Architektur des Service Application Frameworks

SharePoint 2010

Letzte Änderung: Freitag, 10. September 2010

Gilt für: SharePoint Foundation 2010

Inhalt dieses Artikels
Features von Service Application Framework und Featureintegration
Integration in die SharePoint-Verwaltung
Windows Communication Foundation
SharePoint 2010-Verwaltungskonsole und Windows PowerShell
Schritte beim Erstellen einer Service Application Framework-Anwendung

Vom Service Application Framework wird eine Plattform bereitgestellt, mit der Entwickler skalierbare Middle-Tier-Anwendungen erstellen können, die in SharePoint 2010 gehostet werden und Daten oder Verarbeitungsressourcen für andere SharePoint 2010-Webdienste bereitstellen. Mit dem Service Application Framework können Dienste von Computern in einer Serverfarm gemeinsam verwendet werden. Zudem unterstützt es den Lastenausgleich und die Verwaltung von Diensten in SharePoint 2010.

SharePoint Foundation 2010 enthält über 20 Dienstanwendungen, die mit dem Service Application Framework erstellt wurden. Die Suche wird beispielsweise mit dem Service Application Framework implementiert.

Das Service Application Framework-Dienstmodell stellt eine gemeinsam genutzte Verwaltungsbenutzeroberfläche bereit, wodurch eine Konsistenz bei der Dienstverwaltung erzielt wird. Es stellt eine gemeinsam verwendete Infrastruktur bereit, mit deren Hilfe Sie sich auf die Geschäftslogik konzentrieren können. Sie müssen für grundlegende Aufgaben oder häufig anfallende Aufgaben wie das Erstellen einer IIS-Website (Internet Information Services, Internetinformationsdienste), das Installieren eines SSL-Zertifikats (Secure Sockets Layer), das Erstellen eines virtuellen Verzeichnisses, das Verwalten von Anmeldeinformationen für den Anwendungspool, das Verwalten und Zwischenspeichern von verteilten Einstellungen, das Nachverfolgen und den Lastenausgleich für Endpunkte oder das Sichern und Wiederherstellen von Datenbanken keinen Code schreiben. SharePoint Foundation 2010 bietet ein höchst strukturiertes, serverseitiges Objektmodell, das den Zugriff auf Objekte erleichtert, die die verschiedenen Aspekte einer -Website darstellen.

Dienste werden als Dienstanwendungen instanziiert. In einer Farm kann eine beliebige Anzahl von Dienstanwendungen vorhanden sein. Webanwendungen sind Dienstanwendungen zugeordnet. Dienstanwendungen können außerhalb der Farm freigegeben sein und remote verwendet werden.

Es folgen einige Gründe für die Verwendung des Service Application Frameworks:

  • Bereitstellen spezieller Berechnungen und Analysen, die von mehreren SharePoint-Webanwendungen verwendet werden können

  • Gemeinsames Verwenden von Daten in Websites und Websitesammlungen, wobei mehrere Instanzen der Anwendung in einer Farm zum Hosten von Szenarien bereitgestellt werden

  • Ausführen von Vorgängen mit langer Dauer

  • Verwenden der gemeinsamen Verwaltungs- und Bereitstellungsinfrastruktur, die durch das Service Application Framework bereitgestellt wird

Das Service Application Framework stellt Folgendes bereit:

Service Application Framework-Dienste können die folgenden gemeinsamen SharePoint 2010-Features nutzen:

  • Einen Konfigurationsspeicher innerhalb der SharePoint 2010-Konfigurationsdatenbank für Anwendungseinstellungen

  • Eine gemeinsame Infrastruktur für die Bereitstellung von SQL Server-Datenbanken (zur Verwendung Ihrer eigenen Datenbank zum Speichern von Daten)

  • Unterstützung für das Speichern von Daten in benutzerdefinierten Datenbanken, die von SharePoint Foundation 2010 verwaltet werden

  • Einen Speicherort zum Hosten von Middle-Tier-Webdiensten

  • Anspruchsbasierte Identität in SharePoint

  • Einen Mechanismus zum Bereitstellen von Webdiensten und zum Verwalten ihrer Sicherheit

  • Eine Zeitgeberinfrastruktur im Dienstbereich, mit dem Sie geplante Vorgänge für den Dienst oder für die den Dienst verwendenden Webanwendungen ausführen können

Das Service Application Framework bietet Benutzern eine Integration in die SharePoint Foundation 2010-Verwaltung. Dienste verbinden ihre Verwaltungsbenutzeroberfläche mit der Seite der SharePoint-Dienstverwaltung und stellen Administratoren somit eine gemeinsame Verwaltung zur Verfügung. Die Dienste profitieren von gemeinsamen SharePoint 2010-Verwaltungstools wie Upgrade, Sicherung/Wiederherstellung und Kontenverwaltung. Dadurch wird eine gemeinsame Benutzeroberfläche bereitgestellt, mit der Administratoren die SharePoint 2010-Dienste verwalten, starten, anhalten, gruppieren, zuordnen, verbinden und sichern können.

