Browsen ohne Plug-Ins

Ab Windows 8 ist IE eine Webplattform, die zwei Browsingoberflächen bereitstellt: den neuen Internet Explorer mit der für Toucheingabegeräte optimierten neuen Windows-Oberfläche und die bekannte IE-Browsingoberfläche für den Desktop. Als Windows-App wird Internet Explorer ohne Plug-Ins ausgeführt und bietet daher auch mit integriertem Adobe Flash-Player eine klare, schnelle und sichere Benutzeroberfläche für das Browsen im Internet. Durch die Vermeidung von Plug-In-Abhängigkeiten auf ihren Websites und die Nutzung Standards-basierter Technologien profitieren Webentwickler von einer besseren Interoperabilität ihrer Website und einer einfacheren Verwaltung. Wir bieten in diesem Thema Anleitungen und Strategien für die Vorbereitung Ihrer Websites und Web-Apps auf das Browsen ohne Plug-Ins in IE.

Plug-Ins und das moderne Internet

Browser-Plug-Ins sind kompilierte Softwarekomponenten von Drittanbietern, die die Funktionalität von Webinhalten erweitern, indem sie Browserschnittstellen niedriger Ebenen nutzen. In Internet Explorer sind Plug-Ins ActiveX-Objekte und Browserhilfsobjekte (Browser Helper Objects, BHOs). Zwei gängige Plug-Ins für das Web sind Flash Player und Skype Click to Call, die unter Internet Explorer als Microsoft ActiveX-Objekt bzw. Browserhilfsobjekt (Browser Helper Object, BHO) installiert werden. Andere häufig verwendete Plug-In-Technologien für Browser sind z. B. Microsoft Silverlight, Apple QuickTime und Java-Applets. Wie bei Flash stellen diese Technologien ein Anwendungsframework und eine Runtime für Webentwickler bereit, damit diese Plug-Ins schreiben können, die die Funktionalität ihrer Websites und Web-Apps erweitern.

Seit den Anfängen des Internet haben Browser-Plug-Ins eine wichtige Rolle bei umfangreichen Multimediaerfahrungen und komplexen Web-App-Funktionen gespielt. Neben diesen Funktionserweiterungen haben Plug-Ins aber auch einige Nachteile. Da Plug-Ins im Prinzip Anwendungen sind, die im Browser ausgeführt werden, verbrauchen sie zusätzliche Systemressourcen und stellen weitere Angriffsmöglichkeiten für Sicherheitsrisiken dar. Plug-Ins wurden auch nicht für die Toucheingabe entwickelt. Außerdem profitieren sie nicht von Änderungen bei Internet Explorer 10 und höher, die eine flüssigere Verwendung von Websites mit Toucheingabe erlauben, da sie eigenständige Anwendungen sind. Und schließlich basieren Plug-Ins auf proprietären Technologien und bieten eine sehr variable Codequalität, wodurch eine Vorhersage oder Steuerung ihrer Unterstützung in unterschiedlichen Browsern und Betriebssystemen sehr schwierig ist.

Glücklicherweise hat sich das Internet seit seinen Anfängen sehr viel weiter entwickelt, und Standards-basierte Technologien des World Wide Web Consortium (W3C) wie z. B. die zu HTML5 bieten mittlerweile ähnliche Möglichkeiten wie verschiedene Plug-Ins. Diese Technologien werden von vielen modernen Webbrowsern unterstützt, sodass Webentwickler dasselbe Markup und dieselben Skripts für alle modernen Browser verwenden können, ohne zusätzlichen Code für Framework- und Runtime-Abhängigkeiten von Drittanbietern schreiben zu müssen.

Website auf Grundlage von Standards und ohne Plug-Ins bieten folgende Vorteile:

  • Endbenutzer profitieren von mehr Leistung beim Browsen, längerer Akkuleistung auf Mobilgeräten und höherer Sicherheit, Vertraulichkeit und Zuverlässigkeit.
  • Webentwickler profitieren von einer umfangreicheren Interoperabilität ihrer Website auf Browsern und Geräten, höherer Aufwärtskompatibilität und einer insgesamt einfacheren Verwaltung ihrer Website.
  • Das moderne Internet profitiert durch die Förderung und Umsetzung eines offeneren, zugänglicheren und anbieterunabhängigeren Internets.

