Designfallstudie: Windows-Runtime-Branchen-App für Unternehmen

Applies to Windows and Windows Phone

Windows 8.1 ist eine hervorragende Plattform für die Entwicklung von Apps, die zur Produktivitätssteigerung beitragen, die Bereitstellung vereinfachen und Ihren Mitarbeitern eine natürlichere Form der Interaktion mit ihren PCs ermöglichen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Windows Store-Branchen-Apps für Unternehmen für Windows 8.1 entwickeln und gestalten. Er enthält Richtlinien und Empfehlungen für Entwickler, die von den neuen Möglichkeiten in Windows 8.1 Gebrauch machen möchten. Der Artikel bietet außerdem Vorschläge, wie neue Formfaktoren genutzt werden können, um überzeugende Nutzungsmöglichkeiten für Benutzer in Unternehmen zu schaffen.

Entwickeln von Branchen-Apps für Windows 8.1

Branchen-Apps für Unternehmen stellen Entwickler vor ganz besondere Herausforderungen. Apps, die sich im Allgemeinen an Endkunden richten, werden über den Windows Store weltweit vertrieben. Eine Branchen-App wird hingegen normalerweise nur für Benutzer bereitgestellt, die an Geschäftsvorgängen eines bestimmten Unternehmens beteiligt sind. Darüber hinaus nutzen Branchen-Apps meist Back-End-Datenspeicher, zielen bestimmte Geschäftsvorgänge an und müssen strikte Sicherheitsrichtlinien einhalten. Um die Sicherheit von Unternehmensressourcen sicherzustellen, benötigen Branchen-Apps eine strenge Kontrolle über App-Aktualisierungen. Einige Beispiele für Branchen-Apps in Unternehmen sind Point-of-Sale-Apps, Produktkataloge, Dashboards, Einsatz- oder Vertriebs-Apps, Workflowverwaltungs-Apps sowie Überwachungs- und Reaktions-Apps.

In Windows 8.1 hat Microsoft Windows Store-Apps eingeführt, die auf der neuen Windows-Runtime aufbauen. Windows Store-Apps bieten zahlreiche Vorteile, die den wachsenden Anforderungen von Branchen-App-Entwicklern gerecht werden: höhere Mobilität, Unterstützung höherer Leistung für Fingereingabe, höhere Sicherheit und einfache Bereitstellung und Aktualisierung. Die Windows-Runtime ist zwar neu, Entwickler können jedoch ihre vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten nutzen. Windows Store-Apps können mit HTML und JavaScript sowie auch mit traditionellen Desktopsprachen wie C# oder C/C++ geschrieben werden. Für Unternehmen ergibt sich daraus eine höhere Produktivität für Benutzer, IT-Manager und interne Entwickler.

Im Rahmen dieser Fallstudie sprachen wir mit dem Entwicklungsteam bei Sonoma Partners LLC, einem Unternehmen, das mit Microsoft-Lösungen Apps für Unternehmenskunden erstellt. Die Kunden von Sonoma Partners verfügten bereits über Apps für im Büro tätige Benutzer, wollten jedoch von Sonoma Partners neue Oberflächen für ihre zunehmend mobilen Arbeitskräfte erstellen lassen. Ein Kunde benötigte eine App für Kundenvertreter im Außendienst. Für diese Außendienstmitarbeiter war eine portable Lösung erforderlich, mit denen sie remote an den Kundenstandorten, in ihrem Auto, im Café usw. arbeiten konnten. Ein Smartphone war für die Anforderungen der Vertreter im Einsatz zu klein und ein Laptop zu groß. Ein Tabletgerät war in diesem Fall perfekt geeignet.

In diesem Artikel werden die Anforderungen betrachtet, die Sonoma Partners für diese Branchen-App zu beachten hatte, und besprochen, wie Windows 8.1 und das Windows Store-App-Design die Lösungsentwicklung unterstützten. Sie erfahren, wie Sie mit Windows Store-Apps hervorragende Benutzerfreundlichkeit für Ihre eigene Organisation erreichen. Zum Schutz des geistigen Eigentums von Sonoma Partners und seinem Kunden stellen wir in dieser Fallstudie eine generische Fabrikam-App vor, die auf dem Design von Sonoma Partners basiert.

In dieser Fallstudie ist Fabrikam ein Widget-Hersteller, der eine App für seine B2B-Außendienstmitarbeiter benötigt.

