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Was ist die Windows Communication Foundation?

Die globale Akzeptanz von Webdiensten, wozu Standardprotokolle für Anwendung-zu-Anwendung-Kommunikation gehören, hat die Softwareentwicklung verändert. Beispielsweise gehören zu den Funktionen, die Webdienste nun bereitstellen, Sicherheit, Koordination verteilter Transaktionen und zuverlässige Kommunikation. Die Vorteile der Veränderungen im Bereich Webdienste sollten in den von Entwicklern verwendeten Hilfsmitteln und Technologien widergespiegelt werden. Windows Communication Foundation (WCF) ist darauf ausgelegt, einen verwaltbaren Ansatz zum verteilten Computing, zur weitreichenden Interoperabilität und für eine direkte Unterstützung der Dienstorientierung zu bieten.

WCF erleichtert die Entwicklung von verbundenen Anwendungen durch ein neues dienstorientiertes Programmierungsmodell. WCF unterstützt durch seine Schichtenarchitektur viele Arten der Entwicklung verteilter Anwendungen. Auf der Basisschicht bietet die WCF-Kanalarchitektur asynchrone, nicht typisierte nachrichtenübertragende Stammfunktionen. Auf dieser Basisschicht befinden sich Protokollfunktionen für einen sicheren, zuverlässigen, durchgeführten Datenaustausch und eine weitläufige Auswahl an Transport- und Codierungsoptionen.

Das typisierte Programmierungsmodell (bezeichnet als Dienstmodell) wurde entworfen, um die Entwicklung von verteilten Anwendungen zu erleichtern und um Entwicklern mit Kenntnissen über ASP.NET-Webdienste, .NET Framework -Remoting und Enterprise Services, die zu WCF wechseln, eine bekannte Entwicklungsumgebung zu bieten. Das Dienstmodell bietet eine direkte Abbildung der Webdienstkonzepte auf diejenigen der .NET Framework-Common Language Runtime (CLR), einschließlich der flexiblen und erweiterbaren Abbildung von Nachrichten auf Dienstimplementierungen in Sprachen wie Visual C# oder Visual Basic. Es umfasst Möglichkeiten zur Serialisierung, die eine lose Kuppelung und Versionsverwaltung ermöglichen, und bietet Integration und Interoperabilität mit vorhandenen .NET Framework-Technologien für verteilte Systeme wie Message Queuing (MSMQ), COM+, ASP.NET-Webdienste, Web Services Enhancements (WSE) und eine Reihe anderer Funktionen.

Problembeispiel

Im folgenden Beispiel werden einige der Probleme veranschaulicht, die WCF angeht. Ein Autovermieter entscheidet sich, eine neue Anwendung zum Reservieren von Autos zu erstellen. Die Entwickler dieser Reservierungsanwendung für Mietwagen wissen, dass es möglich sein muss, auf die von ihr implementierte Geschäftslogik über andere Software, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens, zuzugreifen. Daher entscheiden sie sich, auf dienstorientierte Weise zu programmieren, wobei die Logik der Anwendung anderer Software über einen definierten Satz von Diensten verfügbar gemacht wird. Zum Implementieren dieser Dienste und somit zum Kommunizieren mit anderer Software verwendet die neue Anwendung WCF.

Mietwagen-Szenario

Während ihrer Lebensdauer wird voraussichtlich eine Reihe anderer Anwendungen auf die Mietwagen-Reservierungsanwendung zugreifen. Bei ihrer Programmierung wissen die Ersteller der Mietwagen-Reservierungsanwendung jedoch, dass drei andere Arten von Software auf ihre Geschäftslogik zugreifen werden (siehe Abbildung oben):