IE unter Windows 8 – und eine ständig wachsende Anzahl der beliebtesten Websites auf der ganzen Welt – bieten aus diesen Gründen eine Plug-In-freie Benutzeroberfläche. Es gibt mittlerweile bereits eine erhebliche Anzahl von Endverbrauchergeräten und Browsern, die keine Plug-Ins mehr unterstützen. Trotz dieser Trends und Vorteile erfordern einige Websites für Endbenutzer und auch geschäftliche Web-Apps weiterhin Plug-Ins. Im letzten Abschnitt dieses Artikels werden daher Fallbacktechniken und Strategien zur Umgehung von Problemen erläutert, damit Benutzer mühelos zu Internet Explorer für den Desktop wechseln können, wenn sie von Plug-Ins abhängige Websites anzeigen möchten.

Abkehr von Plug-Ins

Windows Internet Explorer 9 und höhere IE-Versionen für den Desktop bieten eine Möglichkeit, das Internet ohne Plug-Ins anzuzeigen. Sie nutzen dafür die ActiveX-Filterung. Da IE unter Windows 8 ohne Plug-Ins ausgeführt wird, stellt der Browser ein ideales Testfeld für die Entwicklung neuer Plug-In-freier Websites und die Konvertierung Plug-In-abhängiger Websites auf Standards dar.

In der folgenden Tabelle werden die häufigsten Verwendungsformen von Plug-Ins, Beispiele älterer Plug-In-basierter Technologien und deren standardbasierte Entsprechungen in Internet Explorer 10 und höher aufgeführt.

FunktionBeispiel für Plug-In-basierte TechnologieStandardbasierte entsprechende Technologien Weitere Informationen
Video und AudioFlash, Apple QuickTime, SilverlightHTML5-Video und -Audio Video, Audio
GrafikenFlash, Apple QuickTime, Silverlight, Java-Applets HTML5-Canvas , Skalierbare Vektorgrafiken (SVG), CSS3-Übergänge (Cascading Stylesheets, Level 3) und -Animationen, CSS-Transformationen, WebGL Canvas, SVG, Übergänge, Animationen, Transformationen, WebGL
OfflinespeicherungFlash, Java-Applets, Google Gears Webspeicher, Datei-API, IndexedDB, Anwendungscache-API Webspeicher, Datei-API, IndexedDB, Anwendungscache-API
Netzwerkkommunikation, Ressourcenfreigabe, Dateiupload Flash, Java-Applets HTML5-Webnachrichten, CORS (Cross-Origin Resource Sharing) Channelnachrichten , XMLHttpRequest

 

Video und Audio

Am häufigsten werden Plug-Ins für das Einbetten umfangreicher Audio- und Videoinhalte in Webseiten mit Media-Playern wie Flash-Player verwendet. Der Trend ändert sich jetzt jedoch mit der Entwicklung der Video- und Audiospezifikationen für HTML5 und ihrer fortschreitenden Unterstützung durch moderne Browser. Die HTML5-Elemente für Video und Audio werden seit Internet Explorer 9 unterstützt. In Internet Explorer 10 wurde Unterstützung für das HTML5-Track-Element für Videoaufzeichnungen hinzugefügt. In Internet Explorer 11 werden Medienstreaming und Inhaltsschutz jetzt durch Medienquellenerweiterungen und verschlüsselte Medienerweiterungen für HTML5-Medienelemente unterstützt. Im Abschnitt "HTML5-Video" wird die Unterstützung ausführlicher erläutert.

Grafiken

Plug-Ins wurden häufig auch für die Bereitstellung animierter grafisch ansprechender interaktiver Spiele und von Multimediawerbung verwendet. Seit Internet Explorer 9 wird eine ganze Reihe von standardbasierten Alternativen für Grafiktechnologien mit Hardwarebeschleunigung bereitgestellt, u. a. HTML5-Canvas, SVG und CSS3-2D-Transformationen . Internet Explorer 10 unterstützt daneben noch SVG-Filtereffekte, CSS3-Übergänge und -Animationen sowie CSS3-3D-Transformationen und ; IE11 unterstützt außerdem noch WebGL.

