Terminaldienste unter Windows Server 2003

Veröffentlicht: 21. Apr 2004 | Aktualisiert: 15. Nov 2004
Von Jürgen Mauerer

Microsoft hat die Terminaldienste unter Windows Server 2003 im Vergleich zum Windows Server 2000 weiterentwickelt. Fortschritte gibt es vor allem beim Management der Server-Funktionen, der Skalierbarkeit und beim Funktionsumfang der Clients. So lassen sich die Benutzer jetzt auf weniger Server verteilen, da die Terminaldienste SMP-Maschinen besser unterstützen. Die Enterprise Edition des Windows Server 2003 bietet beim Einsatz mehrerer Maschinen über eine Cluster-Funktion zusätzliche Skalierbarkeit und Ausfallsicherheit.

Verbessert hat Microsoft auch die Verwaltungsfunktionen. So ist jetzt die Konfiguration von Anwendungen für den Terminalbetrieb über Gruppenrichtlinien möglich, das heißt Administratoren müssen Einstellungen nicht mehr pro Server vornehmen, sondern können dies übergreifend an zentraler Stelle erledigen. Die Funktion Network Load Balancing kann Arbeitslasten zwischen maximal 32 Servern auf Netzwerkebene verteilen. Für bessere Sicherheit sorgen neue Benutzergruppen, denen der Administrator genau abgestimmte Rechte zuteilen kann.

Gleichzeitig bieten die Terminal Dienste des Windows Servers 2003 nun auch Funktionen, die der Benutzer zuvor nur über Zusatzprodukte (zum Beispiel Citrix) realisieren konnte. Hauptgrund: Die verbesserte Version 5.2 des Remote Desktop Protocols (RDP), das zur Kommunikation zwischen dem Terminalserver und den Clients dient. Es unterstützt jetzt auch höhere Bildschirm-Auflösungen (640x480 bis 1600x1200 Pixel) und eine maximale Farbtiefe von 24 Bit (True Color), bietet während einer Terminalsitzung Zugriff auf lokale Ressourcen des Clients (Drucker oder andere installierte Geräte, Dateisystem, Schnittstellen, Audio etc.). Mit RDP 5.2 lassen sich zudem getrennte Sitzungen automatisch wiederverbinden.

Damit die Terminaldienste ihren Zweck erfüllen, sind grundsätzlich drei Komponenten notwendig: Ein Terminalserver (Windows Server 2003 mit installierten Terminaldiensten), das Kommunikationsprotokoll RDP (erlaubt den entfernten Clients den Zugriff auf den Terminalserver) sowie eine Software auf dem Client, die über das Netzwerk den Zugang zum Terminalserver ermöglicht.

Eine der wichtigsten Aufgaben der Terminaldienste ist die Integration von Anwendungen. Dazu gehören konventionelle Windows-Anwendungen (32-Bit-API) wie etwa Microsoft Office, Acrobat Reader oder CorelDraw, sowie Anwendungen, die auf dem Konzept der ASP.NET Web Forms oder XML Web Services basieren und sich wie Webanwendungen verhalten. Die Ablauflogik wird hier durch einen Webserver kontrolliert. Hinzu kommen .NET Windows Forms basierende Anwendungen (verwalteter Code), die sich im Endeffekt wie 32-Bit-Anwendungen verhalten. Hier läuft die Ausführung des Codes kontrolliert samt Berechtigungskonzept ab, da die .NET-Laufzeitumgebung CLR (Common Language Runtime) zwischengeschaltet ist.

Konzepte der Terminaldienste
Bernhard Tritsch beschreibt in seinem Buch "Microsoft Windows Server 2003 Terminaldienste" Planung, Installation, Konfiguration und Verwaltung der Terminaldienste. In diesem Buchkapitel erhalten Sie eine Einführung in die Terminaldienste von Windows Server 2003 und die Konzepte von serverzentriertem Computing.

Windows Server 2003: Terminaldienste - technische Übersicht
Terminaldienste bieten die Möglichkeit, Windows-basierte Anwendungen beziehungsweise den Windows-Desktop selbst auf nahezu jedem Rechner darzustellen. Der vorliegende Artikel richtet sich an Serveradministratoren, die bereits mit den Terminaldiensten unter Windows 2000 vertraut sind.

Über die Terminaldienste
Diese Überblicksseite bietet Informationen und Links rund um die Windows Server 2003 Terminaldienste. In englischer Sprache.

Terminaldienste: Leitfaden für Entwickler
Terminaldienste stellen auch für Entwickler eine Herausforderung dar. Die Anleitungen auf dieser Seite helfen Entwicklern beim Programmieren von Anwendungen, die auch in einer Terminalserver-Umgebung ihre Leistung bringen. In englischer Sprache.

Terminaldienste nutzen
Die auf dieser Seite gesammelten Artikel beschreiben, wie man für Terminaldienste programmiert und deren Technologie über eine Remote Desktop Webverbindung auf das Internet ausweitet. In englischer Sprache.

Session Directory und Load Balancing (zweite Ebene, verlinkt) Die Funktion "Session Directory" (Sitzungsverzeichnis) erlaubt es, getrennte Sitzungen in einer Terminalserver-Farm automatisch wiederzuverbinden. Dieser Artikel zeigt, wie das Sitzungsverzeichnis in einer Server-Umgebung, die mit Load Balancing arbeitet, funktioniert. In englischer Sprache.

Änderungen bei der Installation
Dieser Artikel beschreibt Änderungen bei der Installation der Terminaldienste unter Windows Server 2003.

Verwenden früherer Versionen des Terminaldienste-Clients
In Windows XP und Betriebssystemen der Windows Server-Familie ist die Komponente "Remotedesktopverbindung" bereits enthalten. Dieser Artikel zeigt, wie Sie frühere Versionen der Clients von Microsoft Windows Terminal Server 4.0 und Microsoft Windows Terminaldienste 5.0 unter Windows XP und Windows Server 2003 installieren und ausführen.


pfeilrechts Grundlagen: Windows Server 2003
pfeilrechts Terminaldienste unter Windows Server 2003
pfeilrechts Lizenzen und Zusatz-Software

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