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Anmerkung des Herausgebers
Mehr als hübsche Bilder
Howard Dierking
Als Künstler habe ich kein Talent. Wie auch immer die genetischen Anlagen beschaffen sind, die es einer Person erlauben, ästhetisch ansprechende Entscheidungen über Formen, Größen und Farben zu treffen – mir fehlen sie völlig. Da ich jedoch Musiker bin, ist meine rechte Gehirnhälfte gerade dominant genug, um zu erkennen, wie dieser Mangel an Fähigkeiten in den bildenden Künsten mich als Entwickler von Software behindert, mit der Menschen umgehen und interagieren müssen. Um also meinen Mangel an natürlichem Talent auszugleichen, habe ich mich in letzter Zeit recht intensiv mit Benutzerfreundlichkeit und Datenvisualisierung auseinandergesetzt. Einige der Forschungsergebnisse in diesem Bereich sind immer wieder verblüffend.
In den vergangenen Jahren konnten wir großartige Fortschritte in Bezug auf die Verfügbarkeit von Informationen beobachten. Serverseitige Technologien wie Webdienste, RSS und RESTful-APIs haben den Datenzugriff sowohl innerhalb von Anwendungen als auch zwischen Anwendungen vereinfacht. Außerdem kommen ständig neue Technologien auf den Markt, die einen noch reibungsloseren, transparenteren Zugriff auf Informationen ermöglichen (lesen Sie hierzu den Artikel „Verfügbarmachen und Nutzen von Daten in einer Welt von Webdiensten“ von Elisa Flasko und Mike Flasko). Die erhöhte Verfügbarkeit von Informationen bringt die Notwendigkeit mit sich, diese Informationen fortlaufend so zu strukturieren und zu präsentieren, dass sie von den Endverbrauchern problemlos verstanden werden.
Auf der Clientseite ermöglichen Technologien wie Windows Presentation Foundation (WPF), AJAX und nun auch Silverlight eine vielseitigere Interaktion zwischen Mensch und Computer, die wesentlich reibungsloser und auf Kooperation angelegt ist als bei solchen Anwendungen, bei denen der Benutzer eher das Gefühl hat, Befehle in einen Befehlsprozessor einzugeben. Technologien dieser Art dienten tatsächlich als Grundlage zum Erstellen von „Hybridanwendungen“, die selbst in der Darstellungsschicht eine Aggregation mehrerer verschiedener Anwendungen sind.
Eine der Herausforderungen, denen wir uns noch stellen müssen, ist jedoch die der Konsistenz. In Bezug auf Webanwendungen kann die vollständige und umfassende Freiheit im Hinblick auf die Benutzererfahrung ein zweischneidiges Schwert sein. Obwohl WPF eine Abkehr von dieser Dynamik ermöglicht, steht die Freiheit, die Webanwendungsentwicklern geboten wird, in scharfem Kontrast zur Standardisierung, die durch plattformspezifische und allgemeine Heuristiken auf Windows-basierte Anwendungen angewendet wird. Zwar fehlten traditionellen Win32-Anwendungen und ihren Windows Forms-Nachfolgern die eindrucksvollen visuellen Effekte einer modernen WPF-Anwendung, es war jedoch möglich, Vorhersagen zur Position der Benutzeroberflächenelemente und deren Verhalten im Kontext des Anwendungsfensters zu treffen.
Glücklicherweise tauchten in der Welt der Webanwendungen Standarddarstellungsmuster auf, die von Technologien wie CSS und DHTML unterstützt wurden. Das Standardaussehen der meisten modernen Websites, einschließlich großer Unternehmenswebsites, scheint sich interessanterweise aus den in Blogs verwendeten CSS-Standardvorlagen entwickelt zu haben. Meine Begeisterung für XAML, ob in Form von WPF oder Silverlight, rührt u. a. daher, dass dieser deklarative Stil des Benutzeroberflächenentwurfs dieselbe Reife der natürlichen Entwicklung ermöglicht, sogar in Rich Client-Anwendungen.
Unser Fortschreiten als Anwendungsentwickler vollzieht sich in einer Welt mit enormen Datenmengen. Auch das Toolset entwickelt sich ständig weiter: Uns stehen Tools zur Verfügung, die es uns ermöglichen, Daten zu sammeln und zu verarbeiten, sowie Tools, mit denen wir diese Daten besser destillieren und unseren Benutzern präsentieren können. Möglicherweise werden meine Skizzen immer wie die eines Viertklässlers aussehen. Ich bin jedoch der Ansicht, dass ich (wie alle, die keine geborenen Künstler sind) mir einige spezielle Methoden aneignen muss, damit unsere Benutzer nicht einfach nur beeindruckt sind, sondern auch in die Lage versetzt werden, effizienter zu arbeiten.

Weitere Informationen finden Sie unter msdn.microsoft.com/magazine. Sie haben Fragen, Kommentare oder Vorschläge für MSDN Magazin? Senden Sie diese bitte an die Redaktion: mmeditor@microsoft.com.

Dank gilt den folgenden technischen Experten von Microsoft für ihren Beitrag zu dieser Ausgabe: Tim Cahill, Pablo Castro, Barak Cohen, Matthew Cox, Anish Desai, Mike Flasko, Matt Gibbs, Bertrand Le Roy, Laurence Moroney, Ari Pernick, Edward Psyk, Dave Reed, Mark Rideout, Don Smith, Stephen Toub, Stefan Wick, Matt Winkler und Robert Wlodarczyk.

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