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Konfigurieren eines Azure-Projekts

Letzte Aktualisierung: August 2014

Ein Azure Cloud Service-Projekt enthält zwei Konfigurationsdateien: "ServiceDefinition.csdef" und "ServiceConfiguration.cscfg". Diese Dateien sind im Paket mit Ihrer Azure Cloud Service-Anwendung enthalten und werden für Azure bereitgestellt.

  • Die Datei ServiceDefinition.csdef enthält die von der Azure-Umgebung für die Anforderungen der Azure Cloud Service-Anwendung benötigten Metadaten, einschließlich der enthaltenen Rollen. Diese Datei enthält auch Konfigurationseinstellungen, die für alle Instanzen gelten. Diese Konfigurationseinstellungen können zur Laufzeit mit der Azure-Diensthosting-Laufzeit-API gelesen werden. Diese Datei kann nicht aktualisiert werden, während der Dienst in Azure ausgeführt wird.

  • Von der Datei ServiceConfiguration.cscfg werden Werte für die Konfigurationseinstellungen festgelegt, die in der Dienstdefinitionsdatei definiert sind. Außerdem wird die Anzahl der für jede Rolle auszuführenden Instanzen angegeben. Die Datei kann aktualisiert werden, während der Cloud-Dienst in Azure ausgeführt wird.

Die Azure Tools für Microsoft Visual Studio verfügen über Eigenschaftenseiten, mit denen Sie in diesen Dateien gespeicherte Konfigurationseinstellungen festlegen können. Doppelklicken Sie zum Zugreifen auf die Eigenschaftenseiten im Projektmappen-Explorer unter dem Azure Cloud Service-Projekt auf den Rollenverweis, oder klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Rollenverweis, und wählen Sie Properties aus (siehe folgende Abbildung).

VS_Solution_Explorer_Roles_Properties

Informationen zu den zugrunde liegenden Schemas für die Dienstdefinition und die Dienstkonfigurationsdateien finden Sie unter Schemareferenz. Weitere Informationen zur Dienstkonfiguration finden Sie unter Configuring an Application.

Die verwaltete Azure-Bibliothek verfügt über Klassen für die Interaktion mit der Azure-Umgebung zur Laufzeit, einschließlich des Lesens von Konfigurationseinstellungen. Weitere Informationen finden Sie unter Referenzen für Azure-Entwickler.

Die folgende Abbildung zeigt die Eigenschaftenseiten für eine Webrolle. Die Eigenschaftenseiten für eine Workerrolle sind ähnlich. Es bestehen jedoch einige Unterschiede, die in den folgenden Abschnitten erläutert werden.

Visual Studio Azure-Projekt 1.3-Einstellungsseite

Auf der Seite Cachedienst können Sie die in der Vorschauversion vorhandenen Azure-Cachedienste konfigurieren. Weitere Informationen finden Sie unter Vorgehensweise: Konfigurieren eines Azure In-Role Cache.

Auf der Seite Configuration können Sie die folgenden Eigenschaften festlegen:

Instanzen

Legen Sie die Eigenschaft Instance count auf die Anzahl der Instanzen fest, die der Dienst für diese Rolle ausführen soll.

Legen Sie die Eigenschaft VM size auf Sehr klein, Klein, Mittel, Groß oder Sehr groß fest. Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurieren von Größen für Cloud-Dienste.

Startaktion (nur Webrolle)

Legen Sie diese Eigenschaft fest, um anzugeben, dass bei Beginn des Debugvorgangs von Visual Studio ein Webbrowser für die HTTP-Endpunkte und/oder für die HTTPS-Endpunkte gestartet werden soll.

Die Option HTTPS endpoint ist nur verfügbar, wenn Sie bereits einen HTTPS-Endpunkt für die Rolle definiert haben. Sie können einen HTTPS-Endpunkt auf der Eigenschaftenseite Endpoints definieren.

Wenn Sie bereits einen HTTPS-Endpunkt hinzugefügt haben, wird die Option HTTPS endpoint standardmäßig aktiviert. Visual Studio startet nun beim Start des Debugvorgangs zusätzlich zum Browser für den HTTP-Endpunkt einen Browser für diesen Endpunkt. Dies setzt voraus, dass beide Startoptionen aktiviert sind.