Offlinespeicherung

Viele Web-Apps benötigen Zugriff auf Datendateien, wofür in der Vergangenheit häufig Zugriff auf Remoteserver mit den gespeicherten Dateien erforderlich war. Dafür ist wiederum eine Netzwerkverbindung erforderlich, damit aber Web-Apps eine ernsthafte Alternative zu Clientanwendungen auf dem Desktop darstellen können, müssen sie auch offline funktionieren. Plug-Ins wie Java-Applets und Google Gears waren erste Versuche, eine Offlinespeicherung für Web-Apps zu erreichen, aber mittlerweile stehen Alternativen auf Grundlage von Standards des W3C (World Wide Web Consortium) bereit. Webspeicher wird seit Windows Internet Explorer 8 unterstützt, und in Internet Explorer 10 wird Unterstützung für die Datei-API, IndexedDB und die Anwendungscache-API eingeführt, wodurch sich eine Vielzahl neuer Möglichkeiten für das Erstellen von Offlineoberflächen bietet.

Netzwerkkommunikation, Ressourcenfreigabe, Dateiupload

Bei modernen Websites und Apps geht es vielfach um die soziale Interaktion und das Teilen, wozu oft weitere Websites in der Lage sein müssen, sicher und nahtlos zu kommunizieren und Daten hochzuladen und zu teilen. Früher mussten Entwickler manchmal auf Plug-Ins wie Flash zurückgreifen, um domänenübergreifende HTTP-Anforderungen durchzuführen, wenn Internet Explorer XDomainRequest object die benötigten Funktionen nicht bieten konnte. In anderen Fällen verwendeten Entwickler Flash- oder Silverlight-Plug-Ins beispielsweise, wenn ihre Webanwendungen Uploads mehrerer Dateien, Uploads von Dateien in einem Hintergrundthread oder die Anzeige des Fortschritts von Uploads und Downloads unterstützen sollten. All dies hat sich mit Internet Explorer 10 durch die Unterstützung des CORS-Standards (Cross-Origin Resource Sharing) für XMLHttpRequest (XHR), XHR-Fortschrittsereignisse und Web-Worker geändert. Im Bereich von HTML5-Webnachrichten wurden in IE8 dokumentübergreifende Nachrichten eingeführt (mit der postMessage method und dem onmessage event), und in Internet Explorer 10 werden nun auch Kanalnachrichten unterstützt.

HTML5-Video

Die Zukunft von Videos im Internet ist HTML5. Sie müssen aber einige Dinge beachten, da sich die zugrunde liegenden Standards und die Implementierungen durch Browseranbieter noch einander annähern.

Codierung

Drei Hauptcodierungsformate werden vom HTML5-video-Tag für unterstützt: H.264, VP8 und Theora. Das H.264-Format wird auch als MP4-Dateiformat bezeichnet und ist zurzeit das am weitesten verbreitete Videocodierungsformat im Internet. Es wird nicht nur vom HTML5-video-Tag, sondern auch von jedem Blu-ray-DVD-Player (Digital Video Disc), den meisten Flash- und Silverlight-Playern und vielen mobilen Geräten unterstützt.

Aber das H.264-Format bietet noch weitere Vorteile. Sie können Videos direkt von Ihrer Kamera im Internet bereitstellen, ohne sie vorher codieren zu müssen. Außerdem bieten H.264-Videos im Gegensatz zu allen anderen Videocodecs eine herausragende Hardwareunterstützung, dies sogar möglich macht, großartige HD-Videos auf leistungsschwächeren Computern abzuspielen, wobei die H.264-Decodierung direkt in der CPU erfolgt. Für dasselbe Video wäre für die Wiedergabe bei einer anderen Codierung höchstwahrscheinlich zusätzliche Softwareunterstützung erforderlich, wodurch die Geschwindigkeit reduziert und der Aufwand erhöht werden würden.

