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Verwenden von Drillthrough für Miningmodelle und Miningstrukturen (Analysis Services - Data Mining)

Unter Drillthrough versteht man die Möglichkeit, sowohl ein Miningmodell als auch eine Miningstruktur abzufragen, um Informationen zu den Details in dem Modell oder in der Struktur zu erhalten. SQL Server 2008 bietet zwei unterschiedliche Methoden, um einen Drillthrough in Falldaten auszuführen. Sie können einen Drillthrough mit den Fällen ausführen, die für die Erstellung der Daten verwendet wurden, oder Sie führen einen Drillthrough mit den Fällen in der Miningstruktur aus.

Ein Drillthrough in den Falldaten ist hilfreich, wenn Sie die Fälle anzeigen möchten, die für das Training des Modells verwendet wurden, im Vergleich mit den Fällen, die für den Test des Modells verwendet wurden, oder wenn Sie die Attribute der Falldaten überprüfen möchten.

Ein Drillthrough in Strukturfällen ist hilfreich, wenn die Struktur Informationen enthält, die möglicherweise nicht im Modell enthalten sind. Normalerweise werden die Daten aus der Struktur im Modell selektiver verwendet, wenn Sie eine Miningstruktur besitzen, die zahlreiche unterschiedliche Arten von Modellen unterstützt. Sie würden beispielsweise keine Kundenkontaktdaten in einem Clustermodell verwenden, selbst wenn die Daten in der Struktur enthalten wären. Nachdem Sie das Modell erstellt haben, können Sie jedoch Kontaktinformationen für Kunden abrufen, die in einem bestimmten Cluster gruppiert sind.

Wenn ein Miningmodell für die Verwendung von Drillthrough konfiguriert wurde, und wenn Sie über die erforderlichen Berechtigungen verfügen, können Sie beim Durchsuchen eines Modells im entsprechenden Viewer auf einen Knoten klicken, und detaillierte Informationen über die Fälle in diesem bestimmten Knoten abrufen.

Wenn die Trainingsfälle bei der Verarbeitung der Miningstruktur zwischengespeichert wurden und Sie über die erforderlichen Berechtigungen verfügen, können Sie Informationen von den Modellfällen und der Miningstruktur zurückgeben, einschließlich Spalten, die nicht im Miningmodell enthalten sind. Weitere Informationen finden Sie unter Vorgehensweise: Ausführen eines Drillthrough für Falldaten in einem Miningmodell.

Informationen über das Aktivieren von Drillthrough für ein vorhandenes Miningmodell finden Sie unter Vorgehensweise: Aktivieren von Drillthrough für ein Miningmodell.

  • Wenn Sie den Data Mining-Assistenten verwenden, befindet sich die Option zur Aktivierung von Drillthrough für die Modellfälle auf der letzten Seite des Assistenten. Drillthrough ist standardmäßig deaktiviert. Weitere Informationen finden Sie unter Abschließen des Assistenten (Data Mining-Assistent).

  • Wenn Sie die Miningstruktur mit DMX erstellen, verwenden Sie die WITH DRILLTHROUGH-Klausel. Weitere Informationen finden Sie unter CREATE MINING STRUCTURE (DMX).

  • Sie können die Drillthroughfähigkeit einem vorhandenen Miningmodell hinzufügen, in diesem Fall muss das Modell jedoch neu verarbeitet werden, bevor Sie einen Drillthrough mit den Daten ausführen.

  • Drillthrough funktioniert, indem Informationen über die Trainingsfälle abgerufen werden, die bei der Verarbeitung der Miningstruktur zwischengespeichert wurden. Wenn Sie alle zwischengespeicherten Daten nach Verarbeitung der Struktur durch Ändern der MiningStructureCacheMode-Eigenschaft in ClearAfterProcessing löschen, funktioniert der Drillthrough nicht. Um Drillthrough für Strukturspalten zu aktivieren, müssen Sie die MiningStructureCacheMode-Eigenschaft in KeepTrainingCases ändern und die Struktur erneut verarbeiten.

  • Wenn die Miningstruktur keinen Drillthrough gestattet, jedoch das Miningmodell, können Sie nur Informationen der Modellfälle anzeigen, nicht jedoch der Miningstruktur.

Sicherheitsprobleme mit Drillthrough

Wenn Sie vom Modell einen Drillthrough für Strukturfälle ausführen möchten, müssen Sie sicherstellen, das sowohl für die Miningstruktur als auch für das Miningmodell die AllowDrillThrough-Eigenschaft auf True festgelegt wurde. Außerdem müssen Sie Mitglied einer Rolle sein, die sowohl für die Struktur als auch für das Modell über Drillthroughberechtigungen verfügt. Informationen zum Erstellen von Rollen finden Sie unter Rollen-Designer (Analysis Services - Mehrdimensionale Daten). Informationen über das Zuweisen von Berechtigungen, die für bestimmte Miningstrukturen und Miningmodelle gelten, finden Sie unter Gewähren von Zugriff auf Miningstrukturen und Miningmodelle.