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Grundlagen zu den Anwendungsfällen

Windows 8.1 ist für verschiedene Geräte, von portablen Tablets bis hin zu großen, vollständig integrierten PCs, geeignet. Diese Geräte können Finger, Stift, Maus und Tastatur als primäre Eingabemethoden verwenden. Windows und Apps funktionieren mit allen Eingabemethoden einwandfrei.

Vor dem App-Design setzte sich Sonoma mit dem Kunden zusammen. Gemeinsam analysierten sie die konkreten Anwendungsfälle für die App und ihre Benutzer. Sie konnten eine Kerngruppe an Anwendungsfällen bestimmen und richteten die App darauf aus. Diese Eingrenzung lässt sich gut durch eine Aussage über die Stärke der App erreichen, z. B.: "Eine Stärke dieser App ist, dass Außendienstmitarbeiter ihre Kundenkonten täglich verwalten können, auch unterwegs". Eine Aussage dieser Art erleichtert es, einen Schwerpunkt für die App zu definieren. Sie umreißt die Hauptszenarien und die zentralen Formfaktoren für die App.

Da die Außendienstmitarbeiter den Großteil ihrer Zeit unterwegs verbringen, haben sie wahrscheinlich besonders leichte portable PCs bei sich. Tablets, Dockingstations und Laptops der nächsten Generation mit Touchscreen, die von Windows 8.1 unterstützt werden, passen hervorragend in diese Szenarien. Diese neuen Geräte sind deutlich mobiler als traditionelle Laptops und ermöglichen gegenüber Smartphones eine höhere Produktivität. Sie sind leicht, weisen eine ausgesprochen lange Akkulaufzeit auf, nehmen wenig Platz in einer Tasche oder auf dem Schreibtisch ein und können einfach einer anderen Person zur Ansicht übergeben werden.

Diese neuen Kategorien von PCs sind auch mit integrierten Geolocation-Möglichkeiten und Kameras ausgestattet. Dank dieser Funktionen konnte Sonoma Partners der App problemlos Karten-, Foto- und Videofunktionen hinzufügen. Beispielsweise können die Mitarbeiter so unkompliziert Wegbeschreibungen zu ihren Terminen abrufen oder vor Ort Bilder oder Videos aufnehmen. Windows Store-Apps funktionieren auch auf integrierten Computern und mit Maus und Tastatur im Büro. Sie sind an keinen bestimmten Formfaktor gebunden.

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Designen der Benutzeroberfläche

Windows Store-Apps basieren auf der neuen, inhaltsorientierten Windows-Benutzeroberfläche. Dabei befinden sich alle unwesentlichen Elemente im Hintergrund. Dies wird über geordnete und offene Layouts erreicht, die eine klare Informationshierarchie, zweckgerichtete Animationen und direkte Interaktionen per Fingereingabe bieten.

Unter Berücksichtigung dieser Prinzipien entwickelte Sonoma Partners die Aussage über die Stärke zu einer konkreten Liste von Szenarien weiter. Diese Szenarien halfen dabei, den Fluss der App zu beschreiben: Was ist die erste Aktion des Benutzers, was die nächste? Für diese spezielle App wurde deutlich, dass Szenarien wie das Planen von Terminen mit Kunden, das Verwalten von Aufträgen und das Überprüfen von Verkaufsdaten wichtig waren.

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Navigieren durch die App

Anhand der oben angegebenen Analyse wird deutlich, dass diese Branchen-App einen großen Datendurchfluss aufwies. Bei der Organisation und der visuellen Verwaltung dieser Daten war es besonders wichtig, sie benutzerfreundlich zu gestalten und gleichzeitig die Einheitlichkeit mit der neuen Windows-Benutzeroberfläche zu wahren.

Für Sonoma war klar, dass Vertriebskonten und Aufträge die Kernelemente dieser App darstellten. Für einen Außendienstmitarbeiter sind das die wichtigsten Bereiche. Daher ist es sinnvoll, diese Inhalte zu gruppieren oder in Hierarchien zu strukturieren.

Im Gegensatz zu traditionellen Desktopanwendungen erfolgt die Navigation in Windows Store-Apps nicht über Registerkarten oder Menüs. Stattdessen finden in Windows Store-Apps flache oder hierarchische Navigationsmuster Verwendung, die aus bildschirmfüllenden Seiten oder Ansichten bestehen. Bei dem großen Inhaltsvolumen in dieser App und ihrem Typ bietet sich ein hierarchisches Navigationsmuster an. In diesem Fall sind Aufträge und Kontakte an Konten und Termine an Kontakte gebunden.

