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Traffic Manager-Übersicht

Letzte Aktualisierung: Mai 2015

Video zur Funktionsweise von Traffic Manager

Mit Microsoft Azure Traffic Manager können Sie die Verteilung des Benutzerdatenverkehrs an Ihre angegebenen Endpunkte steuern, z. B. an Azure Cloud Services, Websites und andere Endpunkte. Die Funktionsweise von Traffic Manager basiert darauf, dass Sie ein intelligentes Richtlinienmodul auf DNS-Abfragen (Domain Name System) von Domänennamen Ihrer Internetressourcen anwenden. Die Azure Cloud Services oder Websites können in verschiedenen Datencentern auf der ganzen Welt ausgeführt werden.

Traffic Manager unterstützt Sie bei:

  • Verbessern der Verfügbarkeit wichtiger Anwendungen – Mit Traffic Manager erhöhen Sie die Verfügbarkeit wichtiger Anwendungen, da Ihre Endpunkte in Azure überwacht werden und automatische Failoverfunktionen beim Ausfall eines Azure Cloud Services, einer Azure-Website oder eines anderen Standorts sofort greifen.

  • Verbessern der Reaktionsschnelligkeit hochleistungsfähiger Anwendungen – Azure ermöglicht die Ausführung von Cloud-Diensten oder Websites in Datencentern auf der ganzen Welt. Traffic Manager sorgt für reaktionsschnellere Anwendungen und Inhaltsübermittlung, indem Endbenutzer vom Client an den Endpunkt mit der geringsten Netzwerklatenz weitergeleitet werden.

  • Ausführen eines Upgrades oder von Dienstwartungsarbeiten ohne Ausfallzeiten – Traffic Manager unterstützt erweiterte hybride Cloud-Szenarien und lokale Bereitstellungen einschließlich der Szenarien "Erweiterung in die Cloud", "Migration in die Cloud" und "Failover in die Cloud". Für eine geplante Wartung deaktivieren Sie den Endpunkt in Traffic Manager und warten dann, bis der Endpunkt das Bedienen der vorhandenen Verbindungen abgeschlossen hat. Wenn es keinen weiteren Datenverkehr zum Endpunkt gibt, aktualisieren Sie den Dienst auf diesem Endpunkt, testen Sie den Endpunkt, und aktivieren Sie ihn dann erneut in Traffic Manager. Auf diese Weise können Sie ohne Ausfallzeiten für Clients Wartungsmaßnahmen oder Upgrades für die Dienste ausführen.

  • Datenverkehrsverteilung für große komplexe Bereitstellungen – Mit geschachtelten Traffic Manager-Profilen, in denen ein Traffic Manager-Profil ein anderes Traffic Manager-Profil als Endpunkt haben kann, können Sie Konfigurationen erstellen, in denen Leistung und Verteilung für größere komplexere Bereitstellungen optimiert sind. Weitere Informationen finden Sie unter Geschachtelte Profile.

Beim Konfigurieren des Traffic Manager-Profils legen Sie Einstellungen fest, die Traffic Manager informieren, welchen Endpunkt zur Verarbeitung einer Anforderung basierend auf einer DNS-Abfrage ausgewählt werden soll. Der eigentliche Endpunktdatenverkehr für den Dienst wird nicht über Traffic Manager weitergeleitet.

Figure 1 zeigt, wie Traffic Manager Benutzer an einen Endpunkt aus einer Sammlung von Endpunkten weiterleitet. Die Zahlen in Abbildung 1 entsprechen den nummerierten Beschreibungen unten:

Funktionsweise von Traffic Manager

Abbildung 1

  1. Benutzerdatenverkehr an den Domänennamen des Unternehmens: Der Client fordert Informationen mithilfe des Domänennamens des Unternehmens an. Das Ziel besteht darin, einen DNS-Namen in eine IP-Adresse aufzulösen. Unternehmensdomänen müssen über die normale Registrierung für Internetdomänennamen reserviert werden, die außerhalb von Traffic Manager verwaltet werden. In Abbildung 1 ist www.contoso.com die Unternehmensdomäne.

