Windows Azure-Integrationskomponenten installieren

Letzte Aktualisierung: Juni 2011

[Die Funktion "VM-Rolle" von Windows Azure wird am 15.05.2013 außer Betrieb genommen. Nach diesem Datum werden Bereitstellungen des Typs "VM-Rolle" gelöscht. Mit "Windows Azure-Virtuelle Computer" können Sie Ihre vorhandenen Anwendungen weiterhin nutzen. Weitere Informationen über die Verwendung von "Virtuelle Computer" für eine Anwendung finden Sie unter Moving from VM Role to Windows Azure Virtual Machines (Wechseln von "VM-Rolle" zu "Windows Azure-Virtuelle Computer").

Die Windows Azure-Integrationskomponenten sind in einer Instanz einer VM-Rolle in Windows Azure erforderlich. Die Integrationskomponenten werden bei jedem Start des Betriebssystems gestartet. Bevor die Windows Azure-Integrationskomponenten installiert werden, müssen Sie sicherstellen, dass Sie die Basis-VHD erstellt haben. Weitere Informationen finden Sie unter Basis-VHD für eine VM-Rolle in Windows Azure erstellen.

Die Windows Azure-Integrationskomponenten müssen auf dem Serverabbild installiert sein, bevor die Basis-VHD in Windows Azure hochgeladen werden kann. Die Windows Azure-Integrationskomponenten werden für jede VM-Rolleninstanz ausgeführt, die aus dem Serverabbild erstellt wird und die Integration zwischen der VM-Rolleninstanz und der Windows Azure-Umgebung behandelt.

Die Windows Azure-Integrationskomponenten führen die erforderlichen Aufgaben aus, um das Betriebssystem der VM-Rolleninstanz in Windows Azure zu integrieren. Die Komponenten nutzen den Lastenausgleich, um Informationen zum Zustand der Instanzen zu übermitteln. Die Komponenten initialisieren auch den virtuellen Computer, indem sie Zertifikate installieren und lokale Ressourcenverzeichnisse auf Grundlage der Einstellungen in der Dienstdefinition erstellen.

In den folgenden Abschnitten werden die von den Windows Azure-Integrationskomponenten unterstützten Funktionen beschrieben:

Wenn eine VM-Rolleninstanz zum ersten Mal online geschaltet wird, muss das generalisierte Abbild, das zum Erstellen der Instanz verwendet wird, eine Setupspezialisierungsphase durchlaufen. Diese Spezialisierungsphase wird vom Systemvorbereitungstool (sysprep) ausgeführt, das von den Windows Azure-Integrationskomponenten bereitgestellt wird.

Um die Spezialisierungsphase zu automatisieren, installieren die Windows Azure-Integrationskomponenten eine Antwortdatei im Stammverzeichnis der VM-Rolleninstanz. Der Standardname der Antwortdatei lautet c:\unattend.xml.

Die Antwortdatei stellt einen Satz von standardmäßigen Windows-Konfigurationseinstellungen während der Spezialisierungsphase bereit, die das Betriebssystem einrichtet. Diese Standardeinstellungen umfassen Folgendes:

  • Festlegen des Systemgebietsschemas auf EN-US

  • Festlegen der Systemzeitzone auf UTC. Dieser Einstellungswert darf nicht geändert werden.

  • Ausschalten von Windows Update

  • Festlegen des Administratorkennworts

Das Administratorkonto wird deaktiviert, nachdem Sie das Serverabbild in Windows Azure hochladen. Wenn Sie es jedoch beim Vorbereiten des Serverabbilds generalisieren und dann wieder spezialisieren, ist das Administratorkennwort für die Spezialisierungsphase erforderlich.

Die Windows Azure-Integrationskomponenten installieren die Dienstlaufzeit-APIs im Abbild, sodass die VM-Rolleninstanz dynamische Informationen aus der Windows Azure-Umgebung erfassen kann. Die Dienstlaufzeit-APIs bieten Zugriff auf Dienstkonfigurationsinformationen wie die Werte von Konfigurationseinstellungen, auf VM-Rolleninstanzinformationen wie die Instanz-ID und die Upgradedomäne, zu der die Instanz gehört, und auf Netzwerkadressinformationen für alle Instanzen in der Cloud-Dienstbereitstellung.

noteHinweis
Auf die Dienstlaufzeit-API kann nur über Code zugegriffen werden, der unter einem Administrator- oder LocalSystem-Konto in der VM-Rolleninstanz ausgeführt wird.