Der Schwerpunkt des hierarchischen Musters ist die Hubseite, die Hauptseite der App. Die Hubseite setzt sich aus einer Reihe visuell voneinander abgesetzter Bereiche zusammen, die den einzelnen Bereichen der App entsprechen. Diese Bereiche stellen besondere Inhalte oder Funktionen direkt auf der Seite bereit. Im Fall von Sonoma Partners war es klar, dass die Hubseite Inhalte zu Konten und Aufträgen aufweisen sollte: Termine, Aufgabenlisten, ausstehende Aufträge, direkte Links zu wichtigen Konten und Vertriebstrenddaten stellten für Außendienstmitarbeiter unterwegs wichtige Elemente dar.

Als Designer oder App-Entwickler können Sie jede Seite der Hierarchie gesondert definieren. Anhand der Navigationsklassen können Sie anschließend den Fluss der App verwalten. In der folgenden Abbildung ist ein beispielhafter App-Fluss dargestellt:

Navigieren durch eine App

Wie im Web können Sie eine Navigation definieren, die stattfindet, wenn ein Benutzer auf einen bestimmten Inhalt oder einen Seitenbereich klickt. In Windows Store-Apps wird die Navigation auch durch die ständig verfügbare Schaltfläche "Zurück" auf jeder Seite sowie über die Fläche der oberen App-Leiste verwaltet.

Informationen zum Auswählen des besten Navigationsmusters für Ihre App finden Sie unter Navigationsmuster.

Sehen Sie das flache Navigationsmuster in unserer Serie App-Features von A bis Z in Aktion.

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Vermeiden einer unübersichtlichen Darstellung und Hervorheben von Inhalten durch Verschieben von Befehlen in die App-Leiste

Das Prinzip, Inhalt hervorzuheben, steht im Mittelpunkt von Windows Store-Apps. Jede Präsentation oder Möglichkeit der Interaktion mit Inhalt kann die Oberfläche überfrachten und vom Zweck der App ablenken. In Windows Store-Apps sind Befehle selten auf der eigentlichen Seite zu finden. (Wenn sie besonders wichtig sind, ist selbstverständlich auch das möglich.) Stattdessen sollten Inhalte nach Möglichkeit direkt, beispielsweise durch Zusammendrücken zum Verkleinern, oder über Befehle in der App-Leiste manipuliert werden.

Die App-Leiste wird am oberen und unteren Rand der App angezeigt. Der obere Bereich wird im Allgemeinen für die Navigation verwendet. Die App-Leiste enthält Befehle, die im Kontext der aktuellen Seite und des ausgewählten Inhalts gelten, so wie in der folgenden Abbildung dargestellt.

Die App-Leiste

Die App-Leiste ist normalerweise ausgeblendet, kann aber durch eine Streifbewegung vom oberen oder unteren Bildschirmrand, per Rechtsklick mit der Maus oder durch Drücken von Windows-Logo-Taste+Z auf einer Tastatur eingeblendet werden. Wenn eine Auswahl im Inhalt einer App vorgenommen wird, wird die App-Leiste außerdem automatisch angezeigt. Da es sich bei der App-Leiste um eine Systemgeste handelt, die überall in Windows Store-Apps verwendet wird, ist sie Ihren Benutzern vertraut. So können sich Benutzer schneller in die App einarbeiten.

Unter den folgenden Themen finden Sie ausführliche Informationen zum Verwenden der App-Leiste in Ihrer eigenen App.

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Verwenden des semantischen Zooms zum Navigieren und Erhalten einer Übersicht über den Inhalt

Branchen-Apps wie die von Sonoma Partners erstellte müssen normalerweise mit großen Mengen von Inhalt umgehen. Wie erstellen Sie eine benutzerfreundliche Fingereingabe, in der klare und offene Layouts verwendet werden und es dennoch einfach für die Benutzer ist, in einer einzigen Ansicht schnell in großen Mengen von Inhalt zu navigieren? Stellen Sie semantischen Zoom bereit.