  2. Zuordnung des Namens der Unternehmensdomäne zum Traffic Manager-Domänennamen: Der DNS-Ressourceneintrag für die Unternehmensdomäne verweist auf einen Traffic Manager-Domänennamen, der in Azure Traffic Manager verwaltet wird. Zu diesem Zweck wird ein CNAME-Ressourceneintrag verwendet, der den Namen der Unternehmensdomäne dem Traffic Manager-Domänennamen zuordnet. Im Beispiel lautet der Traffic Manager-Domänenname contoso.trafficmanager.net.

  3. Traffic Manager-Domänenname und -Profil: Der Traffic Manager-Domänenname ist Bestandteil des Traffic Manager-Profils. Der DNS-Server des Benutzers sendet eine neue DNS-Abfrage für den Traffic Manager-Domänennamen (in diesem Beispiel contoso.trafficmanager.net), die von den DNS-Namenservern von Traffic Manager empfangen wird.

  4. Verarbeitete Traffic Manager-Profilregeln: Traffic Manager verwendet die ausgewählte Lastenausgleichsmethode sowie den zugehörigen Überwachungsstatus, um zu bestimmen, welcher Azure- oder anderer Endpunkt die Anforderung verarbeiten soll.

  5. An Benutzer gesendeter Endpunktdomänenname: Traffic Manager gibt einen CNAME-Eintrag zurück, der den Traffic Manager-Domänennamen dem Domänennamen des Endpunkts zuordnet. Der DNS-Server des Benutzers löst dann den Domänennamen des Endpunkts in seine IP-Adresse auf und sendet diese an den Benutzer.

  6. Benutzer ruft den Endpunkt auf: Der Benutzer ruft den zurückgegebenen Endpunkt direkt mithilfe seiner IP-Adresse auf.

Da die Domäne des Unternehmens sowie die aufgelöste IP-Adresse auf dem Clientcomputer zwischengespeichert werden, interagiert der Benutzer weiterhin mit dem ausgewählten Endpunkt, bis sein lokaler DNS-Cacheeintrag abläuft. Beachten Sie, dass die DNS-Hosteinträge vom DNS-Client so lange zwischengespeichert werden, bis die Gültigkeitsdauer erreicht ist. Wenn Hosteinträge aus dem DNS-Clientcache abgerufen werden, wird das Traffic Manager-Profil umgangen, und es können Verbindungsverzögerungen auftreten, wenn der Endpunkt nicht mehr verfügbar ist, bevor die Gültigkeitsdauer abläuft. Wenn die Gültigkeitsdauer eines DNS-Hosteintrags im Cache abläuft, und der Clientcomputer muss den Domänennamen des Unternehmens erneut auflösen, sendet er eine neue DNS-Abfrage. Der Clientcomputer empfängt möglicherweise die IP-Adresse eines anderen Endpunkts. Dies hängt davon ab, welche Lastenausgleichsmethode verwendet wird und welche Integrität die Endpunkte zum Zeitpunkt der Anforderung hatten.

Figure 2 zeigt in der richtigen Reihenfolge die Schritte an, die zur Implementierung von Traffic Manager erforderlich sind. Diese Schritte können in einer leicht abweichenden Reihenfolge ausgeführt werden, sofern Sie über gute Kenntnisse der Traffic Manager-Konfiguration verfügen und die bewährten Methoden kennen. Die Zahlen in Abbildung 2 entsprechen den nummerierten Beschreibungen unten:

Konfigurieren von Traffic Manager

Abbildung 2

  1. Stellen Sie Ihre Azure Cloud Services, Web App oder anderen Endpunkte in der Produktionsumgebung bereit. Wenn Sie ein Traffic Manager-Profil erstellen, muss dieses einem Abonnement zugeordnet werden. Anschließend fügen Sie Endpunkte für Cloud-Dienste und Websites der Standardebene in der Produktion hinzu, die Bestandteil des gleichen Abonnements sind. Ist ein Endpunkt im Stagingmodus und gehört er weder zu einer Azure-Produktionsumgebung noch zum selben Abonnement, kann er als externe Endpunkt hinzugefügt werden. Weitere Informationen zu Cloud Services finden Sie unter Cloud Services. Weitere Informationen zu Websites finden Sie unter Websites.

  2. Legen Sie einen Namen für die Traffic Manager-Domäne fest. Weisen Sie der Domäne einen Namen mit einem eindeutigen Präfix zu. Der abschließende Teil des Domänennamens trafficmanager.net kann nicht geändert werden. Weitere Informationen finden Sie unter Empfohlene Methoden.

