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Prozeduren in Visual Basic

Aktualisiert: November 2007

Eine Prozedur ist ein Block von Visual Basic-Anweisungen, die in eine Deklarationsanweisung (Function, Sub, Operator, Get, Set) und eine entsprechende End-Deklaration eingeschlossen sind. Alle ausführbaren Anweisungen in Visual Basic müssen sich in einer Prozedur befinden.

Prozeduren werden an anderer Stelle im Code aufgerufen. Dieser Vorgang wird als Prozeduraufruf bezeichnet. Wenn die Prozedur ausgeführt wurde, wird die Steuerung an den Code zurückgegeben, der die Prozedur aufgerufen hat. Dieser Code wird als aufrufender Code bezeichnet. Der Aufrufcode ist eine Anweisung oder ein Ausdruck in einer Anweisung. Er gibt die Prozedur anhand ihres Namens an und übergibt die Steuerung an die Prozedur.

Eine Prozedur gibt die Steuerung an den aufrufenden Code zurück, wenn ihre Ausführung beendet wurde. Hierzu kann sie eine Return-Anweisung (Visual Basic), die entsprechende Exit-Anweisung (Visual Basic)-Anweisung für die Prozedur oder die End (Visual Basic)-Anweisung der Prozedur verwenden. Die Steuerung wird dann an den aufrufenden Code nach dem Code des Prozeduraufrufs übergeben.

  • Bei einer Return-Anweisung kehrt die Steuerung direkt an den aufrufenden Code zurück. Anweisungen nach der Return-Anweisung werden nicht ausgeführt. Die gleiche Prozedur kann mehrere Return-Anweisungen enthalten.

  • Bei einer Exit Sub-Anweisung oder einer Exit Function-Anweisung kehrt die Steuerung direkt an den aufrufenden Code zurück. Anweisungen nach der Exit-Anweisung werden nicht ausgeführt. Eine Prozedur kann mehrere Exit-Anweisungen enthalten, und Sie können Return-Anweisungen sowie Exit-Anweisungen in einer Prozedur gleichzeitig verwenden.

  • Wenn eine Prozedur keine Return-Anweisung oder Exit-Anweisung enthält, wird sie mit einer End Sub-Anweisung oder einer End Function-Anweisung bzw. mit einer End Get-Anweisung oder einer End Set-Anweisung nach der letzten Anweisung des Prozedurtexts beendet. Die End-Anweisung gibt die Steuerung sofort an den aufrufenden Code zurück. Eine Prozedur darf nur eine einzige End-Anweisung enthalten.

In den meisten Fällen muss eine Prozedur bei jedem Aufruf auf andere Daten angewendet werden. Sie können diese Informationen im Rahmen des Prozeduraufrufs an die Prozedur übergeben. Die Prozedur definiert 0 (null) oder mehr Parameter, von denen jeder einen Wert darstellt, der an die Prozedur übergeben werden soll. Jedem Parameter in der Prozedurdefinition entspricht ein Argument im Prozeduraufruf. Ein Argument stellt den Wert dar, den Sie in einem bestimmten Prozeduraufruf an den entsprechenden Parameter übergeben.

In Visual Basic werden unterschiedliche Prozedurtypen verwendet:

  • Sub-Prozeduren führen Aktionen aus, geben jedoch keinen Wert an den aufrufenden Code zurück.

  • Ereignisbehandlungsprozeduren sind Sub-Prozeduren, die als Reaktion auf ein durch eine Benutzeraktion ausgelöstes Ereignis oder ein Ereignis im Programm ausgeführt werden.

  • Function-Prozeduren geben einen Wert an den aufrufenden Code zurück. Sie können weitere Aktionen ausführen, bevor sie beendet werden.

  • Property-Prozeduren geben Eigenschaftenwerte an Objekte oder Module zurück und weisen sie diesen zu.

  • Operatorprozeduren definieren das Verhalten eines Standardoperators, wenn es sich bei einem oder beiden Operanden um eine neu definierte Klasse oder Struktur handelt.

  • Generische Prozeduren in Visual Basic definieren zusätzlich zu ihren normalen Parametern einen oder mehrere Typparameter, sodass der aufrufende Code bei jedem Aufruf bestimmte Datentypen übergeben kann.

Jede Zeile im ausführbaren Code einer Anwendung muss in einer Prozedur, z. B. Main, calculate oder Button1_Click, enthalten sein. Sie sollten umfangreiche Prozeduren in kleinere unterteilen, damit die Anwendung leichter lesbar ist.

Prozeduren eignen sich zur Ausführung von sich wiederholenden oder freigegebenen Aufgaben, wie häufig verwendeten Berechnungen, Text- und Steuerelementänderungen sowie Datenbankoperationen. Prozeduren können von vielen unterschiedlichen Stellen im Code aus aufgerufen werden, d. h., sie können als Bausteine der Anwendung verwendet werden.

Den Code mit Prozeduren zu strukturieren bietet folgende Vorteile:

  • Prozeduren ermöglichen es Ihnen, das Programm in einzelne logische Einheiten zu unterteilen. Einzelne Einheiten sind wesentlich einfacher zu debuggen als ein gesamtes Programm ohne Prozeduren.

  • Nachdem Sie Prozeduren für ein bestimmtes Programm entwickelt haben, können Sie sie auch in anderen Programmen verwenden. Hierzu sind häufig nur geringfügige oder überhaupt keine Änderungen erforderlich. Dies erleichtert die Vermeidung von Codeduplikaten.

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