Der semantische Zoom ist eine Zoomfunktion, mit der Sie eine Ansicht mit einer Zusammendrückgeste bzw. bei Verwendung von Maus und Tastatur mit einer Taste verkleinern können. Im verkleinerten Zustand erhält der Benutzer eine Übersicht über den Inhalt, in der navigiert oder ein Kontext bereitgestellt werden kann. Beispielsweise könnte beim Verkleinern einer Liste von Kontakten eine Liste von Buchstaben mit der jeweiligen Anzahl von Kontakten für jeden Buchstaben angezeigt werden. Durch Klicken auf den Buchstaben "A" wird die Liste der Kontakte angezeigt, die mit "A" beginnen. In der folgenden Abbildung wird mit dem semantischen Zoom eine einfache Übersicht über wesentliche Daten erreicht, und die Navigation in der langen Hubansicht wird ermöglicht.

Semantischer Zoom

Wie in der Abbildung gezeigt wird, geht es beim semantischen Zoom nicht nur darum, Daten zur Vereinfachung der Navigation zu gruppieren. In diesem Fall verläuft die Navigation vom einen Ende einer langen Liste bis zum anderen Ende, was einem "optischen Zoom" entspricht. Dank des semantischen Zooms können Sie anhand der verkleinerten Ansicht auch Zahlen und Statistiken bereitstellen, die die allgemeinen Daten übersichtlich zusammenfassen. Dadurch können Benutzer schnell und einfach auf wichtige Details aus der Gesamtmenge der Daten zugreifen.

Da die Steuerung über den semantischen Zoom auf Vorlagen basiert, die von Ihnen bereitgestellt werden, können Sie die Ansichten anbieten, die für Ihre Benutzer besonders nützlich sind, und diese mit einer einfachen Zusammendrückgeste verfügbar machen. Bevorzugen Ihre Benutzer als Liste oder als Kalender dargestellte Datumsangaben? Möchten sie Namen mit oder ohne Fotos angezeigt bekommen? Mit dem semantischen Zoom gibt es viele interessante Möglichkeiten der Datenvisualisierung.

Unter den folgenden Themen finden Sie ausführliche Informationen zum Verwenden des semantischen Zooms in Ihrer App.

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Unterstützen verschiedener Layouts

Windows 8.1 kann auf vielen verschiedenen Geräten ausgeführt werden, auf alten wie auf neuen. Windows Store-Apps werden unterwegs auf Tablets und im Büro auf integrierten Computern ausgeführt. Sie können sowohl auf professionellen Monitoren mit hoher Pixelzahl angezeigt werden, die mit leistungsstarken Desktop-Computern verbunden sind, als auch auf kleineren Lösungen. Anstatt mehrere Seiten für unterschiedliche Bildschirmformate zu erstellen, musste Sonoma Partners einfach nur mehrere Layouts für die gleiche Seite erstellen. In jedem Layout ist angegeben, wie UI-Elemente für eine bestimmte Ansicht angezeigt werden, sowie welche UI-Elemente in Abhängigkeit vom verfügbaren Platz angezeigt werden. Benutzerinteraktion, Datenbindung und andere Komponenten der App bleiben unverändert. Lediglich der Anzeigebereich ändert sich.

Sonoma musste ähnliche Arbeiten für verschiedene Ausrichtungen und Multitasking bei schmalen Breiten durchführen, wie in der folgenden Abbildung dargestellt.

Schmale Breite

Durch die Möglichkeit der Benutzer, die App auf eine beliebige Breite anzupassen, konnte Sonoma die App auf die verschiedenen Vorlieben und ergonomischen Anforderungen der Benutzer ausrichten. So sind die Benutzer nicht auf ein bestimmtes Layout festgelegt. Die Benutzerfreundlichkeit der App steigt, da die App neben anderen Unternehmens-Apps wie beispielsweise einer E-Mail-App angezeigt werden kann.

Im folgenden Thema finden Sie ausführliche Informationen zum Entwerfen der App für verschiedene Fenstergrößen: Richtlinien für Fenstergrößen und die Skalierung auf unterschiedliche Bildschirme.

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Konsistente Windows-Erfahrung mit Verträgen

Mit Verträgen kann Ihre App an verbreiteten Windows-Interaktionen teilnehmen. Indem Sie Verträge in Ihrer App implementieren, können Sie Benutzern eine innerhalb von Windows konsistente Erfahrung bereitstellen.

Vertrag für "Suche"

Die Suche im ganzen System und im Internet ist Teil der grundlegenden Benutzererfahrung in Windows. Benutzer können auf einfache Weise nach Apps, Dateien und Einstellungen suchen, indem sie ein Suchfeld auf der App-Canvas nutzen oder von rechts streifen (oder die Maus in der rechte Ecke bewegen) und auf den Charm "Suchen" klicken bzw. tippen. Apps können diese Möglichkeit ebenfalls nutzen, wenn Sie den Vertrag für "Suche" implementieren und so den Benutzern die Möglichkeit geben, innerhalb der App global zu suchen. Sonoma Partners bediente sich dieser Möglichkeit und implementierte Unterstützung für die Suche nach bestimmen Konten, Kontakten und Aufträgen. Dies ist in der folgenden Abbildung dargestellt.

