format (Electronic Data Interchange) an Fabrikam. Für die Nachricht wird das Bestellschema X12 850 verwendet. Fabrikam (verwaltet Partnerdaten auf einem SAP-Server) empfängt Bestellungen von Partnern über das IDOC ORDERS05. Um Contoso die Möglichkeit zu geben, Bestellungen direkt an den lokalen SAP-Server von Fabrikam zu senden, entscheidet Fabrikam sich für die Verwendung der BizTalk Services, um ein hybrides Integrationsszenario einzurichten, bei dem die Integrationsebene auf Azure- gehostet wird und der SAP-Server sich innerhalb der Firewall der Organisation befindet. Zur Umsetzung dieses hybriden Integrationsszenarios wird BizTalk Services bei Fabrikam wie folgt verwendet:

  1. Fabrikam verwendet das Microsoft Azure BizTalk Services-SDK, um ein BizTalk Service-Projekt zu erstellen. Das Projekt umfasst eine unidirektionale XML-Bridge, um Nachrichten an einen Relayendpunkt zu senden, der die Nachrichten an das lokale SAP-System weiterleitet.

  2. Fabrikam verwendet die in BizTalk Adapter Service verfügbare BizTalk Services-Komponente, um den Send-Vorgang des ORDERS05 IDOC als Vorgang für einen Servicebus-Relayendpunkt verfügbar zu machen. Die unidirektionale XML-Bridge sendet Nachrichten an diesen Relayendpunkt. Fabrikam erstellt außerdem mit dem BizTalk Adapter Service das Schema für den Senden-Vorgang und fügt das Schema in das BizTalk Service-Projekt ein.

    noteHinweis
    Der Senden-Vorgang für ein IDOC ist ein Vorgang, der vom BizTalk Adapter Pack für jedes IDOC verfügbar gemacht wird, sodass das IDOC an den SAP-Server gesendet werden kann. Der BizTalk Adapter Service verwendet das BizTalk Adapter Pack, um Verbindungen mit einem SAP-Server herzustellen.

  3. Fabrikam verwendet die in Transformation verfügbare BizTalk Services-Komponente, um eine Zuordnung für die Transformation zu erstellen, mit der die Bestellnachricht im X12-Format in das Schema konvertiert wird, das vom SAP-Server für einen Aufruf des Send-Vorgangs des ORDERS05 IDOC benötigt wird.

  4. Fabrikam verwendet das in Microsoft Azure BizTalk Services-Portal verfügbare BizTalk Services, um eine EDI-Vereinbarung in dem BizTalk Services-Abonnement zu erstellen, mit dem die X12 850-Bestellnachricht verarbeitet wird. Bei der Nachrichtenverarbeitung führt die Vereinbarung außerdem folgende Schritte aus:

    1. Eine X12 850-Bestellnachricht wird über FTP empfangen.

    2. Die X12-Bestellnachricht wird mit der zuvor erstellten Transformation in das vom SAP-Server benötigte Schema transformiert.

    3. Die transformierte Nachricht wird an die unidirektionale XML-Bridge weitergeleitet, die die Nachricht wiederum an einen Relayendpunkt weiterleitet, der zum Senden der Bestellnachrichten an einen SAP-Server erstellt wurde. Fabrikam hat zuvor (wie in Schritt 1 beschrieben) den Send-Vorgang für ORDERS05 IDOC als Relayendpunkt verfügbar gemacht, sodass Partner mithilfe von BizTalk Adapter Service Bestellnachrichten senden können.

Sobald diese Schritte abgeschlossen wurden, kann Contoso eine X12 850-Bestellnachricht am FTP-Speicherort speichern. Diese Nachricht wird von der EDI-Empfangspipeline abgerufen und verarbeitet. Die Nachricht wird in ein ORDERS05 IDOC transformiert und an die zwischengeschaltete XML-Bridge weitergeleitet. Die Bridge leitet dann die Nachricht weiter an den Relayendpunkt von Servicebus, von wo aus sie zum lokalen SAP-Server gesendet wird. In der folgenden Abbildung ist das Szenario noch einmal dargestellt.

SAP-Integrationsszenario

Dieses Lernprogramm basiert auf dem Beispiel SAPIntegration aus der MSDN Code Gallery (SAPIntegration.zip). Sie können dieses Lernprogramm zusammen mit dem Beispiel SAPIntegration verwenden, um zu verstehen, wie das Beispiel erstellt wurde, oder nur das Lernprogramm zu Hilfe nehmen, um eine eigene Anwendung zu entwickeln. Dieses Lernprogramm verfolgt letzteren Ansatz und hat zum Ziel, Ihnen ein Verständnis davon zu vermitteln, wie diese Anwendung erstellt wurde. Um eine einfache Verwendung zusammen mit dem Beispiel zu gewährleisten, werden in diesem Lernprogramm dieselben Namen für Artefakte (z. B. Schemas, Transformationen usw.) verwendet wie im Beispiel.

Das in der MSDN Code Gallery verfügbare Beispiel enthält nur einen Teil der Projektmappe, die auf Ihrem Computer zur Entwurfszeit entwickelt werden kann. Das Beispiel kann nicht die Konfiguration bereitstellen, die Sie im Azure- BizTalk Services-Portal vornehmen müssen. Folgen Sie dazu den Schritten in diesem Lernprogramm, um die EDI-Bridge einzurichten. Microsoft empfiehlt, dass Sie das Lernprogramm durcharbeiten, um die Konzepte und Verfahren besser zu verstehen. Wenn Sie das Beispiel dennoch verwenden möchten, müssen Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Laden Sie das Paket SAPIntegration.zip herunter, extrahieren Sie das Beispiel SAPIntegration, und nehmen Sie entsprechende Änderungen wie das Hinzufügen des Dienstnamespace, Ausstellernamens, Ausstellerschlüssels, der SAP-Serverdetails usw. vor. Nach dem Ändern des Beispiels stellen Sie die Anwendung bereit, um die Endpunkt-URL zu erhalten, unter der die unidirektionale XML-Bridge bereitgestellt ist.

  • Verwenden Sie das BizTalk Services-Portal, um die Empfangseinstellungen wie unter Schritt 5: Erstellen und Bereitstellen der EDI-Empfangspipeline beschrieben zu konfigurieren, und folgen Sie den Anweisungen für das Weiterleiten der Nachrichten von der EDI-EmpfangsBridge an die unidirektionale XML-Bridge, die Sie bereits bereitgestellt haben.

  • Speichern Sie eine Testnachricht am FTP-Speicherort, der in der Vereinbarung konfiguriert wurde, und überprüfen Sie, ob die Anwendung erwartungsgemäß funktioniert.

    • Nach erfolgreicher Verarbeitung der Nachricht wird sie an den SAP-Server weitergeleitet, und Sie können das ORDERS-IDOC in der Benutzeroberfläche von SAP überprüfen.

    • Wenn die EDI-Vereinbarung die Nachricht nicht verarbeiten kann, werden die Fehler/Fehlermeldungen an einen Relayendpunkt von Servicebus weitergeleitet. Um diese Nachrichten abrufen zu können, müssen Sie einen Relayempfängerdienst einrichten, der alle Nachrichten empfängt, die an diesen einen Relayendpunkt gesendet werden. Weitere Informationen dazu, warum Sie diesen Dienst benötigen und wie er verwendet werden kann, finden Sie unter Schritt 6: Testen der Projektmappe.

Siehe auch

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