Visual Studio.NET: Plattform für den Lebenszyklus von Anwendungen

Veröffentlicht: 18. Jul 2001 | Aktualisiert: 07. Nov 2004

Microsoft stellt hochproduktive Entwicklungstools bereit, die vorwiegend in der Codeerstellungsphase im Lebenszyklus einer Anwendung eingesetzt werden. Mit Microsoft Visual Studio 97 begann sich dieser Fokus auf eine breitere Perspektive des Lebenszyklus von Anwendungen auszuweiten, und zwar auf die Analyse, den Entwurf und die teamorientierte Entwicklung. Mit Visual Studio.NET liefert Microsoft völlig neue Features für den Lebenszyklus von Unternehmen, mit denen diese Organisationen Teams planen, analysieren, entwerfen, erstellen, testen und koordinieren können, die für die Erstellung von XML-Webdiensten und -Anwendungen verantwortlich sind.

Auf dieser Seite

 Entwerfen von Anwendungen und Nutzen optimaler Methoden in einem Team
 Enterprise Frameworks und Vorlagen
 Erfüllen von Geschäftsanforderungen
 Kommunikation und Architektur durch Softwaremodellierung
 Testen von XML-Webdiensten und XML-Anwendungen
 Zusammenfassung

Anmerkung: Einige Features werden u.U. nicht in der auf dem Markt erhältlichen Visual Studio.NET-Version Beta 2 verfügbar sein.

Visual Studio.NET stellt eine offene und erweiterbare Anwendungslebenszyklus-Plattform dar, die es einer breiten Palette von branchenführenden Tools ermöglicht, sich nahtlos in die Visual Studio Entwicklungsumgebung (IDE) zu integrieren, um somit die Produktivität der Entwickler noch mehr zu steigern.

Zu den Glanzlichtern der Lebenszyklusfeatures in Visual Studio.NET zählen u.a. die folgenden:

  • Tools für den Datenbankentwurf nach Industriestandard, die die konzeptuelle, logische und physikalische Modellierung umfassen

  • Vollständige Unterstützung für branchenführende Softwaremodelle

  • Neue XML-basierte Sprache zur Angabe von Architekturrichtlinien und -regeln

  • Tools für den Funktionstest von XML-Webdiensten und -anwendungen

  • Integrierte Belastungs- und Lasttesttools für XML-Webdienste und -anwendungen

  • Visuelle Analysetools zum Ermitteln von Anwendungsengpässen

  • Automatisierte Regressionstestfunktionen

  • Wieder verwendbare Frameworkkomponenten

  • Integrierte Quellcodesteuerung


Einige dieser Features werden unten näher beschrieben. Weitere Informationen zu den Enterprise-Features finden Sie unter Visual Studio.NET: Enterprise-Features für den Lebenszyklus von Anwendungen.

Entwerfen von Anwendungen und Nutzen optimaler Methoden in einem Team

Einer der wichtigsten Aspekte, die von einem Unternehmen kontrolliert werden können, besteht darin, eine Anwendung durchdacht zu entwerfen, bevor mit der Codierung begonnen wird. In der Regel sollten die erfahrensten Mitarbeiter im Unternehmen in dieser Entwurfsphase tonangebend sein. In den meisten Unternehmen stehen jedoch nicht so viele Mitarbeiter mit der erforderlichen Erfahrung zur Verfügung, so dass es relativ schwierig wird, die Ressourcen über das gesamte Entwicklungsprojekt sinnvoll einzuteilen. Viele Unternehmen versuchen, die Entwurfsressourcen "herunterzuschrauben", indem sie Richtlinien oder Leitfäden für die Architektur aufstellen - i.d.R. in Form von umfangreichen Dokumenten. Diese Dokumente werden den Entwicklungsteams dann für die einzelnen Projekte zur Verfügung gestellt. Oftmals sind die Ergebnisse dieser Bestrebungen wenig erfolgreich. Die Entwickler sehen diese umfangreichen Regularien als zu starr und unflexibel an und verwenden sie daher meist erst gar nicht.

Zur Unterstützung der Kunden bei diesem Problem führt Microsoft eine Reihe von Enterprise Frameworks und Vorlagen ein, innovative Dienste und Features, mit denen Unternehmen eine Architekturempfehlung für die Visual Studio.NET-IDE erhalten. Darüber hinaus bietet Visual Studio.NET ein Endpunktset von Modellierungsfunktionen, die es den unterschiedlichsten Ressourcen einer Organisation ermöglichen, unterstützend beim Entwurfsprozess mitzuwirken.

Enterprise Frameworks und Vorlagen

Enterprise Frameworks und Vorlagen bilden die Schlüsselinfrastruktur und den Inhalt für Organisationen, um einen Architekturentwurf erstellen zu können.

  • Die Vorlagen liefern Infrastrukturdienste zum Definieren und Übermitteln von Architektur- und Entwicklungsrichtlinien. Sie können komplett von Kunden und Dritten erweitert und angepasst werden.

  • Die Frameworks bieten wieder verwendbare Komponenten für gängige Entwicklungstasks sowie detaillierte Echtzeit-Referenzanwendungen, die Architekturkonzepte und -entscheidungen anhand einer Vielzahl von Microsoft-Technologien demonstrieren.

Vorlagen werden mit Hilfe eines neuen Projekttyps in Visual Studio.NET erstellt, der eine XML-basierte Sprache (Template Description Language) zum Beschreiben der Entwicklungsrichtlinien verwendet. Mit Vorlagen können Kunden ihren Entwicklern einen Anhaltspunkt für die zu entwickelnde Anwendung geben und ihnen einen Technologiemix zur Auswahl präsentieren, der in der Entwicklungsrichtlinie vorgegeben ist, die vom Senior Development-Team und den Softwarearchitekten festgelegt wurde. Die Entwickler empfinden es dann oftmals als sehr viel einfacher, Anwendungen anhand der vorgegebenen Richtlinien zu erstellen.