Die Windows Azure-Integrationskomponenten erstellen alle benannten lokalen Speicherressourcen, die Sie im Dienstmodell für die VM-Rolle definieren. Sie können auf lokale Speicherressourcen aus der VM-Rolleninstanz zugreifen, indem Sie die Dienstlaufzeit-API (LocalResource) verwenden oder auf die Ressourcen in c:\Ressourcen\<Ressourcenname> zugreifen.

Beim Start der VM-Rolleninstanz ist der Zugriff auf das lokale Ressourcenverzeichnis auf das Administratorkonto beschränkt. Der Code sollte die Sicherheitseinstellungen für das Verzeichnis ändern, wenn ein Vorgang, der in einem Konto mit niedrigeren Berechtigungen ausgeführt wird, darauf zugreifen muss.

Die Komponenten erstellen auch die lokalen Speicherressourcen des Systems, in das Diagnosedaten geschrieben werden, während die VM-Rolleninstanz online ist.

Die Windows Azure-Integrationskomponenten installieren alle Zertifikate, die Sie in der Dienstdefinition zum LocalMachine-Speicherort für die VM-Rolleninstanz angeben. Sie können angeben, dass ein Zertifikat in einem bereits vorhandenen Zertifikatspeichernamen installiert werden soll, oder einen benutzerdefinierten Speichernamen angeben. Details zum Angeben von Speicherort und Name des Zertifikatspeichers in der Dienstdefinitionsdatei finden Sie unter Service Definition Schema.

noteHinweis
Alle Zertifikate werden am LocalMachine-Speicherort installiert; es ist nicht möglich, Zertifikate am CurrentUser-Speicherort oder einem beliebigen anderen Speicherort zu installieren.

Ein auf einer VM-Rolleninstanz installiertes Zertifikat muss zuerst in den Windows Azure-Zertifikatspeicher für den Cloud-Dienst hochgeladen werden. Alle Zertifikate müssen aus dem Windows Azure-Zertifikatspeicher installiert werden. Weitere Informationen zu für VM-Rollen erforderlichen Zertifikaten finden Sie unter Zertifikate mit einer VM-Rolle in Windows Azure verwenden.

noteHinweis
Das Installieren eines Zertifikats auf dem hochgeladenen Serverabbild wird nicht empfohlen. Das Systemvorbereitungstool (sysprep), das ausgeführt werden muss, um das Abbild zu generalisieren, bevor es in Windows Azure bereitgestellt wird, zerstört private Schlüsselinformationen.

Sie können die Windows Azure-Integrationskomponenten mithilfe des folgenden Vorgangs auf dem Serverabbild installieren, das in Windows Azure hochgeladen werden soll.

  • Wählen Sie im Hyper-V-Manager den virtuellen Computer aus, und klicken Sie auf Einstellungen.

  • Klicken Sie im Bereich Hardware unter IDE-Controller 1 auf DVD-Laufwerk.

  • Navigieren Sie auf der Seite "Einstellungen" zum Ordner %Programme%\Windows Azure SDK\<VersionNumber>\iso\, wählen Sie die Datei wavmroleic.iso aus, und klicken Sie dann auf OK.

    Dabei ist VersionNumber die aktuelle Version des Windows Azure SDK.

  • Klicken Sie im Hyper-V-Manager auf Verbinden.

  • Öffnen Sie Windows-Explorer im Fenster für den virtuellen Computer, wählen Sie das DVD-Laufwerk aus, und doppelklicken Sie dann auf WaIntegrationComponents-x64.msi.

  • Geben Sie das Administratorkennwort ein, das beim Start des Betriebssystems verwendet wird, nachdem das Abbild vorbereitet und in Windows Azure bereitgestellt wurde. Beenden Sie die Installation der Komponenten. Zur vollständigen Installation der Komponenten muss der virtuelle Computer neu gestartet werden.

    noteHinweis
    Es wird empfohlen, einen Kennwortrücksetzdatenträger zu erstellen, um den Zugriff auf den virtuellen Computer sicherzustellen, wenn das Kennwort verloren geht oder vergessen wird. Weitere Informationen finden Sie unter Erstellen eines Administratorkennworts.

Nach der Installation der Windows Azure-Integrationskomponenten müssen Sie Anwendungen installieren und für die Anwendung erforderliche Konfigurationsänderungen vornehmen. Weitere Informationen finden Sie unter Windows Server.

Siehe auch

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