Implementieren des Vertrags für "Suche"

Mit der Implementierung des Vertrags für "Suche" kann die App außerhalb des eigenen Bereichs durchsucht werden. So wird die Produktivität der Benutzer gesteigert. Beispielsweise kann ein Mitarbeiter über die Startseite nach einem Vertriebskontakt suchen. Danach kann er in der E-Mail-App nachsehen, ob neue Nachrichten eingegangen sind, und anschließend in der Branchen-App nach Aufträgen suchen. Sie haben als Entwickler vollständige Kontrolle über die Sucherfahrung und die Indizierung, die möglicherweise implementiert werden muss.

Der Vertrag für "Suche" kann einfach eingerichtet werden. Ein Vertrag ist im Wesentlichen eine Vereinbarung zwischen Ihrer App und dem Betriebssystem. Der Vertrag beschreibt die Anforderungen, die Ihre App zum Verwenden dieser neuen Funktion erfüllen muss. Für den Vertrag für "Suche" müssen Sie dazu einen Ereignishandler hinzufügen, der auf die Eingabe einer Abfrage durch den Benutzer wartet. Sie können sogar Vorschläge bereitstellen, während der Benutzer einen Suchbegriff eingibt. Wenn die Branchen-App eine Abfrage erhält, durchsucht sie ihre Daten und zeigt die passenden Ergebnisse an.

Sie können auch ein Feld für die In-App-Suche hinzufügen, um auf diese Weise die Sucherfahrung in der App vollständig anzupassen. Im folgenden Thema finden Sie ein Beispiel für das Implementieren des Vertrags für "Suche" in Ihrer App: Schnellstart: Hinzufügen von Suchfunktionen zu einer App. In diesem Thema werden alle Verträge beschrieben, die für Windows Store-Apps verfügbar sind: App-Verträge und Erweiterungen.

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Der Vertrag für "Einstellungen"

Wie beim Vertrag für "Suche" können Sie auch den Vertrag für "Einstellungen" nutzen, um dafür zu sorgen, dass die App dem Benutzer durch seine spezifischen Einstellungen vertraut ist. Zu diesen Einstellungen können Benachrichtigungsoptionen, Gerätezugriff und Ortseinstellungen zählen. Sie können auch Vertrautheit für globale App-Werte herstellen, die möglicherweise Änderungen unterliegen, wie Servernamen, Orte und Anmeldeinformationen. Der Vertrag für "Einstellungen" eignet sich bei Windows Store-Branchen-Apps für Unternehmen außerdem hervorragend für Kontoverwaltungseinstellungen wie Benutzeridentität und Berechtigungen, Verwaltung mehrere Konten, Abmeldung und Kontodetails. Der Charm "Einstellungen" erhöht die Benutzerfreundlichkeit und die Übersichtlichkeit von Apps. Beispielsweise müssen Sie keinen Platz für eine eigene Einstellungsschaltfläche reservieren. Der Charm "Einstellungen" sorgt für eine einheitliche Oberfläche in sämtlichen Windows Store-Apps.

Informationen zum Implementieren des Vertrags für "Einstellungen" finden Sie unter Hinzufügen von App-Einstellungen.

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Live-Kacheln für aktuelle Informationen, Popups für Benachrichtigungen, sekundäre Kacheln für Verknüpfungen

Außendienstmitarbeiter sind meist unterwegs. Dabei benötigen sie häufig einen schnellen Überblick über ihr nächstes Reiseziel. Indem Sie Live-Kacheln in Ihrer App unterstützen, können Informationen über anstehende Termine auf der Kachel selbst angezeigt werden, ohne dass die App gestartet werden muss. Sonoma erweiterte die App darüber hinaus um die Unterstützung für sekundäre Kacheln, die an die Startseite angeheftet werden können. In der folgenden Abbildung sind sekundäre Kacheln dargestellt.

Live-Kacheln

Diese sekundären Kacheln ermöglichen einen einfachen Zugriff auf wichtige Vertriebskonten und Kunden, indem Benutzer direkt auf die passende Detailseite geleitet werden. Zudem werden für das entsprechende Konto Live-Kachelaktualisierungen unterstützt.

