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Build-Events in Visual C# nutzen

Aktualisiert: 10. Dez 2004
Von Mathias Schiffer

Visual Studio .NET 2003 ermöglicht das automatische, kontextrelevante Ausführen von Hilfsprogrammen vor und nach dem Kompilieren Ihrer Visual C#-Anwendungen. Dieser MSDN Quickie stellt den kleinen Aufwand mit der großen Wirkung vor.

Visual C# bietet unter Visual Studio .NET 2003 die sogenannten Build-Events: Diese ermöglichen es Ihnen, jeweils vor und nach dem Kompilieren Ihrer Anwendung eine Kommandozeile auszuführen. Dabei können Sie die Ausführung einer Kommandozeile nach dem Ende des Build-Vorgangs sogar vom Verlauf des Vorgangs abhängig machen.

Technologisch ist diese Möglichkeit kaum schwarze Magie und für andere Produkte in Visual Studio .NET auf einfache Weise nachzubilden (am Ende des Artikels erfahren Sie hierzu mehr). Dennoch, diese Möglichkeit fällt in die Rubrik "praktische kleine Helfer", die über die Projekteigenschaften in Visual Studio .NET 2003 komfortabel eingesetzt werden können.

Um die Konfiguration für die Visual C# Build-Events aufzurufen bringen Sie den Eigenschaftendialog des Projekts zur Ansicht, indem Sie entweder aus dem Projekt-Kontextmenü oder im Visual Studio-Menü "Projekt" den Menüpunkt "Eigenschaften" auswählen. Die "Buildereignisse" finden Sie im Optionenverzeichnis "Allgemeine Eigenschaften" (siehe Abbildung 1).

BuildEvents_01

Abbildung 1: Die Build-Events Eigenschaftenseite von Visual C#

Hier finden Sie die Möglichkeit, für den Zeitpunkt vor dem Kompilieren und für den Zeitpunkt danach auszuführende Kommandozeilen einzugeben.

Diese können Sie entweder direkt einzeilig im Optionsfenster eingeben oder durch Betätigung des mit "..." beschrifteten Buttons in einem etwas großzügigeren Editorfenster, in dem auch längere Kommandozeilen noch sichtbar sind (siehe Abbildung 2).

BuildEvents_02

Abbildung 2: Editor-Fenster für Build-Events

Als auszuführenden Befehl können Sie alle Befehle verwenden, die in einer Kommandozeile oder einer Batch-Datei möglich sind. Insbesondere können Sie hier natürlich auch komplette Batch-Dateien oder sogar Anwendungen mit projektrelevanten Parametern aufrufen.

Als Parameter bieten sich dabei diverse symbolische Platzhalter an, die jeweils in der Notation "$(Variable)" auftreten und Bedeutungen vom Projektspeicherort bis zur genutzten Plattform repräsentieren. Derzeit gibt es davon 19 Stück an der Zahl, die Sie sich aber glücklicherweise nicht alle merken müssen: Ein Mausklick auf den unglücklich benannten Dialogbutton "Macros" führt die Variablennamen auf und zeigt gleichzeitig, welche Werte ihnen im aktuellen Projekt entsprechen. Sie sparen sich sogar die Tipparbeit, wenn Sie aus der Liste einen Eintrag auswählen und den Button "Insert" betätigen (siehe Abbildung 3).

BuildEvents_03

Abbildung 3: Die Liste verfügbarer Variablen und ihrer aktuellen Werte macht die Arbeit mit dem Editorfenster einfacher.

Schließlich können Sie noch entscheiden, in welchen Fällen nach dem Abschluss des Build-Vorgangs die angegebene Aktion ausgeführt werden soll: Zur Auswahl stehen die selbsterklärenden Optionen "Immer", "Bei erfolgreichem Erstellen" und "Wenn der Build die Projektausgabe aktualisiert".

Praktisch: Alle vorgenommenen Einstellungen werden mit dem betroffenen Projekt gespeichert, sie sind also auch nur für das jeweils aktive Projekt gültig. Eine Möglichkeit, diese Einstellungen projektübergreifend zu definieren, sieht die Entwicklungsumgebung hingegen nicht vor.

Tipp: Microsoft bietet im Rahmen beispielhafter Add-Ins für Visual Studio .NET 2003 auch das "PrePostBuildRules Add-In" an. Hiermit erreichen Sie vergleichbare Funktionalität neben Visual C# auch für Visual Basic .NET - und das, dank beiliegendem VB-Sourcecode, sogar für Ihren Bedarf beliebig und kostenlos anpassbar! Dieses Add-In ist übrigens auch für Visual Studio .NET 2002 verfügbar.


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