Nicht bei allen führenden Browsern wird das H.264-Format direkt unterstützt. Die Webbrowser Firefox und Opera unterstützen von sich aus nur die Formate VP8 (WEBM-Dateien) und Theora (OGG-Dateien). Firefox verfügt über Unterstützung für H.264, aber H.264 ist nicht im Lieferumfang enthalten. Stattdessen wird die integrierte Unterstützung unter Windows und anderen Hostbetriebssystemen genutzt. Für Google Chrome wurde angekündigt, dass die H.264-Unterstützung beendet werden sollte, aber zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments war dies noch nicht der Fall. Zur Umgehung dieser Unterschiede und damit Ihr HTML5-Video in allen Browsern funktioniert, sollten Sie im HTML5-source element mehrere Codierungsangaben für Ihr Video machen. Beispiel:



<video id="video1">
    <source src="slideshow.mp4" type="video/mp4">
    <source src="slideshow.webm" type="video/webm">
</video>


In der folgenden Tabelle werden die wichtigsten HTML5-Videoformate mit der aktuellen Unterstützung durch die verbreitetsten Browser aufgeführt.

Videocodierung Audiocodierung DateiformatWindows Internet Explorer Safari (für Windows, Mac, iPhone, iPad) ChromeFirefoxOpera
H.264AAC.mp4IE9+Safari 4+ Chrome 3.0.182.2+2 Firefox 21+3(Plug-In erforderlich)
VP8Vorbis.webm (Windows-Codec erforderlich)1(Plug-In erforderlich)Chrome 6.0.422+Firefox 4+Opera 10.60+
TheoraVorbis.ogg(Plug-In erforderlich)(Plug-In erforderlich)Chrome 3.0.182.2+Firefox 3,6+Opera 10.50+

 

1 Für die IE-Unterstützung zur Wiedergabe von WEBM-Videos ist kein Browser-Plug-In erforderlich, aber die Benutzer müssen den kostenlosen VP8-Codec für Windows installieren.
2Für Google Chrome wurde angekündigt, dass die H.264-Unterstützung beendet werden sollte, aber zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments war dies noch nicht der Fall.
3Die H.264-Unterstützung für Windows 7 (und höher) wurde in Firefox 21 und für Linux in Firefox 24 eingeführt.

Wenn Sie sicherstellen möchten, dass Ihr HTML5-Video und -Audio in unterschiedlichen Browsern wiedergegeben werden kann, lesen Sie "Browserübergreifendes HTML5-Audio und -Video in der Praxis".

Streaming und Verwaltung digitaler Rechte (DRM)

Video kann entweder live (per Streaming) oder als Video-On-Demand (aus einer Datei oder von einem Webserver) wiedergegeben werden. Ab IE11 werden von IE sowohl Video-On-Demand als auch HTML5-Videostreaming sowie DRM unterstützt.

IE11 unter Windows 8.1 unterstützt Medienquellenerweiterungen (Media Source Extensions, MSE) des W3C für das HTML5-Livestreaming von HTML5-Video (oder adaptive Bandbreite), wobei die Videoqualität von der Effizienz des Netzwerks abhängig sein kann. Dies stellt eine Alternative zu proprietären adaptiven Streamingtechnologien dar, die heutzutage im Internet verwendet werden.

IE11 unter Windows 8.1 unterstützt auch verschlüsselte Medienerweiterungen (Encrypted Media Extensions, EME) des W3C, um die Wiedergabe von geschütztem Inhalt über HTML5-Video zu ermöglichen. IE11 unterstützt das PlayReady DRM-System.

Hinweis  Medienquellenerweiterungen und verschlüsselte Medienerweiterungen werden in IE11 unter Windows 7 nicht unterstützt.

MPEG-DASH ist ein neuer Standard für Internetstreaming, und MSE und EME in IE11 sind sowohl mit MPEG-DASH-Inhalt als auch mit ISO BMFF-Inhalt (dem Basisformat für gängige Mediendateitypen) kompatibel. Weitere Informationen zum Implementieren eines DASH-Clients, um MSE und EME nutzen zu können, finden Sie unter Erstellen von Medienstreaming-Apps und -Websites ohne Plug-Ins mit MPEG-DASH (MSDN Channel 9-Video) und in der DASH.js-Referenzimplementierung (GitHub-Repository) des DASH Industry Forums.