Kacheln sind in drei quadratischen Größen (klein, mittel und groß) und eine breite Größe. Für die Größen "mittel", "groß" und "breit" sind mehrere Vorlagen verfügbar.

Während der Benutzer eine andere App verwendet, kann er über ein Popup wichtige Informationen anzeigen lassen. Durch Klicken oder Tippen auf das Popup wechselt er sofort zu der App. Sonoma verwendete Popups, um den Außendienstmitarbeiter über anstehende Termine, Änderungen eines Auftragsstatus und andere wichtige Informationen zu benachrichtigen, wie in der folgenden Abbildung dargestellt.

Popupbenachrichtigung

Informationen zum Verwenden von Live-Kacheln, Popupbenachrichtigungen und sekundären Kacheln in Ihrer App finden Sie in den nachstehenden Themen.

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Integrierte Geräteunterstützung

Für eine höhere Benutzerfreundlichkeit und einen geradlinigeren Workflow für die Außendienstmitarbeiter wollte Sonoma die neuen Möglichkeiten nutzen, die für Windows-PCs der nächsten Generation zur Verfügung stehen. Eine dieser Fähigkeiten ist die Geolocation. Durch die Kombination der Geolocation-Möglichkeiten mit Bing Karten konnte Sonoma die aktuelle Position des Benutzers zusammen mit Termin- und Kundenstandorten in einer Kartenansicht anzeigen. Eine so intuitive Erfahrung war zuvor nicht möglich.

Informationen zum Verwenden von Geolocation und Bing Karten in Ihren eigenen Windows Store-Apps finden Sie unter den nachstehenden Themen.

Zusätzlich zur Geolocation-Unterstützung konnte Sonoma Partners außerdem die Unterstützung der integrierten Kamera und der Dateiauswahl in Windows 8.1 nutzen. Dadurch ließ sich das Hinzufügen von Bildern und Videos zu der Branchen-App stark vereinfachen. Mit dieser Funktion können die Benutzer einfach ein Foto eines Kunden über die integrierte Kamera, den lokalen Datenträger, die Cloud und sogar Dienste von Drittanbietern hinzufügen. Informationen zum Hinzufügen der Dateiauswahlunterstützung und der Kamerafunktionen zu Windows Store-Apps finden Sie unter Aufzeichnen oder Rendern von Audio, Video und Bildern und Zugreifen auf Daten und Dateien.

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Herstellen von Verbindungen zu Daten

Sonoma Partners erstellte seine Windows Store-App als Teil einer allgemeinen Lösung zum Verwalten der Apps für Unternehmensdaten und -verfahren ihrer Kunden. Alle diese Apps nutzen Microsoft Dynamics CRM als Datenspeicher. Da die von Sonoma Partners entwickelte Windows Store-App für Außendienstmitarbeiter ausgearbeitet wurde, mussten die Unternehmensdaten über öffentliche Netzwerke zugänglich sein. Mit sicheren Webdiensten konnte Sonoma Partners Daten von Microsoft Dynamics CRM in die Windows Store-App übertragen, ohne die vertraulichen Daten der Kunden offenzulegen. Webdienste bieten ein allgemeines Framework zum Beschreiben und Freigeben von Daten, und sie sind eine großartige Möglichkeit zum Arbeiten mit Daten in einer verteilten Umgebung.

Ausführliche Informationen zum Herstellen von Verbindungen zu Webdiensten in Ihrer App finden Sie unter den folgenden Themen.

Windows Store-Apps können auch lokale Daten der Anwendung für die Offlineverwendung speichern. Dies ist nützlich in Szenarien mit Offlinedaten, die regelmäßig oder bei verfügbarer Verbindung mit dem zentralen Datenspeicher synchronisiert werden. Weitere Informationen finden Sie unter Arbeiten mit Daten und Dateien.

Für Windows Store-Apps, die mit Offlinedatenzugriff programmiert werden müssen, sind zur Datenspeicherung relationale Datenbanken erforderlich. Für diese Szenarien können Sie für Windows Store-Apps SQLite für Windows-Runtime verwenden. Weitere Informationen finden Sie unter SQLite mit Windows 8-Apps.

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Binden an Daten

Wie bei jeder App ist Datenbindung ein leistungsstarkes Werkzeug, das Ihren Code vereinfacht. Windows Store-Apps weisen viele Ressourcen und Steuerelemente auf, die Sie für die Datenbindung verwenden können, darunter das ListView-Steuerelement und das FlipView-Steuerelement. Ausführliche Informationen und Beispiele finden Sie unter Datenbindung.