  3. Wählen Sie die Überwachungskonfiguration, die Sie verwenden möchten. Traffic Manager überwacht Endpunkte, um sicherzustellen, dass diese unabhängig von der Lastenausgleichsmethode online sind. Nachdem Sie die Überwachungseinstellungen konfiguriert haben, sendet Traffic Manager keinen Datenverkehr an Endpunkte, die laut Überwachungssystem offline sind. Dies gilt nicht, wenn erkannt wird, dass alle Endpunkte offline sind, oder wenn der Status eines der im Profil enthaltenen Endpunkte nicht erkannt wird. Weitere Informationen zur Überwachung finden Sie unter Informationen zur Traffic Manager-Überwachung.

  4. Entscheiden Sie, welche Lastenausgleichsmethode Sie verwenden möchten. Drei verschiedene Lastenausgleichsmethoden sind verfügbar. Nehmen Sie sich genügend Zeit, um zu verstehen, welche Methode Ihren Anforderungen am besten gerecht wird. Die Methode kann später jederzeit geändert werden. Beachten Sie auch, dass sich die Konfigurationsschritte der einzelnen Methoden geringfügig unterscheiden. Weitere Informationen zu Lastenausgleichsmethoden finden Sie unter Traffic Manager-Lastenausgleichsmethoden.

  5. Erstellen Sie Ihr Profil, und konfigurieren Sie die Einstellungen. Sie können zum Erstellen Ihres Traffic Manager-Profils sowie zum Konfigurieren der Einstellungen REST-APIs, Windows PowerShell oder das Verwaltungsportal verwenden. Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurieren von Traffic Manager-Einstellungen. In den folgenden Schritten wird davon ausgegangen, dass Sie die Schnellerfassung im Verwaltungsportal verwenden.

    • Erstellen des Traffic Manager-Profils − Weitere Informationen darüber, wie Sie ein Profil mithilfe der Schnellerfassung im Verwaltungsportal erstellen, finden Sie unter Erstellen eines Traffic Manager-Profils mithilfe von "Schnellerfassung".

    • Konfigurieren der Einstellungen für die Lastenausgleichsmethode – Bei der Schnellerfassung müssen Sie die Lastenausgleichsmethode für das Profil auswählen. Diese Einstellung kann jederzeit geändert werden, nachdem Sie die Schritte für die Schnellerfassung ausgeführt haben. Die Konfigurationsschritte können Sie dem Thema entnehmen, in dem die entsprechende Lastenausgleichsmethode beschrieben wird: Konfigurieren der Lastenausgleichsmethode "Leistung", Konfigurieren der Lastenausgleichsmethode "Failover", Konfigurieren der Lastenausgleichsmethode "Roundrobin".

      noteHinweis
      Die Lastenausgleichsmethode "Roundrobin" unterstützt nun auch die gewichtete Verteilung von Netzwerkdatenverkehr. Zurzeit müssen Sie zum Konfigurieren von Gewichtung jedoch die REST-APIs oder Windows PowerShell verwenden. Weitere Informationen und eine Beispielkonfiguration finden Sie unter Azure Traffic Manager: Externe Endpunkte und gewichtetes Roundbobin per PowerShell im Azure-Blog.

    • Konfigurieren von Endpunkten – Endpunkte werden nicht während der Schnellerfassung konfiguriert. Nachdem Sie das Profil erstellt und die Lastenausgleichsmethode angegeben haben, müssen Sie Traffic Manager über die Endpunkte informieren.

    • Konfigurieren von Überwachungseinstellungen – Überwachungseinstellungen werden nicht während der Schnellerfassung konfiguriert. Nachdem Sie das Profil erstellt und die Lastenausgleichsmethode angegeben haben, müssen Sie dem Traffic Manager mitteilen, was überwacht werden soll. Schritte zur Konfiguration der Überwachung finden Sie unter Konfigurieren der Traffic Manager-Überwachung.

  6. Testen Sie das Traffic Manager-Profil. Testen Sie das Profil und die Domäne, um sicherzustellen, dass diese erwartungsgemäß funktionieren. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Testen der Traffic Manager-Einstellungen.

  7. Verweisen Sie im DNS-Ressourceneintrag des Domänennamens Ihres Unternehmens auf das Profil, damit dieses im Produktionsbetrieb verwendet wird.Weitere Informationen finden Sie unter Verweisen auf eine Traffic Manager-Domäne mit der Internetdomäne eines Unternehmens.

