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Lernprogramm: Verwenden von Windows Azure BizTalk-Diensten für die Integration in einen lokalen SAP-Server

Letzte Aktualisierung: August 2013

Windows Azure BizTalk Services stellt einen umfangreichen Satz an Integrationsfunktionen bereit, mit denen Organisationen hybride Lösungen erstellen können, bei denen die von Kunden oder Partnern verwendeten Anwendungen auf Azure gehostet werden, während für die Speicherung der Daten dieser Kunden oder Partner lokale LOB-Anwendungen genutzt werden können. In diesem Artikel wird das Einrichten eines ähnlichen hybriden Szenarios mit BizTalk Services beschrieben. Um zu veranschaulichen, wie Windows Azure-Anwendungen über BizTalk Services mit einer lokalen LOB-Anwendung integriert werden können, wird ein Szenario mit den zwei Partnern Fabrikam und Contoso verwendet.

Geschäftsszenario

Contoso sendet eine Bestellnachricht (Purchase Order, PO) im X12 EDI-Format (Electronic Data Interchange) an Fabrikam. Für die Nachricht wird das Bestellschema X12 850 verwendet. Fabrikam (verwaltet Partnerdaten auf einem SAP-Server) empfängt die Bestellungen von Partnern über IDOCS ORDERS05. Um Contoso die Möglichkeit zu geben, Bestellungen direkt an den lokalen SAP-Server von Fabrikam zu senden, entscheidet Fabrikam sich für die Verwendung der Integrationsoption BizTalk Services von Windows Azure, die die Einrichtung eines hybriden Integrationsszenarios erlaubt, bei dem die Integrationsebene auf Azure gehostet wird und der SAP-Server innerhalb der eigenen Firewall der Organisation verwaltet werden kann. Zur Umsetzung dieses hybriden Integrationsszenarios wird BizTalk Services bei Fabrikam wie folgt verwendet:

  1. Fabrikam verwendet das Windows Azure BizTalk Services-SDK, um ein BizTalk Service-Projekt zu erstellen. Das Projekt umfasst eine Unidirektionale XML-Bridge, um Nachrichten an einen Relayendpunkt zu senden. Dieser leitet die Nachrichten weiter an das lokale SAP-System.

  2. Fabrikam verwendet die in BizTalk Services verfügbare BizTalk Adapter Service-Komponente, um den Send-Vorgang des ORDERS05 IDOC als Vorgang für einen Service Bus-Relayendpunkt verfügbar zu machen. Die Unidirektionale XML-Bridge sendet Nachrichten an diesen Relayendpunkt. Fabrikam erstellt außerdem mithilfe des BizTalk Adapter Service das Schema für den Send-Vorgang und fügt das Schema in das BizTalk Service-Projekt ein.

    noteHinweis
    Der Send-Vorgang für ein IDOC ist ein Vorgang, der vom BizTalk Adapter Pack für jedes IDOC verfügbar gemacht wird, sodass das IDOC an den SAP-Server gesendet werden kann. BizTalk Adapter Service verwendet das BizTalk Adapter Pack, um Verbindungen mit einem SAP-Server herzustellen.

  3. Fabrikam verwendet die in BizTalk Services verfügbare Transformation-Komponente, um eine Zuordnung für die Transformation zu erstellen, mit der die Bestellnachricht im X12-Format in das Schema konvertiert wird, das vom SAP-Server für einen Aufruf des Send-Vorgangs des ORDERS05 IDOC benötigt wird.

  4. Fabrikam verwendet das in BizTalk Services verfügbare Windows Azure BizTalk Services-Portal, um eine EDI-Vereinbarung in dem BizTalk Services-Abonnement zu erstellen, mit dem die X12 850-Bestellnachricht verarbeitet wird. Bei der Nachrichtenverarbeitung führt die Vereinbarung außerdem folgende Schritte aus:

    1. Eine X12 850-Bestellnachricht wird über FTP empfangen.

    2. Die X12-Bestellnachricht wird mit der zuvor erstellten Transformation in das vom SAP-Server benötigte Schema transformiert.

    3. Die transformierte Nachricht wird an die Unidirektionale XML-Bridge weitergeleitet, die die Nachricht wiederum an einen Relayendpunkt weiterleitet, der zum Senden der Bestellnachrichten an einen SAP-Server erstellt wurde. Fabrikam hat zuvor (wie in Schritt 1 beschrieben) den Send-Vorgang für ORDERS05 IDOC als Relayendpunkt verfügbar gemacht, sodass Partner mithilfe von BizTalk Adapter Service Bestellnachrichten senden können.