  • Eine Call-Center-Clientanwendung, die auf den Windows-Desktops läuft, mit denen die Mitarbeiter im Call-Center des Unternehmens arbeiten. Da diese Anwendung speziell für das neue Reservierungssystem erstellt wird, wird sie auch mit Microsoft .NET Framework und WCF programmiert. Diese Anwendung ist nicht wirklich unabhängig von der neuen Mitwagenreservierungs-Anwendung, da ihr einziger Zweck darin besteht, als Client für das neue System zu dienen. Aus dienstorientierter Perspektive ist sie nur ein weiterer Client für die Geschäftslogik des Reservierungssystems.
  • Eine vorhandene Reservierungsanwendung, die auf einem J2EE-Server erstellt wird, der auf einem Nicht-Windows-System läuft. Aufgrund einer kürzlich stattgefundenen Fusion mit einem anderen Autovermieter muss das vorhandene System auf die Logik der neuen Anwendung zugreifen können, damit den Kunden der fusionierten Unternehmen eine einheitliche Umgebung geliefert wird.
  • Partneranwendungen, die auf einer Vielzahl von Plattformen laufen, wobei sich jede in einem Unternehmen befindet, das ein geschäftliches Arrangement mit dem Autovermieter eingegangen ist. Zu den Partnern können Reisebüros, Fluggesellschaften und andere gehören, die für ihre Geschäfte Autovermietungsreservierungen vornehmen müssen.

Die verschiedenartigen Kommunikationsanforderungen für die neue Mietwagen-Reservierungsanwendung sind nicht einfach. Für Interaktionen mit der Call-Center-Clientanwendung ist beispielsweise die Leistung wichtig, während die Interoperabilität unkompliziert ist, da beide auf .NET Framework programmiert sind. Für die Kommunikation mit der vorhandenen J2EE-basierten Reservierungsanwendung und den verschiedenen Partneranwendungen ist jedoch die Interoperabilität von höchster Bedeutung. Außerdem sind die Sicherheitsanforderungen sehr unterschiedlich, da sie je nach den lokalen Windows-basierten Anwendungen, einer J2EE-basierten Anwendung, die auf einem anderen Betriebssystem läuft, und einer Vielzahl von Partneranwendungen, die über das Internet hereinkommen, variieren. Sogar Transaktionsanforderungen könnten variieren, wenn nur die internen Anwendungen Transaktionsanforderungen stellen dürfen. Wie können diese verschiedenen geschäftlichen und technischen Anforderungen erfüllt werden, ohne die Ersteller der neuen Anwendung vor unüberwindbare Schwierigkeiten zu stellen?

WCF wurde für dieses komplexe, aber realistische Szenario entworfen und ist die Standardtechnologie für Windows-Anwendungen, die Dienste verfügbar machen und die auf sie zugreifen. Dieses Thema bietet eine Einführung in WCF, untersucht, was es bereitstellt und zeigt, wie es eingesetzt wird. In dieser Einführung dient das gerade beschriebene Szenario als Beispiel. Das Ziel ist es, deutlich zu machen, was WCF ist, welche Probleme es löst und zu zeigen, wie es diese Probleme löst.

Angehen des Problems

Die Grundlage für neue Windows-basierte Anwendungen ist .NET Framework. Dementsprechend wird WCF hauptsächlich als ein auf .NET Framework-CLR aufbauender Satz von Klassen implementiert. Da es die ihnen bekannte Umgebung erweitert, ermöglicht es WCF den Entwicklern, die derzeit objektorientierte Anwendungen über .NET Framework erstellen, auch dienstorientierte Anwendungen auf gewohnte Weise zu programmieren.

Kommunikation zwischen einem WCF-Client und -Dienst

Die Abbildung zeigt einen WCF-Client und -Dienst. Die beiden interagieren über SOAP, die WCF-eigene Nachrichtendarstellung. Zwar werden beide unter WCF erstellten Parteien in der Abbildung dargestellt, dies ist jedoch nicht erforderlich. WCF wurde unter .NET Framework 2.0 erstellt.

Wie das bereits beschriebene Szenario zeigt, dient WCF zum Lösen einer Reihe von Herausforderungen für kommunizierende Anwendungen. Drei Punkte sind jedoch eindeutig die wichtigsten Aspekte von WCF:

  • Vereinigung vorhandener .NET Framework-Kommunikationstechnologien.
  • Unterstützung für anbieterübergreifende Interoperabilität, einschließlich der Zuverlässigkeit, Sicherheit und Transaktionen.
  • Explizite Dienstausrichtung.