    Mithilfe des Beispiels in Abbildung 1 können Sie z. B. den DNS-Ressourceneintrag auf den Servern ändern, damit der Domänenname des Unternehmens auf den Traffic Manager-Domänennamen verweist:

    www.contoso.com IN CNAME contoso.trafficmanager.net

Sie können Traffic Manager-Einstellungen im Verwaltungsportal, mithilfe der REST-APIs und mit Windows PowerShell-Cmdlets konfigurieren.

Obwohl nicht jedes REST-API-Element im Verwaltungsportal sichtbar ist, können viele Einstellungen mit beiden Methoden konfiguriert werden. Weitere Informationen zur Verwendung der REST-APIs finden Sie unter Vorgänge für Traffic Manager (REST-API-Referenz).

Weitere Informationen zu den Windows PowerShell-Cmdlets für Traffic Manager finden Sie unter Azure Traffic Manager-Cmdlets.

noteHinweis
  • Zurzeit ist keine Unterstützung für das Konfigurieren von externen Endpunkten (Typ = "Any"), von Gewichtungen für die Lastenausgleichsmethode "Roundrobin" sowie von geschachtelten Profilen mit dem Verwaltungsportal verfügbar. Sie müssen REST (siehe Definition erstellen) oder Windows PowerShell (siehe Add-AzureTrafficManagerEndpoint) verwenden.

Im Verwaltungsportal können Sie das Traffic Manager-Profil mithilfe von Schnellerfassung erstellen. Über die Schnellerfassung erstellen Sie ein Basisprofil. Nachdem Sie Ihr Profil erstellt haben, können Sie zusätzliche Einstellungen konfigurieren oder die zuvor konfigurierten Einstellungen bearbeiten. Weitere Informationen zum Erstellen des Traffic Manager-Profils mithilfe der Schnellerfassung finden Sie unter Erstellen eines Traffic Manager-Profils mithilfe von "Schnellerfassung".

Im Verwaltungsportal können Sie folgende Einstellungen konfigurieren:

  • DNS-Präfix – Ein eindeutiges, von Ihnen erstelltes Präfix. Profile werden nach Präfix im Verwaltungsportal angezeigt.

  • DNS-Gültigkeitsdauer (TTL) – Der Wert für die DNS-Gültigkeitsdauer bestimmt, wie häufig der lokale Cachenamenserver des Clients aktualisierte DNS-Einträge aus dem DNS-System von Azure Traffic Manager abfragt.

  • Abonnement – Wählen Sie das Abonnement aus, das Ihrem Profil zugeordnet ist. Beachten Sie, dass diese Option nur angezeigt wird, wenn Sie über mehrere Abonnements verfügen.

  • Lastenausgleichsmethode – Die Methode, die Traffic Manager für den Lastenausgleich verwendet.

  • Failoverreihenfolge – Wenn Sie die Lastenausgleichsmethode Failover verwenden, ist dies die Reihenfolge der Endpunkte.

  • Überwachung – Die Einstellungen dienen zur Überwachung des Protokolls (HTTP oder HTTPS), des Ports und des relativen Pfads sowie des Dateinamens.

Sie können das Traffic Manager-Profil mithilfe von REST-APIs erstellen und konfigurieren. Weitere Informationen finden Sie unter Vorgänge für Traffic Manager (REST-API-Referenz).

  • Profil – Ein Profil enthält ein Domänennamenpräfix, das Sie erstellen. Jedes Profil entspricht Ihrem Abonnement. Sie können mehrere Profile pro Abonnement erstellen. Der Profilname ist im Verwaltungsportal sichtbar. Der Name im Profil, den Sie erstellen, wird als Ihre Traffic Manager-Domäne bezeichnet.

  • Definition – Eine Definition umfasst Richtlinien- und Monitoreinstellungen. Eine Definition entspricht einem Profil. Es kann nur eine Definition pro Profil vorhanden sein. Die Definition selbst ist nicht im Verwaltungsportal sichtbar, obwohl viele der in der Definition enthaltenen Einstellungen sichtbar sind und im Verwaltungsportal konfiguriert werden können.

  • DNS-Optionen – Innerhalb jeder Definition stehen DNS-Optionen zur Verfügung. Mit diesen wird die DNS-Gültigkeitsdauer konfiguriert.