Diagnostics

Die Diagnosefunktion ist standardmäßig für die Webrolle aktiviert. Das Azure Cloud Service-Projekt und das Speicherkonto wurden auf die Verwendung des lokalen Speicheremulators festgelegt. Wenn die Bereitstellung in Azure durchgeführt werden soll, klicken Sie auf die Generatorschaltfläche (…), um das Speicherkonto so zu aktualisieren, dass der Azure-Speicher in der Cloud verwendet wird. Sie können die Diagnosedaten entweder bei Bedarf oder in automatisch geplanten Intervallen an das Speicherkonto übertragen. Weitere Informationen zu Azure Diagnostics finden Sie unter Sammeln von Protokollierungsdaten mit der Azure-Diagnose.

Auf der Seite Settings können Sie Konfigurationseinstellungen für den Dienst hinzufügen. Konfigurationseinstellungen sind Name-Wert-Paare. Von in dieser Rolle ausgeführtem Code können die Werte der Konfigurationseinstellungen bei Laufzeit anhand von Klassen ausgelesen werden, die von der verwalteten Azure-Bibliothek bereitgestellt werden. Im Speziellen wird von der GetConfigurationSettingValue-Methode der Wert einer benannten Konfigurationseinstellung zur Laufzeit zurückgegeben.

Konfigurieren einer Verbindungszeichenfolge für ein Speicherkonto

Eine Verbindungszeichenfolge ist eine Konfigurationseinstellung, die Verbindungs- und Authentifizierungsinformationen für den Speicheremulator oder für ein Azure-Speicherkonto enthält. Wenn vom Code Zugriff auf Azure-Speicherdienstdaten – d. h. auf Blob-Daten, Warteschlangendaten oder Tabellendaten – innerhalb eines in einer Rolle ausgeführten Codes erfordert wird, muss eine Verbindungszeichenfolge für das Speicherkonto definiert werden.

Eine Verbindungszeichenfolge, die auf ein Azure-Speicherkonto verweist, muss ein definiertes Format aufweisen. Informationen zum Erstellen von Verbindungszeichenfolgen finden Sie unter Konfigurieren von Azure-Verbindungszeichenfolgen.

Wenn Sie den Dienst für die Azure Storage-Dienste testen oder den Cloud-Dienst in Azure bereitstellen möchten, können Sie den Wert aller Verbindungszeichenfolgen so ändern, dass sie auf das Azure Storage-Konto verweisen. Klicken Sie auf (), und wählen Sie Enter storage account credentials aus. Geben Sie die Kontoinformationen ein, die Ihren Kontonamen und den Kontoschlüssel enthalten. Im Dialogfeld Verbindungszeichenfolge für das Speicherkonto können Sie auch angeben, ob standardmäßige HTTPS-Endpunkte (die Standardoption), die standardmäßigen HTTP-Endpunkte oder benutzerdefinierte Endpunkte verwendet werden sollen. Sie können ggf. benutzerdefinierte Endpunkte verwenden, wenn ein benutzerdefinierter Domänenname für den Dienst registriert wurde, wie unter Konfigurieren eines benutzerdefinierten Domänennamens für BLOB-Daten ein einem Azure Storage-Konto beschrieben.

ImportantWichtig
Sie müssen die Verbindungszeichenfolgen ändern, damit sie auf ein Azure-Speicherkonto verweisen, bevor Sie den Dienst bereitstellen. Wenn diese Änderung nicht vorgenommen wird, wird die Rolle möglicherweise nicht gestartet, oder die Zustände "Initialisieren", "Ausgelastet" und "Beenden" werden nicht durchlaufen.

Eine Workerrolle kann eine beliebige Anzahl von HTTP-, HTTPS- oder TCP-Endpunkten besitzen. Endpunkte können für externe Clients verfügbare Eingabeendpunkte oder interne Endpunkte sein, die für andere im Dienst ausgeführte Rollen verfügbar sind.

  • Ändern Sie den Endpunkttyp in einen Eingabeendpunkt, und geben Sie einen Namen und die Nummer eines öffentlichen Ports an, um einen HTTP-Endpunkt für externe Clients und Webbrowser verfügbar zu machen.

  • Ändern Sie den Endpunkttyp in einen Eingabeendpunkt, und geben Sie einen Namen, die Nummer eines öffentlichen Ports und den Namen eines Verwaltungszertifikats an, um einen HTTPS-Endpunkt für externe Clients und Webbrowser verfügbar zu machen.