Vereinigung von Microsofts verteilten Computingtechnologien

Wenn es WCF nicht gäbe, müsste das Entwicklungsteam, das die Mietwagenanwendung implementiert, die richtig verteilte Technologie aus den zahlreichen Möglichkeiten auswählen, die .NET Framework bietet. Unter Berücksichtigung der vielseitigen Anforderungen dieser Anwendung würde jedoch keine einzelne Technologie alle Anforderungen erfüllen. Stattdessen würde die Anwendung wahrscheinlich mehrere vorhandene .NET Framework-Technologien wie die folgenden verwenden:

  • ASP.NET Web-Dienste (ASMX). Eine Option für die Kommunikation mit der vorhandenen, J2EE-basierten Reservierungsanwendung und mit den Partneranwendungen im Internet. Wenn man bedenkt, dass die meisten Plattformen heute grundlegende Webdienste unterstützten, war dies vor der Veröffentlichung von WCF die direkteste Art, anbieterübergreifende Interoperabilität zu erreichen.
  • .NET Framework-Remoting. Eine Option für die Kommunikation mit der Call-Center-Anwendung, da beide unter .NET Framework erstellt wurden. Remoting ist speziell für eng gekuppelte .NET-to-.NET-Kommunikation ausgelegt und bietet daher eine nahtlose und unkomplizierte Entwicklungsumgebung für Anwendungen im lokalen Netzwerk.
  • Enterprise Services. Wird von der Mietwagen-Reservierungsanwendung für das Verwalten der Objektlebensdauern und zum Definieren von verteilten Transaktionen verwendet. Diese Funktionen könnten bei der Kommunikation mit und Integration in andere Anwendungen in diesem Szenario von Nutzen sein, aber Enterprise Services unterstützt nur einen begrenzten Satz an Kommunikationsoptionen.
  • WSE. Könnte zusammen mit ASMX für die Kommunikation mit der vorhandenen J2EE-basierten Reservierungsanwendung und den Partneranwendungen verwendet werden. Da es in neuerer Zeit definierte Webdienstvereinbarungen implementiert, die zusammen als die WS-*-Spezifikationen bekannt sind, ermöglicht WSE eine flexiblere Webdienstsicherheit, solange alle beteiligten Anwendungen kompatible Versionen dieser neuen Spezifikationen unterstützen.
  • Microsoft Message Queuing (MSMQ). Wird verwendet, um mit Windows-basierten Partneranwendungen zu kommunizieren, die sowohl eine garantierte Datenlieferung als auch eine Entkuppelung der Arbeitslasten und Anwendungslebensdauern erfordern. Das permanente Messaging, das Message Queuing bereitstellt, ist normalerweise die beste Lösung für periodisch verbundene Anwendungen.

Da sie unter .NET Framework erstellt wurde, muss die Mietwagen-Reservierungsanwendung mehr als eine dieser Kommunikationstechnologien verwenden, um die Anforderungen zu erfüllen. Obwohl dies technisch möglich ist, wäre eine Implementierung der so entstandenen Anwendung komplex und die Wartung anspruchsvoll.

Mit WCF ist die Lösung viel leichter zu implementieren. Wie die Abbildung zeigt, kann WCF für alle Situationen, die vorher beschrieben wurden, verwendet werden. Entsprechend kann die Mietwagen-Reservierungsanwendung diese einzelne Technologie für ihre komplette Anwendung-zu-Anwendung-Kommunikation verwenden. Im Folgenden wird gezeigt, wie WCF jede dieser Anforderungen angeht:

  • Da WCF über Webdienste kommunizieren kann, ist die Interoperabilität mit anderen Plattformen, die auch SOAP unterstützen (z. B. die führenden J2EE-basierten Anwendungsserver), unkompliziert.
  • Außerdem kann WCF so konfiguriert und erweitert werden, dass es mit Webdiensten kommuniziert, die nicht auf SOAP basierende Nachrichten verwenden, z. B. mit einfachen XML-Formate wie RSS.
  • Leistung ist von größter Bedeutung für die meisten Unternehmen. WCF wurde mit dem Ziel entwickelt, eine der schnellsten verteilten Anwendungsplattformen von Microsoft zu werden. Einen Leistungsvergleich auf hoher Ebene zwischen WCF und anderen verteilten Kommunikationstechnologien von Microsoft .NET finden Sie unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=94274 (möglicherweise in englischer Sprache).
  • Um optimale Leistung zu ermöglichen, wenn beide Parteien in einer Kommunikation unter WCF erstellt wurden, ist die in diesem Fall verwendete Kabelcodierung eine optimierte Binärversion eines XML Information Set. Die Nachrichten sind immer noch mit der Struktur einer SOAP-Nachricht konform, ihre Codierung verwendet jedoch eine Binärrepräsentation der Datenstruktur statt eines standardmäßigen Formats mit spitzen Klammern und Text der XML 1.0-Textcodierung. Die Verwendung dieser Option ist für die Kommunikation mit der Call-Center-Anwendung sinnvoll, da auch sie unter WCF erstellt wurde und Leistung ein wichtiger Aspekt ist.
  • Die Verwaltung von Objektlebensdauern, die Definition von verteilten Transaktionen und andere Aspekte von Enterprise Services werden nun durch WCF bereitgestellt. Sie stehen allen WCF-basierten Anwendungen zur Verfügung, was bedeutet, dass die Mietwagen-Reservierungsanwendung sie mit jeder der anderen Anwendungen verwenden kann, mit denen sie kommuniziert.
  • Da WCF eine Vielzahl von WS-*-Spezifikationen unterstützt, hilft es dabei, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Transaktionen zu bieten, wenn es mit einer anderen Plattform, die diese Spezifikationen unterstützt, kommuniziert.
  • Die WCF-Option für Warteschlangennachrichten, die unter Message Queuing erstellt wurden, ermöglicht es Anwendungen, dauerhafte Warteschlangen zu verwenden, ohne einen anderen Satz an Anwendungsprogrammierungs-Schnittstellen zu verwenden.

Das Ergebnis dieser Vereinigung ist eine größere Funktionalität und bedeutend verringerte Komplexität.

Interoperabilität mit auf anderen Technologien erstellten Anwendungen

Während WCF eine neue Entwicklungsumgebung für verteilte Anwendungen einführt, ist es darauf ausgelegt, gut mit anderen Anwendungen als WCF zusammenzuarbeiten. Es gibt zwei wichtige Aspekte der WCF-Interoperabilität: Interoperabilität mit anderen Plattformen und Interoperabilität mit den Microsoft-Technologien, die WCF vorausgingen. Der folgende Abschnitt beschreibt beides.

Interoperabilität mit anderen Webdienst-Plattformen

Unternehmen besitzen heute normalerweise Systeme und Anwendungen, die sie von mehreren verschiedenen Anbietern gekauft haben. In der Mietwagenanwendung ist beispielsweise eine Kommunikation mit verschiedenen anderen Softwareanwendungen erforderlich, die in verschiedenen Sprachen geschrieben wurden und die auf verschiedenen Betriebssystemen laufen.

Da WCFs grundlegende Kommunikationsmechanismen SOAP-basierte Webdienste sind, können WCF-basierte Anwendungen mit anderer Software kommunizieren, die in einer Vielzahl an Kontexten läuft. Eine unter WCF erstellte Anwendung kann mit folgenden Anwendungen interagieren:

  • WCF-basierten Anwendungen, die in einem anderen Prozess auf dem gleichen Windows-Computer ausgeführt werden.
  • WCF-basierten Anwendungen, die auf einem anderen Windows-Computer ausgeführt werden.
  • Auf anderen Technologien erstellten Anwendungen, z. B. J2EE-Anwendungsservern, die Standardwebdienste unterstützen. Diese Anwendungen können auf Windows-Computern oder auf Computern, auf denen andere Betriebssysteme laufen, ausgeführt werden.

Um mehr als nur grundlegende Kommunikation zuzulassen, implementiert WCF Webdiensttechnologien, die durch WS-*-Spezifikationen definiert werden. All diese Spezifikationen wurden ursprünglich von Microsoft, IBM und anderen Anbietern in Zusammenarbeit definiert. Wenn sich diese Spezifikationen durchsetzen, gehen sie oft in den Besitz von Standardgremien wie dem World Wide Web Consortium (W3C) oder der Organization for the Advancement of Structured Information Standards (OASIS) über. Diese Spezifikationen betreffen mehrere Bereiche, unter anderem grundlegendes Messaging, Sicherheit, Zuverlässigkeit, Transaktionen und das Arbeiten mit den Metadaten eines Diensts. Weitere Informationen finden Sie unter Interoperabilität und Integration. Weitere Informationen zu erweiterten Webdienstspezifikationen finden Sie unter (möglicherweise in englischer Sprache).