  • Monitore – Jede Definition verfügt über Monitoreinstellungen. Über diese Einstellungen werden das Protokoll, der Port, der relative Pfad und der Dateiname konfiguriert. Die Monitoreinstellungen sind sichtbar und können im Verwaltungsportal konfiguriert werden. Weitere Informationen finden Sie unter Informationen zur Traffic Manager-Überwachung.

  • Richtlinie – Jede Definition verfügt über Richtlinieneinstellungen. In der Richtlinie werden Lastenausgleichsmethoden und Endpunkte angegeben. Die Richtlinie selbst ist nicht im Verwaltungsportal sichtbar, obwohl einige der Einstellungen für die Richtlinie sichtbar sind und im Verwaltungsportal konfiguriert werden können. Weitere Informationen finden Sie unter Traffic Manager-Lastenausgleichsmethoden.

Sie können das Traffic Manager-Profil mithilfe von Windows PowerShell erstellen und konfigurieren. Weitere Informationen finden Sie unter Azure Traffic Manager-Cmdlets.

  • Eindeutige und leicht verständliche Präfixe – Der DNS-Name Ihres Traffic Manager-Profils muss eindeutig sein. Sie können nur den ersten Teil des DNS-Namens ändern. Der Traffic Manager-Domänenname wird lediglich zur Identifizierung und Weiterleitung von Clientanforderungen verwendet. Auf Clientcomputern sind die Namen für Endbenutzer nicht sichtbar. Allerdings werden Profile anhand dieses Domänennamens identifiziert. Daher ist es wichtig, dass Sie diesen Domänennamen problemlos von anderen im Verwaltungsportal aufgelisteten Domänennamen unterscheiden können.

  • Punkte unterstützen die Eindeutigkeit oder erleichtern die Lesbarkeit von Domänennamen – Sie können auch Teile Ihres Domänennamenpräfix durch Punkte trennen. Wenn Sie planen, mehrere Richtlinien in Traffic Manager zu erstellen, erleichtert eine einheitliche Hierarchie die Unterscheidung der einzelnen Dienste voneinander. Beispielsweise verfügt Contoso über globale Dienste für die Web-, Abrechnungs- und Hilfsprogrammverwaltung. Die drei zugehörigen Richtlinien sind web.contoso.trafficmanager.net, bill.contoso.trafficmanager.net und util.contoso.trafficmanager.net. Verwenden Sie beim Einrichten von Cloud-Diensten oder Websites Namen, die den Speicherort umfassen. Beispielsweise web-us-contoso.cloudapp.net und web-asia-contoso.cloudapp.net. Ihre Einschränkungen werden von DNS vorgegeben. Angenommen, ein Domänenname ist eine Sequenz von Bezeichnungen, die durch Punkte getrennt sind (Bezeichnung.Bezeichnung.Bezeichnung.Bezeichnung.usw.). Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Dokumentation waren folgende Einschränkungen für Domänennamen in Traffic Manager gültig:

    • Jede Bezeichnung kann maximal 63 Zeichen haben.

    • Sie können insgesamt nicht mehr als 40 Bezeichnungen verwenden. Da trafficmanager.net bereits zwei Bezeichnungen beansprucht, bleiben noch 38 für Ihr Präfix übrig.

    • Der gesamte Domänenname darf maximal 253 Zeichen umfassen. Beachten Sie, dass trafficmanager.net bereits 19 dieser Zeichen beansprucht.

  • DNS-Gültigkeitsdauer (TTL) – Der Wert für die DNS-Gültigkeitsdauer bestimmt, wie häufig der lokale Cachenamenserver des Clients aktualisierte DNS-Einträge aus dem DNS-System von Azure Traffic Manager abfragt. Für jede Änderung in Traffic Manager, beispielsweise eine Profiländerung oder Änderungen bezüglich der Verfügbarkeit des Endpunkts, wird dieser Zeitraum benötigt, bis die Aktualisierung im globalen System der DNS-Server ausgeführt wurde. Es wird empfohlen, den Standardwert für diese Einstellung von 300 Sekunden (5 Minuten) nicht zu ändern. Ein höherer Wert verlängert die Zeit, die Traffic Manager-DNS-Antworten von DNS-Resolvern und -Clients zwischengespeichert werden, und verringert so die Gesamtlatenz von DNS-Abfragen. Wenn ein Failover sehr schnell erfolgen muss, empfiehlt sich die Konfiguration eines niedrigeren Werts.

