Konfigurieren der flexiblen Failoverrichtlinie zum Steuern der Bedingungen für ein automatisches Failover (AlwaysOn-Verfügbarkeitsgruppen)

 

Veröffentlicht: September 2016

DIESES THEMA GILT FÜR:jaSQL Server (ab 2016)neinAzure SQL-DatenbankneinAzure SQL Data Warehouse neinParallel Data Warehouse

In diesem Thema wird beschrieben, wie die flexible Failoverrichtlinie für eine AlwaysOn-Verfügbarkeitsgruppe mithilfe von Transact-SQL oder PowerShell in SQL Server 2016 konfiguriert wird. Eine flexible Failoverrichtlinie ermöglicht eine präzise Kontrolle über die Bedingungen, die ein automatisches Failover für eine Verfügbarkeitsgruppe verursachen. Durch eine Änderung der Fehlerbedingungen, die ein automatisches Failover und die Häufigkeit von Integritätsprüfungen auslösen, können Sie die Wahrscheinlichkeit für ein automatisches Failover erhöhen oder verringern, um das SLA für hohe Verfügbarkeit zu unterstützen.

Einschränkungen beim automatischen Failover

  • Damit ein automatisches Failover ausgeführt werden kann, müssen das aktuelle primäre Replikat und ein sekundäres Replikat für den Verfügbarkeitsmodus für synchrone Commits und automatischem Failover konfiguriert und das sekundäre Replikat mit dem primären Replikat synchronisiert sein.

  • Für das automatische Failover werden nur drei Replikate unterstützt.

  • Wenn eine Verfügbarkeitsgruppe den Schwellenwert für WSFC-Fehler überschreitet, versucht der WSFC-Cluster nicht, ein automatisches Failover für die Verfügbarkeitsgruppe auszuführen. Außerdem verbleibt die WSFC-Ressourcengruppe der Verfügbarkeitsgruppe so lange in einem fehlerhaften Zustand, bis der Clusteradministrator die fehlerhafte Gruppe manuell online schaltet oder bis der Datenbankadministrator ein manuelles Failover der Verfügbarkeitsgruppe ausführt. Der WSFC-Fehlerschwellenwert ist als maximale Anzahl von Fehlern definiert, die während eines bestimmten Zeitraums für die Verfügbarkeitsgruppe unterstützt werden. Der Standardzeitraum beträgt sechs Stunden, und der Standardwert für die maximale Anzahl von Fehlern während dieses Zeitraums entspricht n-1, wobei n für die Anzahl der WSFC-Knoten steht. Um den Fehlerschwellenwert für eine angegebene Verfügbarkeitsgruppe zu ändern, verwenden Sie die WSFC Failover Manager Console.

Erforderliche Komponenten

  • Sie müssen mit der Serverinstanz verbunden sein, die das primäre Replikat hostet.

Sicherheit

Berechtigungen

TaskBerechtigungen
Konfigurieren der flexiblen Failoverrichtlinie für eine neue VerfügbarkeitsgruppeErfordert die Mitgliedschaft in der festen Serverrolle sysadmin und die CREATE AVAILABILITY GROUP-Serverberechtigung, ALTER ANY AVAILABILITY GROUP-Berechtigung oder CONTROL SERVER-Berechtigung.
Ändern der Richtlinie einer vorhandenen VerfügbarkeitsgruppeErfordert die ALTER AVAILABILITY GROUP-Berechtigung für die Verfügbarkeitsgruppe, die CONTROL AVAILABILITY GROUP-Berechtigung, die ALTER ANY AVAILABILITY GROUP-Berechtigung oder die CONTROL SERVER-Berechtigung.

So konfigurieren Sie die flexible Failoverrichtlinie

  1. Stellen Sie eine Verbindung mit der Serverinstanz her, die das primäre Replikat hostet.

  2. Für eine neue Verfügbarkeitsgruppe verwenden Sie die -AnweisungTransact-SQL . Verwenden Sie zum Ändern einer vorhandenen Verfügbarkeitsgruppe die ALTER AVAILABILITY GROUPTransact-SQL-Anweisung.

    • Um die Failover-Bedingungsebene festzulegen, verwenden Sie die Option FAILURE_CONDITION_LEVEL = n, wobei n für eine ganze Zahl zwischen 1 und 5 steht.

      Beispielsweise wird mit der folgenden Transact-SQL-Anweisung die Fehlerbedingungsebene der vorhandenen Verfügbarkeitsgruppe AG1 in Ebene 1 geändert:

      
      ALTER AVAILABILITY GROUP AG1 SET (FAILURE_CONDITION_LEVEL = 1);  
      
      

      Diese ganzzahligen Werte stehen in folgender Beziehung zu den Fehlerbedingungsebenen:

      Transact-SQL WertEbeneAutomatisches Failover wird initiiert, wenn...
      11 (eins)der Server ausfällt. Der SQL Server-Dienst wird aufgrund eines Failovers oder Neustarts beendet.
      22 (zwei)der Server nicht reagiert. Der Wert der Bedingungsebene wird unterschritten, der SQL Server-Dienst ist mit dem Cluster verbunden, und der Schwellenwert für das Timeout der Integritätsprüfung wird überschritten, oder das aktuelle primäre Replikat weist einen fehlerhaften Status auf.
      33 (drei)ein kritischer Serverfehler auftritt. Der Wert der Bedingungsebene wird unterschritten, oder es tritt ein interner kritischer Serverfehler auf.