Dynamische TextTrack-Objekte und Untertitelgestaltung

Mit Internet Explorer 10 wird die dateibasierte TextTrack-Unterstützung für WebVTT- und TTML-Formate von Titeldateien eingeführt. Für Titeldateien (z. B. Videodateien) muss vom Server ein MIME-Typheader für WebVTT- oder TTML-basierte Dateien bereitgestellt werden. Mit IE11 wird die TextTrack-Unterstützung für HTML5-Videos um die programmgesteuerte Erstellung von TextTrack- und TextTrackCue-Objekten erweitert. Damit können Videountertitel dynamisch erstellt werden. Mithilfe der Methoden addTextTrack und addCue können Sie für ein ausgeführtes Video neue Titel erstellen und diese hinzufügen. Außerdem bietet IE11 Unterstützung für SDP (Simple Delivery Profile), damit Sie TTML-Titeldateien erstellen können, mit denen Text im gesamten Videoplayer angeordnet werden kann. Sie können Schriftarten, Farben und Stile steuern, um den Untertiteltext im Videoplayer lesbarer bzw. interessanter zu gestalten.

Weitere Informationen zur Videounterstützung finden Sie unter Simple Delivery Profile (SDP) oder Dynamische TextTrack-Objekte im IE11-Entwicklerhandbuch.

Verwenden von Plug-Ins als letzte Möglichkeit

Für eine optimale Zukunftssicherheit und Browserkompatibilität sollten Sie Ihre Website möglichst ohne Plug-Ins entwickeln. Es könnte in einigen Situationen aber nicht möglich sein, dass eine Website oder Web-App vollständig ohne Plug-Ins auskommt. In diesen Fällen gibt es einige Fallback-Techniken und Strategien zur Umgehung, mit denen Sie sicherstellen können, dass Benutzer von Internet Explorer 10 und anderen Plug-In-freien Browsern eine optimale Benutzererfahrung erleben.

Selektive Verwendung von Plug-Ins

Es gibt keine programmgesteuerte Möglichkeit, um festzustellen, ob Ihre Website oder App in Internet Explorer 10 und höher in der neuen Windows-Benutzeroberfläche oder auf dem Desktop angezeigt wird: die -Zeichenfolge des Benutzer-Agents ist immer dieselbe. Dies wäre aber auch gar keine sinnvolle Unterscheidung, da beide Versionen mit denselben HTML5- und Skriptmodulen ausgeführt werden und IE auch eine ActiveX-Filterung nutzen kann. Daher sollten Sie bei der Planung einer Plug-In-freien Fallbackstrategie sicherstellen, dass die Website für alle Internet Explorer 10-Versionen und alle anderen Plug-In-freien Browser identisch ist. Dazu verwenden Sie am besten die Featureerkennung anstelle der Browsererkennung. Mithilfe der Featureerkennung kann Ihre Website ermitteln, ob ein bestimmtes Feature vom Clientbrowser unterstützt wird, und andernfalls eine Plug-In-basierte Funktion bereitstellen.

In diesem Beispiel wird eine Fallback-Lösung über HTML-Elemente bereitgestellt, um eine Plug-In-Lösung für Browser bereitzustellen, die das HTML5-video-Element nicht unterstützen.


 
<video id="video1" width="640" height="360" controls>
    <source src="video.mp4" type="video/mp4">
    <source src="video.webm" type="video/webm">
    <object width="640" height="360" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://fpdownload.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=8,0,0,0">
        <param name="SRC" value="http://ie.microsoft.com/testdrive/IEBlog/Common/player.swf?file=video.mp4">
        <p>Please update your browser or install Flash</p>
    </object>
</video>


Im nächsten Beispiel wird eine auf JavaScript basierende Fallback-Lösung verwendet, um eine Plug-In-Lösung für Browser bereitzustellen, die einen systeminternen XMLHttpRequest (XHR) nicht unterstützen.



