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Ausführen einer Windows Azure-Anwendung im Serveremulator

Letzte Aktualisierung: April 2014

Das Windows Azure SDK enthält den Microsoft Azure-Serveremulator. Der Serveremulator ist ein lokaler Emulator von Windows Azure, der Ihnen das Erstellen und Testen von Anwendungen ermöglicht, bevor Sie sie bereitstellen. Es bestehen einige Unterschiede zwischen dem lokalen Ausführen von Anwendungen und der Ausführung von Anwendungen in Windows Azure. Weitere Informationen finden Sie unter Unterschiede zwischen dem Serveremulator und Azure.

Um den Serveremulator zu verwenden, müssen Sie das Windows Azure SDK herunterladen und installieren.

Auf der Benutzeroberfläche des Serveremulator werden die Bereitstellungen Ihrer Anwendungen in einem interaktiven Format angezeigt. Sie können die Konfiguration eines Cloud-Diensts sowie seiner Rollen und Rolleninstanzen überprüfen. Über die Benutzeroberfläche können Sie einen Dienst starten, anhalten oder neu starten. Auf diese Weise können Sie die grundlegenden Funktionen des Diensts überprüfen.

Zum Ausführen des Microsoft Azure-Serveremulator und Microsoft Azure-Speicheremulator müssen Sie sicherstellen, dass das System die folgenden Mindestanforderungen erfüllt:

  • 64-Bit-Edition von Windows 7 oder Windows Server® 2008

  • Die 32-Bit (x86)-Version des SDK erfordert eine 32-Bit-Edition von Windows 7, Windows Vista SP1 oder höher oder Windows Server 2008.

    ImportantWichtig
    Die 32-Bit-Version des SDK kann nicht auf einem 64-Bit-Betriebssystem installiert werden. Das Ausführen des SDK unter Microsoft Windows-32-Bit-On-Windows-64-Bit (WOW64) wird nicht unterstützt.

  • Microsoft .NET Framework 3.5 SP1. Optional können Sie auch .NET Framework 4 installieren.

  • Microsoft SQL Server™ Express 2005 oder SQL Server 2008 R2 Express zum Ausführen von Anwendungen, die den Speicheremulator verwenden. Sie können den Speicheremulator auch für eine lokale Instanz von Microsoft SQL Server ausführen. Weitere Informationen finden Sie unter Configuring SQL Server for the Compute Emulator.

  • Wenn Sie in der Anwendung eine Webrolle verwenden möchten, müssen Sie Internetinformationsdienste (IIS) 7.0 mit ASP.NET aktivieren. Sie können diese Funktionen aktivieren, wenn Sie das SDK installieren.

Der Microsoft Azure-Serveremulator erfordert, dass Sie IIS 7.0 mit ASP.NET ausführen. Jedoch sind nicht alle Rollendienste von IIS 7.0 und nicht alle Funktionen von Windows Server 2008 standardmäßig installiert. Die Dienste und Funktionen, die standardmäßig installiert werden, sind eine Teilmenge der Dienste und Funktionen, die in Windows Azure installiert sind. Die meisten grundlegenden Dienste können im Serveremulator ausgeführt werden. Wenn Sie jedoch erweiterte Dienste erstellen, müssen Sie möglicherweise zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass das Verhalten des Diensts in der Cloud mit seinem Verhalten im Serveremulator übereinstimmt.

Mithilfe der Ablaufverfolgung können Sie die Anwendung während der Ausführung überwachen. Sie können die Klassen System.Diagnostics.Trace, System.Diagnostics.Debug und System.Diagnostics.TraceSource verwenden, um Informationen zu Fehlern und zur Anwendungsausführung in Protokollen, Textdateien oder anderen Geräten zur späteren Analyse aufzuzeichnen.

Um im Serveremulator eine Windows Azure-Anwendung über die Befehlszeile auszuführen, müssen Sie zunächst mit dem CSPack-Befehlszeilentool die Anwendung im richtigen Format verpacken und dann mit dem CSRun-Befehlszeilentool die Anwendung im Serveremulator starten.

Möglicherweise müssen Sie die Skalierbarkeit des Diensts testen, indem Sie weitere ausgeführte Instanzen einer Rolle hinzufügen. Sie müssen nicht die Ausführung eines Diensts beenden, um neue Rolleninstanzen hinzuzufügen. Ändern Sie zu diesem Zweck in Visual Studio oder mit Ihrem bevorzugten Text-Editor die Konfigurationsdatei für den Dienst, und aktualisieren Sie dann den ausgeführten Dienst mit dem CSRun-Befehlszeilentool.

Der Serveremulator erzwingt die gleichen Beschränkungen für die Bereitstellung wie bei einem ursprünglichen Windows Azure-Abonnement. Die Beschränkungen lauten:

  • Die minimale Anzahl von Rollen pro Bereitstellung ist 1.

  • Die maximale Anzahl von Rollen pro Bereitstellung ist 25.

  • Die maximale Anzahl von Eingabeendpunkten pro Bereitstellung ist 25.

  • Die maximale Anzahl von internen Endpunkten pro Bereitstellung ist 25.

  • Die maximale Anzahl von Kernen ist 20.

Die maximale Anzahl von 50 Rolleninstanzen pro Bereitstellung wird durch den Serveremulator zusätzlich beschränkt.

Webrollenbereitstellungen werden unterschiedliche IP-Adressen ab 127.0.0.1 in aufsteigender Reihenfolge zugeordnet, jedoch wird versucht, den in der Dienstdefinitionsdatei angegebenen Port beizubehalten. Wenn in der Dienstdefinitionsdatei zwei Webrollenbereitstellungen definiert sind und für diese Port 8081 angegeben ist, versucht der Serveremulator, 127.0.0.1:8081 und 127.0.0.2:8081 als Endpunkte zuzuweisen.

Wenn der in der Dienstdefinition angegebene Port bereits verwendet wird, versucht der Serveremulator, einen alternativen Port zuzuordnen, indem er die angegebene Portnummer monoton erhöht, bis ein Port verfügbar ist. Bei Verwendung von Portbereichen versucht der Serveremulator, einen Bereich zuzuordnen, in dem mindestens ein Port verfügbar ist.

Wenn beispielsweise in der Dienstdefinition Port 80 angegeben ist und dieser von einem anderen Prozess verwendet wird, Port 81 jedoch frei ist, wird der Webrollenbereitstellung 127.0.0.1:81 zugeordnet. Der Serveremulator gibt eine Warnung aus, dass der Port verwendet wird und nicht gemäß der Dienstdefinition zugeordnet werden kann. Die Warnung wird über das Tool CSRUN.exe in der Konsole und für Benutzer von Visual Studio im Fenster Ausgabe (Ansicht -> Ausgabe) angezeigt.

noteHinweis
Vor Windows Azure SDK 1.5 wurde Webrollenbereitstellungen dieselbe IP-Adresse (127.0.0.1) zugeordnet, wobei zur Unterscheidung zwischen den Rollen unterschiedliche aufsteigende Portnummern verwendet wurden. Daher wurde beispielsweise zwei Webrollenbereitstellungen 127.0.0.1:81 und 127.0.0.1:82 zugeordnet.

Siehe auch

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