Sobald diese Schritte abgeschlossen wurden, kann Contoso eine X12 850-Bestellnachricht am FTP-Speicherort speichern. Diese Nachricht wird von der EDI-Empfangspipeline abgerufen und verarbeitet. Die Nachricht wird in ein ORDERS05 IDOC transformiert und an die zwischengeschaltete XML-Bridge weitergeleitet. Die Brücke leitet dann die Nachricht weiter an den Relayendpunkt von Service Bus, von wo aus sie zum lokalen SAP-Server gesendet wird. In der folgenden Abbildung ist das Szenario noch einmal dargestellt.

SAP-Integrationsszenario

Zur Verwendung dieses Artikels

Dieses Lernprogramm enthält Verweise auf das Beispiel SAPIntegration, das im Download (SAPIntegration.zip) von der MSDN Code Gallery enthalten ist. Sie können dieses Lernprogramm zusammen mit dem Beispiel SAPIntegration verwenden, um zu verstehen, wie das Beispiel erstellt wurde, oder nur das Lernprogramm zu Hilfe nehmen, um eine eigene Anwendung zu entwickeln. Dieses Lernprogramm verfolgt letzteren Ansatz und hat zum Ziel, Ihnen ein Verständnis davon zu vermitteln, wie diese Anwendung erstellt wurde. Um eine einfache Verwendung zusammen mit dem Beispiel zu gewährleisten, werden in diesem Lernprogramm dieselben Namen für Artefakte (z. B. Schemas, Transformationen usw.) verwendet wie im Beispiel.

Das in der MSDN Code Gallery verfügbare Beispiel enthält nur einen Teil der Projektmappe, die auf Ihrem Computer zur Entwurfszeit entwickelt werden kann. Im Beispiel können keine fertigen Konfiguration bereitgestellt werden. Diese müssen Sie selbst im BizTalk Services-Portal auf Azure vornehmen. Folgen Sie dazu den Schritten in diesem Lernprogramm, um die EDI-Brücke einzurichten. Obwohl Microsoft empfiehlt, dass Sie zunächst das Lernprogramm verwenden, um die Konzepte und Prozeduren zu verstehen, können Sie auch das Beispiel als Ausgangspunkt nehmen. Wenn Sie das Beispiel verwenden möchten, gehen Sie wie folgt vor:

  • Laden Sie das Paket SAPIntegration.zip herunter, extrahieren Sie das Beispiel SAPIntegration, und nehmen Sie die notwendigen Anpassungen vor: Geben Sie Ihren Dienstnamespace, Ausstellernamen und Ausstellerschlüssel an, tragen Sie die SAP-Serverdetails ein usw. Nachdem das Beispiel angepasst haben, stellen Sie die Anwendung bereit, um die Endpunkt-URL zu erhalten, unter der die Unidirektionale XML-Bridge bereitgestellt wird.

  • Verwenden Sie das BizTalk Services-Portal, um die Empfangseinstellungen wie unter Schritt 5: Erstellen und Bereitstellen der EDI-Empfangspipeline beschrieben zu konfigurieren, und folgen Sie den Anweisungen für das Weiterleiten der Nachrichten von der EDI-EmpfangsBrücke an die Unidirektionale XML-Bridge, die Sie bereits bereitgestellt haben.

  • Speichern Sie eine Testnachricht am FTP-Speicherort, der in der Vereinbarung konfiguriert wurde, und überprüfen Sie, ob die Anwendung erwartungsgemäß funktioniert.

    • Wenn die Nachricht erfolgreich verarbeitet wird, wird sie an den SAP-Server weitergeleitet, und Sie können das ORDERS IDOC in der Benutzeroberfläche von SAP überprüfen.

    • Wenn die EDI-Vereinbarung die Nachricht nicht verarbeiten kann, werden die Fehler/Fehlermeldungen an einen Relayendpunkt von Service Bus weitergeleitet. Um diese Nachrichten abrufen zu können, müssen Sie einen Relayempfängerdienst einrichten, der alle Nachrichten empfängt, die an diesen einen Relayendpunkt gesendet werden. Weitere Informationen dazu, warum Sie diesen Dienst benötigen und wie er verwendet werden kann, finden Sie unter Schritt 6: Testen der Lösung.

In diesem Abschnitt

Siehe auch


Erstellungsdatum:

2013-11-22

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