// Best Practice: Use Native XHR, if available.
if (window.XMLHttpRequest) {
    // If IE7+, Gecko, WebKit: Use native object.
    var xmlHttp = new XMLHttpRequest();
}
else if (window.ActiveXObject) {
    // ...if not, try the ActiveX control. 
    var xmlHttp = new ActiveXObject("Microsoft.XMLHTTP");
}
else {
    // No XMLHTTPRequest mechanism is available.
}


Wenn Ihre Website umgekehrt über ein bestimmtes Plug-In umfangreiche Inhalte bereitstellt, können Sie über die readyState property des object element vom Host prüfen, ob das Plug-In geladen wurde, und ggf. einen Fallback auf eine Plug-In-freie Version durchführen. Weitere Informationen und Codebeispiele zu Fallbackstrategien finden Sie unter Plug-Ins und ActiveX-Steuerelemente im IE-Kompatibilitäts-Cookbook.

Wiedergeben von Flash-Inhalt mithilfe der Kompatibilitätsansichtsliste

In Windows 8 stellt Internet Explorer 10 einen integrierten Flash Player zur Verfügung, sodass kein zusätzlicher Player installiert oder heruntergeladen werden muss. Während alle Websites Flash-Inhalt in Internet Explorer für den Desktop wiedergeben können, kann Flash-Inhalt innerhalb von Internet Explorer auf der neuen Windows-Benutzeroberfläche nur von Websites wiedergegeben werden, die nicht im Abschnitt NoFlash der Kompatibilitätsansichtsliste aufgeführt sind. (Die Auflistung im Abschnitt NoFlash hat keine Auswirkungen auf den Dokumentmodus einer Website.) Websites mit Flash-Inhalt werden nur in diese Liste eingefügt, wenn sie über bekannte Probleme mit der Sicherheit oder Zuverlässigkeit verfügen. Entwickler können auch anfordern, dass die Entfernung ihrer Website aus der Kompatibilitätsansichtsliste für Flash geprüft wird. Weitere Informationen finden Sie unter "Entwicklerleitfaden für Websites mit Inhalt für Adobe Flash Player unter Windows 8".

Wechseln auf die Desktopversion, wenn alle anderen Möglichkeiten fehlschlagen

Damit Ihre Website auch in Zukunft kompatibel bleibt und langfristig möglichst viele Benutzer erreicht, sollten Sie beim Erstellen neuer Sites und dem Überarbeiten bereits vorhandener Sites auf Plug-Ins verzichten. Wenn dies nicht möglich ist, sollten Sie überlegen, Ihre Site in eine Windows Store-App zu migrieren oder Code für eine Windows Store-App zu schreiben und dabei anstelle der Funktionen eines Plug-Ins ein benutzerdefiniertes Windows-Runtime-Objekt zu verwenden. Anschließend können Sie Ihre Website mit Ihrer Windows 8-App verknüpfen.

Für eine kurzfristige Lösung bietet Internet Explorer 10 den requiresActiveX-Schalter, die bei Aktivierung eine Benachrichtigung anzeigt, in der die Benutzer zum Wechsel auf den Desktop aufgefordert werden:

Aufforderung in Internet Explorer 10 für Websites mit Add-Ons, die einen Wechsel auf Internet Explorer für den Desktop erfordern

Verwenden Sie den requiresActiveX-Schalter nur, wenn ein fehlendes Plug-In zu Fehlern bei Ihrer Website führen würde. So funktioniert die Benachrichtigung

  • Benachrichtigungen werden einmal pro Anzeige durch den Hostnamen und pro Browserregisterkarte angezeigt.
  • Die Benachrichtigung wird beim Aktualisieren der Seite durch den Benutzer erneut angezeigt.
  • Die Benachrichtigung sperrt die Website nicht für den Benutzer (sie ist nicht modal).
  • Seite, die in Unterframes geladen werden, lösen keine Benachrichtigung aus.

Wenn Sie es Ihren Benutzer ermöglichen, auf Internet Explorer für den Desktop zu wechseln, umgehen Sie die Probleme bei der Websitekompatibilität nur kurzfristig. Dies stellt keine dauerhafte Lösung dar. Das Browsen auf dem Desktop sowie die meisten Plug-Ins wurden nicht für kleinere Bildschirme, Batterieeinschränkungen oder die Verwendung ohne Maus optimiert.