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Authentifizierung und Sicherheit

Wie bereits erwähnt, verwendet Sonoma Partners als Datenspeicher für die App Microsoft Dynamics CRM. Daher werden die Anmeldeinformationen von Benutzern ebenfalls bequem durch Microsoft Dynamics CRM verwaltet. Wie bei den Daten erstellte Sonoma Partners auch für die Anmeldungsbehandlung einen Webdienst mit Windows Communication Foundation (WCF). Auch hier erfolgte der Schutz wieder über Secure Sockets Layer (SSL). Beim Laden der App wird dem Benutzer nach dem Begrüßungsbildschirm ein Anmeldebildschirm angezeigt, wie in der folgenden Abbildung dargestellt.

Implementieren eines Anmeldebildschirms

Sonoma Partners verwendete den Windows 8.1-Kennworttresor, um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern. Damit müssen die Benutzer sich nicht fortlaufend bei der App anmelden.

Ihre Windows Store-Apps können eine beliebige Anzahl von Authentifizierungsfunktionen unterstützen, einschließlich Domänenanmeldung, mehrteilige Authentifizierung mit Smartcards und Microsoft-Konten. Sie können mit Kennworttresoren auch sämtliche Anmeldeinformationen verwalten, die in der App angegeben werden, sodass die App nicht bei jedem Zugriff des Benutzers auf einen Dienst nach Anmeldeinformationen fragen muss. Diese Anmeldeinformationen sollten durch den Benutzer im Bereich "Einstellungen" der App verwaltet werden. Informationen zum Kennworttresor finden Sie in der Referenzdokumentation zum PasswordVault.

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Entwicklungsumgebung

Zum Entwickeln der Lösung griff Sonoma Partners auf Microsoft Visual Studio 2012 zurück, um eine leistungsfähige und vertraute Entwicklungsumgebung zum Schreiben des Codes für die Windows Store-App zu haben. Die Benutzeroberfläche wurde mit Microsoft Expression Blend und Microsoft Visual Studio gestaltet. Auf diese Weise konnte der Hintergrundcode von den UI-Elementen der Windows Store-App getrennt werden. Dies erlaubte es den Designern, eine ansprechende und benutzerfreundliche Oberfläche zu erstellen, während die Entwickler die Benutzeroberfläche mit den Daten, Geräten und Funktionen der App verknüpften.

Sie können Visual Studio (einschließlich Expression Blend) unter Entwicklerdownloads zum Programmieren von Windows Store-Apps herunterladen. Auf den folgenden Abbildungen ist die Verwendung von Expression Blend und Visual Studio dargestellt.

Blend für Visual Studio

Visual Studio

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Testen

Apps müssen auf Qualität und reibungslose Verwendung getestet werden.

Das Zertifizierungskit für Windows-Apps, das mit dem Windows Software Development Kit (SDK) für Windows 8.1 verfügbar ist, überprüft die Übereinstimmung von Apps mit den technischen Anforderungen und stellt sicher, dass für Apps bewährte Methoden und Empfehlungen für das Design von Windows Store-Apps eingehalten werden. Weitere Informationen finden Sie unter Verwenden des Zertifizierungskits für Windows-Apps.

Visual Studio umfasst verschiedene Tools für umfassende Tests von Apps auf einem Entwicklungscomputer. Zusammen mit dem Visual Studio-Debugger werden ein Emulator sowie das Visual Studio-Testframework bereitgestellt. Weitere Informationen finden Sie unter Debuggen und Testen von Windows Store-Apps und dem Video Manual testing of Windows 8 Windows Store apps von Channel 9.

Apps sollten immer auf einem PC getestet werden, der nicht mit dem Entwicklungscomputer identisch ist. Apps sollten außerdem mit verschiedenen Architekturen, Betriebssystemversionen und Formfaktoren getestet werden. Informationen zum Ausführen von Apps auf einem anderen PC als dem Entwicklungscomputer finden Sie unter Ausführen von Windows Store-Apps über Visual Studio und Anfordern einer Entwicklerlizenz.