Nach Funktionen gruppiert decken diese Spezifikationen Folgendes ab:

  • Messaging: SOAP ist die Grundlage von Webdiensten und definiert einen Standardumschlag, der Header und Textabschnitte enthält. WS-Addressing definiert Zusätze zum SOAP-Header zur Adressierung von SOAP-Nachrichten. Dadurch ist SOAP für die Übertragung von Adressierungsinformationen nicht mehr vom zugrunde liegenden Transportprotokoll, z. B. HTTP, abhängig. Der Message Transmission Optimization Mechanism (MTOM) definiert ein optimiertes Übertragungsformat für SOAP-Nachrichten mit umfangreichen Binärdateninhalten, die auf der XML-Binary Optimized Packaging (XOP)-Spezifikation basieren.
  • Metadaten: Die Web Services Description Language (WSDL) definiert eine Standardsprache für die Spezifikation von Diensten und verschiedenen Aspekten dazu, wie diese Dienste verwendet werden können. WS-Policy ermöglicht die Spezifikation von dynamischeren Aspekten des Verhaltens eines Diensts, die nicht in WSDL ausgedrückt werden können, z. B. eine bevorzugte Sicherheitsoption. WS-MetadataExchange ermöglicht es einem Client, über SOAP direkt beschreibende Informationen über einen Dienst anzufordern, z. B. WSDL und seine Richtlinien.
  • Sicherheit: WS-Sicherheit, WS-SecureConversation, WS-Trust und WS-Federation definieren Zusätze zu SOAP-Nachrichten, um Authentifizierung, Datenintegrität, Datenschutz und andere Sicherheitsfeatures zu gewährleisten.
  • Zuverlässigkeit: WS-Reliable Messaging definiert Zusätze zum SOAP-Header, die eine zuverlässige End-to-End-Kommunikation ermöglichen, selbst wenn ein oder mehrere Webdienstzwischenstationen durchlaufen werden müssen.
  • Transaktionen: Auf WS-Coordination erstellt, ermöglicht WS-Atomic Transaction die Koordinierung von zweiphasigen Übergabetransaktionen im Kontext der Webdienstverbindungen.

Die Mietwagen-Reservierungsanwendung würde wahrscheinlich mehrere dieser erweiterten Technologien verwenden. WS-Addressing ist beispielsweise immer dann von grundlegender Bedeutung, wenn SOAP über einen anderen Transportmechanismus als HTTP verwendet wird, was bei der Kommunikation mit der .NET Framework-basierten Call-Center-Anwendung der Fall sein könnte. WCF hängt von WS-Policy und WS-Metadata Exchange ab, unter anderem um herauszufinden, ob das System, mit dem es kommuniziert, ebenfalls WCF verwendet. Eine zuverlässige Kommunikation ist für die meisten Situationen von grundlegender Bedeutung; daher ist es wahrscheinlich, dass WS-Reliable Messaging verwendet wird, um mit vielen der anderen Anwendungen in diesem Szenario zu interagieren. Genauso könnten WS-Sicherheit und die verwandten Spezifikationen für eine Sicherung der Kommunikation mit einer oder mehreren Anwendungen verwendet werden, da alle einen Schutz gegen unberechtigten Zugriff oder die Änderung oder das Abfangen von Daten benötigen. Für Anwendungen, die eine Transaktionsintegration mit dem Mietwagen-Reservierungssystem erfordern, wäre WS-Atomic Transaction von grundlegender Bedeutung. MTOM könnte immer angewendet werden, wenn ein optimiertes Kabelformat für Binärdaten benötigt wird (z. B. für Bilder von Flottenbeispielen) und wenn beide Seiten der Kommunikation diese Option unterstützen.

Der wichtigste Punkt ist, dass WCF interoperable Webdienste implementiert, die alles von Plattform-übergreifender Sicherheit und Zuverlässigkeit über Transaktionen bis hin zu anderen Diensten bieten. Um einen maximalen Durchsatz zu liefern kann die WCF-zu-WCF-Kommunikation bedeutend optimiert werden, aber die gesamte andere Kommunikation verwendet Standard-Webdienstprotokolle. Tatsächlich kann eine einzelne Anwendung ihre Dienste beiden Arten von Clients verfügbar machen.