In der folgenden Tabelle werden die unterschiedlichen Verfahren zum Aktivieren des requiresActiveX-Schalters beschrieben.

Möglichkeiten zur Aktivieren des requiresActiveX-SchaltersVerwaltet durch
HTTP-Header/meta-TagWebentwickler
IE10-KompatibilitätsansichtslisteMicrosoft
Gruppenrichtlinieneinstellungen für die KompatibilitätsansichtslisteSystemadministrator

 

Beachten Sie, dass Windows RT das Ausführen, Emulieren oder Portieren vorhandener x86/64-Desktop-Apps nicht unterstützen. Im Blog zum Erstellen von Windows 8 finden Sie weitere Informationen.

HTTP-Header und meta-Tag

Als Webentwickler können Sie den requiresActiveX-Schalter mit diesem HTTP-Header:


X-UA-Compatible: requiresActiveX=true

oder mit diesem meta-Element auf den betreffenden Webseiten aktivieren:

<meta http-equiv="X-UA-Compatible" content="requiresActiveX=true"/>

Kompatibilitätsansichtsliste

Microsoft führt eine Kompatibilitätsansichtsliste bekannter Websites, für die ActiveX erforderlich ist. Diese Websites können nach Domäne oder Subdomäne aufgelistet werden. Beispiel:



<domain docMode="EmulateIE7" featureSwitch="requiresActiveX:true" versionVector="7" uaString="7">contoso.com</domain>
<domain docMode="EmulateIE7" versionVector="7" uaString="7">
    fabrikam.com
    <path docMode="EmulateIE7" featureSwitch="requiresActiveX:true" versionVector="7" uaString="7">/tv</path>
    <path docMode="EmulateIE7" featureSwitch="requiresActiveX:true" versionVector="7" uaString="7">/video</path>
</domain>


Eine eigene Kompatibilitätsansichtsliste für den jeweiligen Hostnamen wird über Gruppenrichtlinien unterstützt, wodurch dieselbe Benachrichtigung wie die der öffentlichen Kompatibilitätsansichtsliste von Microsoft ausgelöst wird.

Sie können mit den Entwicklertools (F12) bestimmen, ob Ihre Website auf der IE-Kompatibilitätsansichtsliste enthalten ist. Wenn Ihre Website mit „requiresActiveX:true“ aufgeführt wird, Sie jedoch vor Kurzem die Plug-In-Abhängigkeit beseitigt haben, können Sie die Einstellung auf der IE10-Kompatibilitätsansichtsliste mit dem HTTP-Header oder einem meta-Tag überschreiben, in dem requiresActiveX=false angegeben ist. Weitere Informationen zur Kompatibilitätsansichtsliste finden Sie unter "Grundlegendes zur Kompatibilitätsansichtsliste".

Vorbereiten Ihrer Site für das Web ohne Plug-Ins

Immer mehr Websites, Web-Apps, Browser und Geräte kommen ohne Plug-Ins aus, wovon die Endbenutzer, die Webentwickler und das moderne Internet insgesamt profitieren. Als bewährte Methode für das Plug-In-freie Browsen auf Ihren Websites und mit Ihren Web-Apps in IE sollten Sie wichtige Plug-In-Funktionen durch Technologien auf Grundlage von Standards ersetzen und Plug-Ins nur für die Situationen bereitstellen, wenn keine Alternative per Standard zur Verfügung steht. Das Wechseln auf den Desktop sollten Sie Benutzern nur als letzte Möglichkeit anbieten. Wenn Sie diese Richtlinien beachten, können Sie einem möglichst breiten Publikum das optimale Browsen ermöglichen und gleichzeitig sicherstellen, dass Ihre Website in IE problemlos funktioniert.

Verwandte Themen

ActiveX-Filterung für Endbenutzer
Browsen ohne Plug-Ins
Browsen unter Windows 8 und HTML5 ohne Plug-Ins
Websites und ein Web ohne Plug-Ins
iOS bis IE10: Erstellen von browserübergreifenden Webseiten ohne Plug-Ins

 

 

Anzeigen:
© 2014 Microsoft. Alle Rechte vorbehalten.