  • Endpunkte sollten sich in einem einzigen Abonnement befinden – Alle Endpunkte sollten beim Erstellen des Profils ein und demselben Abonnement angehören. Sie können einem Profil Endpunkte aus verschiedenen Abonnements als externe Endpunkte hinzufügen. Azure entfernt diese jedoch nicht automatisch, wenn Sie den zugehörigen Dienst deaktivieren oder löschen. Externe Endpunkte verbleiben daher im Traffic Manager-Profil, und es fallen weiterhin Gebühren an, wenn Sie diese Endpunkte nicht manuell entfernen.

  • Nur Produktionsdienste– Nur Endpunkte in einer Produktionsumgebung sind verfügbar. Eine Weiterleitung an Endpunkte in einer Stagingumgebung ist nicht möglich. Wenn Sie einen virtuellen IP-Adressaustausch (VIP-Austausch) ausführen, während Datenverkehr von einem Profil weitergeleitet wird, wird für den Datenverkehr der Endpunkt verwendet, der gerade in die Produktionsumgebung verlagert wurde.

  • Einfache Identifizierung Ihrer Endpunkte anhand von Namen – Verwenden Sie ein geeignetes DNS-Präfix. Der DNS-Name wird verwendet, da dieser in einem Abonnement in jedem Falle eindeutig ist, während dies beim Namen des Cloud-Diensts oder der Website möglicherweise nicht der Fall ist. Damit eine Verwechslung vermieden wird, weisen Sie einem Cloud-Dienst oder einer Website einen Namen und ein DNS-Präfix zu, die identisch oder ähnlich sind. Wenn Sie über mehr als 20 Cloud-Dienste und Websites verfügen, können nicht eindeutige Benennungen die Suche nach dem richtigen Endpunkt erschweren. Zudem lassen sich durch nicht eindeutige Endpunktbenennungen Profile nur schwer verwalten.

  • Alle Endpunkte in einem Profil sollten für die gleichen Vorgänge und Ports gelten – Wenn Sie Ihre Endpunkte kombinieren, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Client einen Endpunkt aufruft, der die Anforderung nicht verarbeiten kann.

  • Alle Cloud-Dienste in einem Profil müssen die gleichen Überwachungseinstellungen verwenden – Sie können nur einen einzelnen Pfad und eine einzelne Datei zur Überwachung aller Endpunkte in einer bestimmten Definition auswählen. Sie können "/" im Textfeld Relativer Pfad und Dateiname eingeben, damit die Überwachung auf den Standardpfad und den Standarddateinamen zugreifen kann.

  • Dienstendpunkte für temporäre Änderungen deaktivieren, anstatt Ihre Konfiguration zu ändern – In vielen Fällen ist es ggf. erforderlich, einen Endpunkt offline zu schalten. Anstatt den Endpunkt aus dem Profil zu entfernen, deaktivieren Sie einfach den einzelnen Endpunkt in Ihrem Profil. Auf diese Weise bleibt der Endpunkt zwar Bestandteil des Profils, die Richtlinie verhält sich aber so, als ob der Endpunkt nicht in ihr enthalten wäre. Dies ist sehr hilfreich, um einen Endpunkt vorübergehend zu entfernen, der gewartet oder erneut bereitgestellt wird. Sobald der Endpunkt wieder verfügbar ist und ausgeführt wird, kann er aktiviert werden. Weitere Informationen finden Sie unter Deaktivieren oder Aktivieren von Endpunkten.

  • Profil für temporäre Änderungen deaktivieren, anstatt es zu löschen – Sie können ein vollständiges Profil offline schalten, und nicht nur einzelne darin angegebene Endpunkte. Deaktivieren Sie dazu das Profil. Wenn Sie ein Profil deaktivieren, können Sie dennoch alle Einstellungen im Verwaltungsportal bearbeiten. Wenn Sie das Profil wieder verwenden möchten, können Sie es schnell und einfach online schalten. Weitere Informationen finden Sie unter Deaktivieren, Aktivieren oder Löschen eines Profils.

  • Speicher – Die Standortgestaltung und die Verteilung des Speichers sind wichtige Überlegungen für die Verwendung von Traffic Manager. Denken Sie beim Entwerfen und Bereitstellen Ihrer Anwendungen für Traffic Manager an eine End-to-End-Transaktion, und berücksichtigen Sie den Datenfluss.

