Lebenszyklus von VM-Rolleninstanzen in Windows Azure verwalten

Letzte Aktualisierung: März 2011

[Die Funktion "VM-Rolle" von Windows Azure wird am 15.05.2013 außer Betrieb genommen. Nach diesem Datum werden Bereitstellungen des Typs "VM-Rolle" gelöscht. Mit "Windows Azure-Virtuelle Computer" können Sie Ihre vorhandenen Anwendungen weiterhin nutzen. Weitere Informationen über die Verwendung von "Virtuelle Computer" für eine Anwendung finden Sie unter Moving from VM Role to Windows Azure Virtual Machines (Wechseln von "VM-Rolle" zu "Windows Azure-Virtuelle Computer").

Der Vorgang der Entwicklung einer VM-Rolle beginnt mit dem Erstellen und Anpassen eines Abbilds von Windows Server 2008 R2 und dem Hochladen in das Windows Azure-Imagerepository. Nach dem Hochladen bleibt ein Serverabbild im Repository, bis es gelöscht wird. Wenn Sie den Cloud-Dienst in Windows Azure bereitstellen, wird das Serverabbild, auf das in der Dienstkonfigurationsdatei verwiesen wird, angewendet, um die angegebene Anzahl von VM-Rolleninstanzen zu erstellen, die jeweils die durch das Abbild definierte benutzerdefinierte Version von Windows Server ausführen.

Die VM-Rolleninstanz ist eine benannte Instanz des Abbilds, die genau auf einem virtuellen Computer zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgeführt wird. Der virtuelle Computer, auf dem die VM-Rolleninstanz ausgeführt wird, kann sich im Verlauf der Zeit ändern. Wenn Sie für eine Instanz ein Reimaging durchführen oder wenn Windows Azure aufgrund eines vorübergehenden Fehlers ein Reimaging durchführt, wird der virtuelle Computer heruntergefahren, und alle Statusinformationen, die nicht persistent gespeichert wurden, gehen verloren. Wenn die VM-Rolleninstanz wieder online geschaltet wird, wird ein neuer virtueller Computer aus dem Abbild erstellt. Wenn der Dienst erfordert, dass der Status wiederhergestellt wird, müssen Sie den Prozess zur Beibehaltung und Wiederherstellung des Status selbst implementieren. Optionen für die Beibehaltung des Status sind das Schreiben in einen Windows Azure-BLOB oder auf ein Windows Azure-Laufwerk.

noteHinweis
Eine VM-Rolle führt immer eine abbildbasierte Bereitstellung des Betriebssystems aus. Der virtuelle Computer, auf dem eine VM-Rolleninstanz ausgeführt wird, ist eine vorübergehende Umgebung; der virtuelle Computer selbst wird nie von einem physischen Hostcomputer zu einem anderen verschoben.

Wenn Sie ein Abbild bereitstellen, ist es schreibgeschützt, und es bleibt schreibgeschützt – Windows Azure schreibt niemals direkt auf das Abbild. Da das Abbild schreibgeschützt ist und die VM-Rolleninstanz bei der Online-Schaltung Windows Setup-Daten und während des Lebenszyklus weitere Systemdaten schreiben muss, erstellt Windows Azure eine zusätzliche, kurzlebige VHD, auf die geschrieben werden kann. Es ist nicht möglich, direkt auf die beschreibbare VHD zuzugreifen oder sie direkt dauerhaft zu speichern, wenn die Instanz offline geschaltet wird. Wenn für die VM-Rolleninstanz ein Reimaging ausgeführt wird, wird eine neue kurzlebige VHD bei der erneuten Online-Schaltung der Instanz auf einem neuen virtuellen Computer erstellt.

Das folgende Diagramm veranschaulicht, wie ein Abbild in Windows Azure bereitgestellt und zum Erstellen von VM-Rolleninstanzen angewendet wird:

VMRoleDeployment

Beim Bereitstellen eines neuen Abbilds oder beim Reimaging einer VM-Rolleninstanz erstellt Windows Azure einen virtuellen Computer für die Instanz und startet das Betriebssystem zum ersten Mal. Während dieses Vorgangs wird Windows Setup in einem automatischen Modus ausgeführt und konfiguriert sich selbst aus Informationen in der Antwortdatei (c:\unattend.xml). Das Betriebssystem wird dann automatisch neu gestartet, um den Setupvorgang abzuschließen. Nach dem Neustart des Betriebssystems werden Autostartdienste gestartet. Nachdem alle Autostartdienste gestartet wurden, bringt Windows Azure die VM-Rolleninstanz in die Lastenausgleichsrotation, und sie beginnt, Datenverkehr zu empfangen.

Eine Instanz kann beliebig oft neu gestartet werden. Windows behält alle Daten bei Neustarts bei. Wenn Sie ein Reimaging für eine VM-Rolleninstanz durchführen, wird diese aus dem Abbild neu erstellt, und jeder nicht explizit dauerhaft gespeicherter Status geht verloren. In das Verzeichnis für lokale Speicherressourcen geschriebene Daten werden beibehalten, wenn ein Reimaging für eine Serverinstanz durchgeführt wird. Allerdings können diese Daten bei einem vorübergehenden Fehler in Windows Azure verloren gehen, der erfordert, dass die VM-Rolleninstanz auf andere Hardware verschoben wird.

Das folgende Diagramm zeigt den Lebenszyklus einer VM-Rolleninstanz vom Anwenden des Abbilds bis zum Reimaging der Instanz. Es zeigt außerdem der Lebenszyklus einer Windows-Sitzung innerhalb des Abbildlebenszyklus vom ersten Start des Betriebssystems bis zum Neustart.

VMRoleLifecycle

Nachdem die Anwendung bereitgestellt wurde, wird ihr eine einzelne virtuelle IP-Adresse (VIP) zugewiesen, die vom Lastenausgleich verwaltet wird. Der Lastenausgleich verarbeitet das Routing des Datenverkehrs zu den ausgeführten Instanzen. Jeder Instanz wird eine dynamische IP-Adresse zugewiesen, auf die andere Komponenten des Cloud-Diensts zugreifen können, jedoch kein Internetdatenverkehr.

Siehe auch

Community-Beiträge

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