Drillthroughberechtigungen werden getrennt für die Struktur und das Modell festgelegt. Mit den Modellberechtigungen können Sie einen Drillthrough des Modells durchführen, auch wenn Sie keine Berechtigungen für die Struktur besitzen. Mit Drillthroughberechtigungen für die Struktur können Sie außerdem mit der Funktion StructureColumn (DMX) Strukturspalten in Drillthroughabfragen für das Modell einbeziehen.

HinweisHinweis

Wenn Sie Drillthrough sowohl für die Miningstruktur als auch für das Miningmodell aktivieren, kann jeder Benutzer, der Mitglied einer Rolle mit Drillthroughberechtigungen für das Miningmodell ist, auch Spalten in der Miningstruktur einsehen, selbst wenn diese Spalten nicht Teil des Miningmodells sind. Daher sollten Sie zum Schutz sensibler Daten die Datenquellensicht so einrichten, dass persönliche Informationen verborgen sind, und Drillthroughzugriff auf die Miningstruktur nur zulassen, wenn es wirklich erforderlich ist.

Einschränkungen für Drillthrough

  • Die folgenden Einschränkungen gelten für Drillthroughvorgänge auf einem Modell in Abhängigkeit von dem für die Erstellung des Modells verwendeten Algorithmus:

Algorithmusname

Problem

Microsoft Naive Bayes-Algorithmus

Nicht unterstützt. Diese Algorithmen weisen bestimmten Knoten im Inhalt keine Fälle zu.

Microsoft Neural Network-Algorithmus

Nicht unterstützt. Diese Algorithmen weisen bestimmten Knoten im Inhalt keine Fälle zu.

Microsoft Logistic Regression-Algorithmus

Nicht unterstützt. Diese Algorithmen weisen bestimmten Knoten im Inhalt keine Fälle zu.

Microsoft Linear Regression-Algorithmus

Unterstützt. Da das Modell jedoch als einzigen Knoten All erstellt, gibt Drillthrough alle Trainingsfälle des Modells zurück. Bei einem großen Trainingssatz kann es sehr lange dauern, bis die Ergebnisse geladen werden.

Microsoft Time Series-Algorithmus

Unterstützt. Sie können jedoch keinen Drillthrough mit Struktur- oder Falldaten unter Verwendung des Miningmodell-Viewers im Data Mining-Designer ausführen. Sie müssen stattdessen eine DMX-Abfrage erstellen.

Sie können außerdem keinen Drillthrough auf bestimmten Knoten ausführen oder DMX-Abfragen schreiben, um Fälle von bestimmten Knoten eines Zeitreihenmodells abzurufen. Sie können Falldaten entweder aus dem Modell oder der Struktur abrufen, indem Sie andere Kriterien verwenden, beispielsweise Datums- oder Attributwerte.

Wenn Sie Details der von dem Microsoft Time Series-Algorithmus erstellten ARTxp- und ARIMA-Knoten anzeigen möchten, können Sie den Microsoft Generic Content Tree-Viewer (Data Mining-Designer) verwenden.

Für alle Modelle, die Drillthrough unterstützen, können Sie einen Drillthrough für Fall- und Strukturdaten mithilfe einer DMX-Abfrage in SQL Server Management Studio oder einem anderen Client ausführen, der DMX unterstützt, vorausgesetzt, Drillthrough ist aktiviert. Die allgemeine Syntax zum Abrufen von Modell- und Strukturfällen sieht folgendermaßen aus:

SELECT <model column list>, StructureColumn('<structure column name') FROM <modelname>.CASES

Die folgende DMX-Abfrage gibt beispielsweise die Fälle für eine bestimmte Produktlinie in einem Zeitreihenmodell zurück. Die Abfrage gibt außerdem die Spalte Amount zurück, die zwar nicht im Modell verwendet wurde, jedoch in der Miningstruktur verfügbar ist.

SELECT [DateSeries], [Model Region], Quantity, StructureColumn('Amount') AS [M200 Pacific Amount]
FROM Forecasting.CASES
WHERE [Model Region] = 'M200 Pacific'

Beachten Sie, dass in diesem Beispiel ein Alias verwendet wird, um die Strukturspalte umzubenennen. Wenn Sie der Strukturspalte keinen Alias zuordnen, wird die Spalte mit dem Namen "Expression" zurückgegeben.

Weitere Informationen zum Verwenden von DMX-Abfragen zum Zurückgeben von Falldaten finden Sie unter SELECT FROM <model>.CASES (DMX) und SELECT FROM <structure>.CASES.

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