  • SQL Azure – Analog zur Gestaltung des Speichers ist eine Analyse des Anwendungszustands und der Datenanforderungen bei der Erweiterung Ihrer Endpunkte auf mehrere geografische Regionen wichtig.

Sie können den Namen eines anderen Traffic Manager-Profils als Endpunkt angeben. Daraus ergibt sich ein sogenanntes geschachteltes Profil. Der Name des Traffic Manager-Profils ist dessen DNS-Name, beispielsweise "contoso-europe.trafficmanager.net".

Dies ermöglicht es Ihnen, Traffic Manager so zu konfigurieren, dass eingehende DNS-Namensabfragen auf mehreren Ebenen analysiert werden, sodass sichergestellt werden kann, dass der anfordernde Client zur richtigen Gruppe von Endpunkten geleitet wird. Abbildung 3 zeigt ein Beispiel.

Beispiel für geschachtelte Traffic Manager-Profile

Abbildung 3

Sie können bis zu 10 Ebenen schachteln, und jedes Profil kann mit einer anderen Lastenausgleichsmethode konfiguriert werden.

Beispielsweise könnten Sie eine Konfiguration für Folgendes erstellen:

  • Auf der obersten Ebene (das Traffic Manager-Profil, das Ihrem externen DNS-Namen zugeordnet ist) konfigurieren Sie das Profil mit leistungsbezogenen Lastenausgleichsmethode.

  • Auf der mittleren Ebene entsprechen mehrere Traffic Manager-Profilen unterschiedlichen Rechenzentren, und für diese Profile wird die Lastenausgleichsmethode "Roundrobin" verwendet.

  • Auf der untersten Ebene werden die Datenverkehrsanforderungen des Benutzers von den Cloud-Dienst-Endpunkten des jeweiligen Rechenzentrums verarbeitet.

Dies führt zu dem Ergebnis, dass Benutzer anhand der Leistung zu einem regional geeigneten Rechenzentrum und in diesem Rechenzentrum anhand gleicher oder gewichteter Lastenverteilung zu einem Cloud-Dienst geleitet werden. Gewichtung könnte beispielsweise verwendet werden, um einen kleinen Prozentsatz des Datenverkehrs zu Testzwecken oder für Kundenfeedback auf eine neue oder eine Testbereitstellung zu verteilen.

Abbildung 4 zeigt die Konfiguration.

Beispiel für mehrschichtige Traffic Manager-Profile

Abbildung 4

In Abbildung 4 ist das Traffic Manager-Profil auf der obersten Ebene ein übergeordnetes Profil, und die Traffic Manager-Profile auf der mittleren Ebene sind untergeordnete Profile.

Wenn Traffic Manager Benutzer zu einem untergeordneten Profil leitet, das nur wenige einsatzbereite (integere) Endpunkte hat, werden diese Endpunkte möglicherweise überlastet, sodass Leistungsprobleme auftreten können. Um diese Situation zu verhindern, können Sie das übergeordnete Traffic Manager-Profil mit einem Schwellenwert für einsatzbereite Endpunkte konfigurieren, über den ermittelt wird, ob einer der Endpunkte in den zugehörigen untergeordneten Profilen Datenverkehr empfangen kann. Wenn Sie beispielsweise sicherstellen möchten, dass es in den untergeordneten Profilen mindestens drei einsatzbereite Endpunkte gibt, legen Sie diesen Schwellenwert auf 3 fest. Im Beispiel in Abbildung 4 würden Sie das auf der obersten Ebene befindliche Traffic Manager-Profil mit diesem Schwellenwert konfigurieren.

Wenn Sie ein Traffic Manager-Profil als Endpunkt hinzufügen und die Mindestanzahl von einsatzbereiten (integeren) Endpunkten konfigurieren möchten, müssen Sie REST (siehe Definition erstellen) oder Windows PowerShell (siehe Add-AzureTrafficManagerEndpoint) verwenden. Das Verwaltungsportal können Sie nicht verwenden.

Wenn Sie die Abbildungen in diesem Thema als PowerPoint-Folien in Ihrer eigenen Präsentation zu Traffic Manager verwenden oder für Ihre eigenen Zwecke ändern möchten, lesen Sie Traffic Manager-Abbildungen in der MSDN-Dokumentation.

Siehe auch

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