      Dies ist der Standardebene.
      44 (vier)ein mittelschwerer Serverfehler auftritt. Der Wert der Bedingungsebene wird unterschritten, oder es tritt ein mittelschwerer Serverfehler auf.
      55 (fünf)eine qualifizierte Fehlerbedingung auftritt. Der Wert der Bedingungsebene wird unterschritten, oder es tritt eine qualifizierte Fehlerbedingung auf.

      Weitere Informationen zu den Failover-Bedingungsebenen finden Sie unter Flexible Failoverrichtlinie für automatisches Failover einer Verfügbarkeitsgruppe (SQL Server).

    • Um den Schwellenwert für das Timeout der Integritätsprüfung zu konfigurieren, verwenden Sie die Option HEALTH_CHECK_TIMEOUT = n, wobei n für eine ganze Zahl zwischen 15000 Millisekunden (15 Sekunden) und 4294967295 Millisekunden steht. Der Standardwert ist 30.000 Millisekunden (oder 30 Sekunden).

      Mit der folgenden Transact-SQL-Anweisung wird z. B. der Schwellenwert für das Timeout der Integritätsprüfung einer vorhandenen Verfügbarkeitsgruppe mit dem Namen AG1 in 60.000 Millisekunden (eine Minute) geändert.

      
      ALTER AVAILABILITY GROUP AG1 SET (HEALTH_CHECK_TIMEOUT = 60000);  
      
      

So konfigurieren Sie die flexible Failoverrichtlinie

  1. Legen Sie mit cd die Serverinstanz als Standard fest, auf der das primäre Replikat gehostet wird.

  2. Verwenden Sie beim Hinzufügen eines Verfügbarkeitsreplikats zu einer Verfügbarkeitsgruppe das Cmdlet New-SqlAvailabilityGroup. Verwenden Sie beim Ändern eines vorhandenen Verfügbarkeitsreplikats das Cmdlet Set-SqlAvailabilityGroup.

    • Um die Failover-Bedingungsebene festzulegen, verwenden Sie den FailureConditionLevel level-Parameter, wobei level für einen der folgenden Werte steht:

      WertEbeneAutomatisches Failover wird initiiert, wenn...
      OnServerDown1 (eins)der Server ausfällt. Der SQL Server-Dienst wird aufgrund eines Failovers oder Neustarts beendet.
      OnServerUnresponsive2 (zwei)der Server nicht reagiert. Der Wert der Bedingungsebene wird unterschritten, der SQL Server-Dienst ist mit dem Cluster verbunden, und der Schwellenwert für das Timeout der Integritätsprüfung wird überschritten, oder das aktuelle primäre Replikat weist einen fehlerhaften Status auf.
      OnCriticalServerError3 (drei)ein kritischer Serverfehler auftritt. Der Wert der Bedingungsebene wird unterschritten, oder es tritt ein interner kritischer Serverfehler auf.

      Dies ist der Standardebene.
      OnModerateServerError4 (vier)ein mittelschwerer Serverfehler auftritt. Der Wert der Bedingungsebene wird unterschritten, oder es tritt ein mittelschwerer Serverfehler auf.
      OnAnyQualifiedFailureConditions5 (fünf)eine qualifizierte Fehlerbedingung auftritt. Der Wert der Bedingungsebene wird unterschritten, oder es tritt eine qualifizierte Fehlerbedingung auf.

      Weitere Informationen zu den Failover-Bedingungsebenen finden Sie unter Flexible Failoverrichtlinie für automatisches Failover einer Verfügbarkeitsgruppe (SQL Server).

      Beispielsweise wird mit dem folgenden Befehl die Fehlerbedingungsebene der vorhandenen Verfügbarkeitsgruppe AG1 in Ebene 1 geändert.

      Set-SqlAvailabilityGroup `   
      -Path SQLSERVER:\Sql\PrimaryServer\InstanceName\AvailabilityGroups\MyAg `   
      -FailureConditionLevel OnServerDown  
      
      
    • Um den Schwellenwert für das Timeout der Integritätsprüfung festzulegen, verwenden Sie den HealthCheckTimeoutn-Parameter, wobei n für eine ganze Zahl zwischen 15000 Millisekunden (15 Sekunden) und 4294967295 Millisekunden steht. Der Standardwert ist 30000 Millisekunden (oder 30 Sekunden).

      Mit dem folgenden Befehl wird z. B. der Schwellenwert für das Timeout der Integritätsprüfung der vorhandenen Verfügbarkeitsgruppe AG1 in 120.000 Millisekunden (zwei Minuten) geändert.

      Set-SqlAvailabilityGroup `   
      -Path SQLSERVER:\Sql\PrimaryServer\InstanceName\AvailabilityGroups\MyAG `   
      -HealthCheckTimeout 120000  
      
      
System_CAPS_ICON_note.jpg Hinweis


Um die Syntax eines Cmdlets anzuzeigen, verwenden Sie das Cmdlet Get-Help in der SQL Server-PowerShell-Umgebung. Weitere Informationen finden Sie unter Get Help SQL Server PowerShell.

Einrichten und Verwenden des SQL Server PowerShell-Anbieters

Übersicht über AlwaysOn-Verfügbarkeitsgruppen (SQL Server)
Verfügbarkeitsmodi (AlwaysOn-Verfügbarkeitsgruppen)
Failover und Failovermodi (AlwaysOn-Verfügbarkeitsgruppen)
Windows Server-Failoverclustering (WSFC) mit SQL Server
Failoverrichtlinie für Failoverclusterinstanzen
sp_server_diagnostics (Transact-SQL)

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