Interoperabilität mit Microsoft-Technologien

Viele Microsoft-Kunden haben bedeutende Investitionen in die .NET Framework-Technologien getätigt, die WCF beinhaltet. Der Schutz dieser Investitionen war ein wesentliches Ziel der Entwickler von WCF. Die Installation von WCF stört keine vorhandene Technologie, daher ist es nicht nötig, dass Unternehmen vorhandene Anwendungen ändern müssen. Es wird jedoch ein klarer Upgradeplan bereitgestellt, und WCF ist, wann immer möglich, mit diesen älteren Technologien kompatibel.

Beispielsweise verwenden sowohl WCF als auch ASMX SOAP. Daher können auf WCF basierende Anwendungen direkt mit denjenigen, die auf ASMX erstellt wurden, interagieren. Vorhandene Enterprise Services-Anwendungen können außerdem mit WCF-Schnittstellen umschlossen werden, wodurch sie mit auf WCF erstellten Anwendungen interagieren können. Da permanente Warteschlangen in WCF von MSMQ abhängig sind, können auf WCF basierende Anwendungen direkt mit nicht auf WCF basierenden Anwendungen interagieren, die über native MSQM-Schnittstellen erstellt wurden. In der Mietwagen-Reservierungsanwendung könnte Software, die mit einer dieser früheren Technologien erstellt wurde, eine direkte Verbindung aufbauen und die WCF basierten Dienste des neuen Systems nutzen.

Interoperabilität ist jedoch nicht immer möglich. Beispiel: Obwohl WSE 1.0 und WSE 2.0 einige der gleichen WS-*-Spezifikationen wie WCF implementieren, nutzen diese früheren Technologien ältere Versionen der Spezifikationen. Version 3.0 von WSE ermöglicht Interoperabilität mit WCF, frühere Versionen jedoch nicht. Weitere Informationen zur Kompatibilität finden Sie unter Migrieren von WSE 3.0-Webdiensten zu WCF.

Interoperabilität mit anderen XML-Protokollen

Die Zukunft des Internets lässt sich nicht vorhersagen, und die heute verwendeten Technologien könnten sich weiterentwickeln oder ersetzt werden. Ein zur Zeit beliebter Trend beim Erstellen von webzentrierten Anwendungen (von vielen "Web 2.0" genannt) ist ein auf einer Kommunikation basierendes Anwendungsmodell, die nur einfache XML-Formate nutzt, die nicht auf SOAP basieren und die ausschließlich HTTP als Transport- und als Anwendungsprotokoll nutzen. Der Representational State Transfer (REST)-Architekturtyp ist beispielsweise nicht durch benutzerdefinierte Vorgängen für den Umgang mit Daten beeinflusst. Stattdessen werden dem Anwendungsstatus HTTP-URLs und HTTP-Methoden zugewiesen (z. B. PUT, POST, DELETE und GET). Dieser Ansatz steht im Gegensatz zur Erstellung von benutzerdefinierten Verfahren oder Funktionen, die die meisten Entwickler in einer Unternehmensumgebung kennen. Der REST-Ansatz ist jedoch in Szenarien nützlich, in denen Dienste als Back-End von Web 2.0-Anwendungen fungieren müssen.

REST ist nur ein Beispiel für eine sich entwickelnde Web 2.0-Technologie. In dieser Umgebung der experimentellen Programmierungsmodelle und der fortlaufenden Neuinterpretation und Verfeinerung von Standards ist Flexibilität erforderlich, um mit unvorhersehbaren Änderungen umgehen zu können. WCF ist flexibel. Auch wenn WCF beispielsweise SOAP als zugrunde liegende Struktur verwendet,muss es SOAP nicht für die Kabelkommunikation verwenden. Tatsächlich kann WCF so konfiguriert werden, dass es "einfache" XML-Daten verarbeitet, die nicht von einem SOAP-Umschlag umgeben sind. WCF kann außerdem erweitert werden, sodass es spezifische XML-Formate wie ATOM (ein verbreiteter RSS-Standard) und sogar Nicht-XML-Formate wie JavaScript Object Notation (JSON) unterstützt. Diese Flexibilität sorgt dafür, dass der heute geschriebene Code auch noch in Zukunft gültig sein wird, selbst wenn sich die Protokolle ändern oder sie ersetzt werden. Deshalb ist WCF für die Gegenwart und die Zukunft entworfen.

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