Zu den Frameworks gehören gemeinsame, wieder verwendbare Komponenten, die Entwickler verwenden können, um die Implementierung komplexer Funktionalität zu vereinfachen. Frameworks werden von Microsoft entwickelt und in regelmäßigen Abständen im Internet bereitgestellt, weshalb Entwickler nicht auf wichtige Versionen von Visual Studio.NET warten müssen, um die Vorteile der neuen Komponenten nutzen zu können. Die erste dieser Frameworkkomponenten vereinfacht die Anwendungsverwaltbarkeit und -instrumentierung und reduziert damit den Entwicklungsbedarf auf einen einzigen einfachen Aufruf der Schnittstelle zur Anwendungsprogrammierung (API, Application Programming Interface).

Erfüllen von Geschäftsanforderungen

Eine Methode um sicherzustellen, dass eine Anwendung die Geschäftsanforderungen erfüllt, besteht darin, die Mitarbeiter am Entwurf zu beteiligen, die die Geschäftsprozesse am besten verstehen. In der Vergangenheit beschränkte sich die Beteiligung des Experten auf eine Liste von Anforderungen auf höherer Ebene, die dann von den Entwicklern in der Anwendung umgesetzt wurden.

In Visual Studio.NET setzt Microsoft neue Meilensteine bei der Produktivität im Lebenszyklus von Anwendungen, indem der Experte des Geschäftsbereiches direkt in den Entwurfsprozess involviert ist. Mit Hilfe einer Reihe von konzeptuellen Modellierungsfeatures kann der Datenbankentwurf durch einfache Faktanweisungen angestoßen werden, z.B. mit dem Fakt "Mitarbeiter hat ein Telefon". Mit dieser Möglichkeit, den Experten während des Entwurfsprozesses einzubeziehen, wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Anwendung exakt die Geschäftsanforderungen widerspiegelt, erhöht.

Kommunikation und Architektur durch Softwaremodellierung

Während des Lebenszyklus einer Anwendung müssen viele verschiedene Personen mit unterschiedlichen technischen Wissenshintergründen miteinander kommunizieren und interagieren, damit erfolgreich eine neue Anwendung erstellt werden kann. Kommunikationsgeschulte Mitarbeiter wissen, dass eine Information effektiv vermittelt und verstanden wird, wenn sie in mehreren Formen und mehreren Medien präsentiert wird. Dies gilt auch für die Kommunikation zu Informationen der Anwendungsarchitektur. Neben der Bereitstellung von Entwurfsdokumenten und den Features für Enterprise Frameworks und Vorlagen bietet Visual Studio.NET einen weiteren Mechanismus für die Architekturkommunikation: Industriestandard-Softwaremodellierung.

Die Softwaremodellierung ermöglicht es einem Architekten oder Geschäftsprozessanalytiker, die Architektur, den Workflow und die Szenarios einer Anwendung visuell darzustellen. Indem der Dokumentation bzw. anderen Kommunikationsmitteln Diagramme hinzugefügt werden, verstehen die Entwicklungsteams einfacher, wie die verschiedenen Teile einer komplexen Anwendung ineinander greifen, und können somit die Effizienz der Entwicklung steigern.

Testen von XML-Webdiensten und XML-Anwendungen

Viele Studien haben gezeigt, dass ein spät gefundener Fehler in der Anwendungsentwicklung die Kosten für die Behebung dramatisch anhebt. Deshalb und wegen der zunehmenden Komplexität und dem Anforderungsgehalt heutiger Anwendungen haben uns die Kunden um Features gebeten, die ein Testen der Anwendung während des Lebenszyklus möglich machen.

Einige der kostenträchtigsten Fehler entstehen dadurch, dass Anwendungen erstellt werden, die nicht den Anforderungen an Skalierbarkeit, Leistung und Funktionalität genügen. Visual Studio.NET enthält eine Reihe von Features, mit denen Kunden gravierende Fehler zu einem frühest möglichen Zeitpunkt feststellen können. Zu diesen Features gehören einige der leistungsstärksten integrierten Leistungs- und Skalierbarkeitstest-Tools sowie verschiedene Funktionstesteinrichtungen.

Damit das Testen des Webdienstes einfacher wird, generiert Visual Studio.NET automatisch eine Testseite, die mit den Tools zum Leistungs- und Funktionstesten verwendet werden kann. Darüber hinaus identifizieren visuelle Analysetools "Flaschenhälse" von verteilten Anwendungen und ermöglichen so einen Endpunkttest für XML-Webdienste und XML-Anwendungen. Mit solchen Tools können die Kunden wichtige Probleme der Skalierbarkeit, Leistung und Funktion in einer frühen Projektphase identifizieren und somit die Beeinträchtigung des Gesamterfolgs durch diese Probleme in Grenzen halten.

Zusammenfassung

In diesem kurzen Überblick wurden einige der innovativen Features vorgestellt, mit deren Hilfe Unternehmenskunden erfolgreich globale XML-Webdienste und -anwendungen entwerfen, erstellen, testen und bereitstellen können. Die Featurepalette reicht von Diensten bis hin zu Tools, die Organisationen einsetzen können, um Architekturrichtlinien bereitzustellen, die Kommunikation zwischen den Entwicklungsteams zu verbessern und kostenintensive Fehler in einem frühen Stadium der Anwendungsentwicklung zu identifizieren und zu beheben. Aus den Vorteilen ergibt sich ein effizienterer, vorhersehbarer Prozess der Anwendungsentwicklung und Anwendungen, die leichter zu verwalten sind - damit die Unternehmen Zeit und Kosten einsparen.


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