    Bevor ein Verwaltungszertifikat angegeben werden kann, muss das Zertifikat auf der Eigenschaftenseite Certificates definiert werden.

  • Ändern Sie den Endpunkttyp in einen internen Endpunkt, und geben Sie einen Namen und mögliche private Ports für den Endpunkt an, um einen Endpunkt für den internen Zugriff durch andere Rollen innerhalb des Cloud-Diensts verfügbar zu machen.

Sie können die Eigenschaftenseite Local Storage verwenden, um mindestens eine lokale Speicherressource für eine Rolle zu reservieren. Eine lokale Speicherressource ist ein reserviertes Verzeichnis im Dateisystem des virtuellen Azure-Computers, in dem eine Instanz einer Rolle ausgeführt wird. Weitere Informationen zur Verwendung lokaler Speicherressourcen finden Sie unter Konfigurieren von lokalen Speicherressourcen.

Auf der Seite Certificates können Sie der Rolle Zertifikate zuordnen. Mit den hinzugefügten Zertifikaten können HTTPS-Endpunkte auf der Eigenschaftenseite Endpoints konfiguriert werden.

Auf der Eigenschaftenseite Certificates werden der Dienstkonfiguration Informationen zu den Zertifikaten hinzugefügt. Die Zertifikate sind nicht im Dienstpaket enthalten. Die Zertifikate müssen über das Azure Platform-Verwaltungsportal (in englischer Sprache) gesondert in Azure hochgeladen werden.

Um der Rolle ein Zertifikat zuzuordnen, geben Sie einen Namen für das Zertifikat an. Mit diesem Namen wird beim Konfigurieren eines HTTPS-Endpunkts auf der Eigenschaftenseite Endpoints auf das Zertifikat verwiesen. Geben Sie im nächsten Schritt an, ob der Zertifikatspeicher Local Machine oder Current User ist. Geben Sie außerdem den Namen des Speichers an. Geben Sie zuletzt den Fingerabdruck des Zertifikats ein. Wenn sich das Zertifikat im Speicher Current User\Personal (My) befindet, können Sie den Fingerabdruck des Zertifikats eingeben, indem Sie das Zertifikat aus einer mit Daten aufgefüllten Liste auswählen. Wenn es sich an einem beliebigen anderen Ort befindet, geben Sie den Fingerabdruckwert von Hand ein.

Wenn Sie ein Zertifikat aus dem Zertifikatspeicher hinzufügen, werden den Konfigurationseinstellungen automatisch alle Zwischenzertifikate hinzugefügt. Diese Zwischenzertifikate müssen auch in Azure hochgeladen werden, um den Dienst ordnungsgemäß für SSL zu konfigurieren.

Alle dem Dienst zugeordneten Verwaltungszertifikate sind nur dann für den Dienst gültig, wenn er in der Cloud ausgeführt wird. Wenn der Dienst in der lokalen Entwicklungsumgebung ausgeführt wird, wird ein vom Serveremulator verwaltetes Standardzertifikat verwendet.

Weitere Informationen zum Hochladen von Verwaltungszertifikaten in Azure finden Sie unter How to Add a Management Certificate to an Azure Subscription.

Zum Konfigurieren von für ein gesamtes Azure Cloud Service-Projekt gültigen Einstellungen öffnen Sie zunächst das Kontextmenü für diesen Projektknoten und wählen anschließend Eigenschaften aus, um die entsprechenden Eigenschaftenseiten zu öffnen. In der folgenden Tabelle sind die Eigenschaftenseiten abgebildet.

 

Eigenschaftenseite Beschreibung

Anwendung

Auf dieser Seite zeigen Sie Informationen über die Version der Azure Tools an, die vom Azure Cloud Service-Projekt verwendet werden. Zudem können Sie ein Upgrade auf die aktuelle Version der Tools ausführen.

Buildereignisse

Auf dieser Seite legen Sie Präbuild-und Postbuildereignisse fest.

Entwicklung

Auf dieser Seite geben Sie Buildkonfigurationsanweisungen und die Bedingungen an, unter denen Postbuildereignisse ausgeführt werden.

Web

Auf dieser Seite konfigurieren Sie Einstellungen für den Webserver.

Siehe auch

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