Dienste können auch eigene zusätzliche und spezialisierte Administratorrollen definieren. Zudem kann die Dienstverwaltung auch an Benutzer delegiert werden, die keine Farmadministratoren sind. In diesem Fall unterliegt die Benutzeroberfläche der Zentraladministration den Einschränkungen aus Sicherheitsgründen, sodass nur die Seiten angezeigt werden, auf die der Administrator der Dienstanwendung zugreifen darf.

SharePoint 2010 stellt eine Gruppe von Schnittstellen zum Registrieren der Dienste in der Konfigurationsdatenbank bereit. Registrierte Dienste können über die Website der SharePoint-Zentraladministration, mit Windows PowerShell-Befehlen und der SharePoint 2010-API verwaltet werden.

Die folgenden Verwaltungsvorgänge werden unterstützt:

  • Starten und Anhalten von Dienstinstanzen

  • Aktualisieren von Anmeldeinformationen und Kennwörtern für Dienstinstanzen

  • Erstellen und Löschen von Dienstanwendungen

  • Verwalten von Einstellungen für Dienste, Dienstinstanzen und Dienstanwendungen

  • Verbinden von Webanwendungen mit Dienstanwendungen

  • Herstellen einer Verbindung mit Dienstanwendungen in Remoteserverfarmen

  • Sichern und Wiederherstellen von Dienstanwendungen

Weitere Informationen finden Sie unter Integrieren von Dienstanwendungen auf der Seite "Dienstanwendungen verwalten".

Das WCF-Dienstmodell zielt auf die Kommunikation zwischen Clients und Diensten ab. Das SharePoint 2010-Dienstmodell behandelt die Bereitstellung, Verwaltung und Ermittlung von Diensten in einer Serverfarm. Die beiden Modelle ergänzen sich.

Das SharePoint 2010-Dienstmodell eignet sich ideal für die Bereitstellung, Verwaltung und Ermittlung von WCF-Dienstclients und -endpunkten. Das Service Application Framework erfordert jedoch nicht die Verwendung des WCF. Ein auf diesem Framework basierender Dienst kann mithilfe jedes ausgewählten Protokolls kommunizieren.

Weitere Informationen zum Integrieren von Service Application Framework-Anwendungen in WCF finden Sie unter Integration mit Windows Communication Foundation (WCF).

Ein ausführliches Beispiel zum Erstellen eines benutzerdefinierten WCF-Diensts finden Sie unter Erstellen eines benutzerdefinierten WCF-Diensts in SharePoint Foundation.

SharePoint Foundation 2010 enthält die SharePoint-Verwaltungsshell, die eine umfassende Gruppe von Windows PowerShell-Befehlen zur Verfügung stellt, die für SharePoint 2010 geschrieben wurden.

Zusätzlich zu den mit der SharePoint-Verwaltungsshell bereitgestellten Cmdlets kann ein Dienstentwickler weitere Windows PowerShell-Cmdlets für das Bereitstellen und Verwalten von Dienstanwendungen erstellen.

Wenn Sie lieber das vorhandene Windows PowerShell-Fenster verwenden, stehen die SharePoint-Cmdlets im Windows PowerShell-Fenster zur Verfügung, nachdem Sie das SharePoint 2010-Snap-In geladen haben.

Weitere Informationen finden Sie unter Verwalten von Dienstanwendungen mit der SharePoint 2010-Verwaltungsshell.

Weitere Informationen zu Windows PowerShell finden Sie unter Neuigkeiten: Windows PowerShell für SharePoint.

Für das Erstellen und Bereitstellen einer Service Application Framework-Anwendung sind mehrere Aufgaben erforderlich.

So erstellen Sie eine Dienstanwendung

  1. Erstellen einer Dienstanwendung

  2. Erstellen eines WCF-Dienstanwendungsendpunkts

  3. Schreiben des Installationscodes für die Dienstanwendung

  4. Installieren und Bereitstellen der Dienstanwendung

  5. Erstellen des Dienstanwendungsproxys

  6. Schreiben des Installationscodes für den Dienstanwendungsproxy

  7. Installieren und Bereitstellen des Dienstanwendungsproxys

  8. Erstellen der Dienstanwendungskonsumenten

  9. Installieren, Bereitstellen und Testen der Dienstanwendungskonsumenten

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