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Bereitstellung

Der Windows Store ist eine großartige Möglichkeit zum Vermarkten und Verteilen von Apps, Branchen-Apps werden jedoch meist direkt durch die IT-Organisation eines Unternehmens an die Endbenutzer verteilt. Dieser Vorgang des Installierens von Apps ohne Verwendung des Windows Store wird als Querladen bezeichnet. Im Folgenden sind eine Reihe von bewährten Methoden aufgeführt, die für hohe Benutzerfreundlichkeit bei Installation und erstmaliger Verwendung solcher quergeladenen Apps sorgen.

  • Verwenden Sie das Zertifizierungskit für Windows-Apps. Wie bereits erwähnt, sollten Sie vor dem Verteilen der App die Zertifizierungstests im Zertifizierungskit für Windows-Apps ausführen, um sicherzustellen, dass die App den Anforderungen an eine Windows Store-App entspricht.
  • Signieren Sie die App. Signieren Sie die App über eine vertrauenswürdige Zertifizierungsstelle (Certificate Authority, CA) mit einem Unternehmenszertifikat. Dieser Schritt ist Teil des Bereitstellungsvorgangs, unabhängig davon, ob die App über den Windows Store verteilt wird oder nicht. Das Zertifikat muss auf allen PCs, auf denen die App ausgeführt wird, als vertrauenswürdig eingestuft werden, und der Name des Herausgebers muss mit dem Namen des App-Herausgebers übereinstimmen.
  • Legen Sie eine Gruppenrichtlinie fest. Stellen Sie sicher, dass die Gruppenrichtlinie so definiert ist, dass alle vertrauenswürdigen Apps installiert werden. Dadurch können die Benutzer quergeladene Apps installieren.
  • Stellen Sie die App bereit. Es gibt verschiedene Optionen, um Apps an Benutzer in einem Netzwerk zu verteilen. Dazu stehen gängige App-Verwaltungslösungen wie Microsoft System Center bereit. Die Benutzer können die App aber auch über ein Windows PowerShell-Skript installieren.

Ausführliche Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten, Branchen-Apps bereitzustellen und App-Aktualisierungen zu verwalten, finden Sie unter Bereitstellen von Unternehmens-Apps und Neues in Windows 8.1, Verbesserungen durch BYOD (Bring Your Own Device).

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Verwalten von Windows Store-Apps

Wie bei den früheren Versionen von Windows können IT-Manager weiterhin mit Tools wie Windows Intune und dem Microsoft System Center Configuration Manager den Zugriff auf Branchen-Apps für Unternehmen verwalten. Mit der Einführung des Windows Store sollten IT-Manager sicherstellen, dass der Benutzerzugriff auf den Windows Store den Unternehmensrichtlinien entspricht.

Für Windows Store-Apps unter haben IT-Manager verschiedene Optionen zum Verwalten von Apps für die interne Verteilung und über den Windows Store.

  • Mit den über System Center Configuration Manager und Windows Intune verfügbaren Verwaltungstools oder Drittanbieter-MDMs lässt sich steuern, welche Apps an den Benutzerstamm des Unternehmens verteilt werden können.
  • Anhand von Unternehmensrichtlinien kann der Benutzerzugriff auf den Windows Store für bestimmte Apps freigegeben werden. IT-Manager können dabei mit dem AppLocker-Tool einschränken, auf welche Apps die Unternehmensbenutzer im Windows Store zugreifen können.
  • Mithilfe von Unternehmensrichtlinien kann auch der eingeschränkte Zugriff auf den Windows Store nur für bestimmte Benutzer oder Computer festgelegt werden. So können IT-Manager den Zugriff auf den Windows Store für unbefugte Benutzer oder Computer mithilfe einer Gruppenrichtlinie deaktivieren.

Weitere Informationen finden Sie unter Verwalten des Clientzugriffs auf den Windows Store, Windows Intune und System Center Configuration Manager.

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Über den Autor

Doug Rothaus

Doug Rothaus ist Programmierer und Verfasser im Windows-Developer-Content-Team. Er schreibt seit über 10 Jahren bei Microsoft zu Themen der Programmierung und versucht dabei besonders, den Entwicklern die Tools und Informationen näher zu bringen, die sie zum Erstellen großartiger Lösungen mit Microsoft-Software benötigen.

 

Vielen Dank an Jim Prothe und Brad Bosak von Sonoma Partners LLC für einige Einblicke in ihre Arbeit mit Windows und Microsoft Dynamics CRM. Weiterer Dank gilt Kraig Brockschmidt, Miron Vranjes, Kushal Shah, Lora Heiny, Todd Landstad und Robert Green für ihren Beitrag zum Inhalt dieses Artikels.

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