VERTRIEB: 1-800-867-1380

Übersicht der Datenverwaltungsdienste in Windows Azure

Letzte Aktualisierung: April 2014

Die Windows Azure Platform stellt folgende Datenverwaltungsdienste zur Verfügung:

 

Datenverwaltungsdienst

Zweck

Windows Azure-Tabellendienst

Stellt permanenten Speicher für strukturierte Daten bereit.

Windows Azure-Blob-Dienst

Stellt permanenten Speicher für BLOBs (Binary Large Objects) wie Video- oder Audiodateien bereit.

Microsoft Azure SQL-Datenbank

Managementsystem für relationale Datenbanken.

Diese Dienste werden in Windows Azure-Datencentern gehostet und stehen Anwendungen unabhängig davon zur Verfügung, ob sie lokal ausgeführt oder innerhalb eines Windows Azure-Datencenters oder eines Clouddiensts eines anderen Anbieters gehostet werden. Die angebotenen Datenspeicherdienste bieten zahlreiche Vorteile wie hohe Verfügbarkeit, Skalierbarkeit, einfache Verwaltbarkeit, unbegrenzte Speicherkapazität und Sicherheit. Ausführliche Informationen finden Sie im Thema Windows Azure-Datenverwaltung.

Wenn Sie den Anwendungscode in einem Windows Azure-Datencenter ausführen, macht der virtuelle Computer, von dem die Anwendung gehostet wird, mit Windows Azure-Laufwerken eine zusätzliche Speicheroption verfügbar. Ein Azure-Laufwerk stellt ein permanentes Laufwerk bereit, das durch einen Seitenblob unterstützt wird. Außerdem können Sie auch den lokalen Speicher auf dem virtuellen Computer verwenden, der einen temporären Speicher für eine Anwendungsinstanz bietet.

Autoren: Sreedhar Pelluru
Mitwirkende: James Podgorski, Silvano Coriani
Bearbeiter: Christian Martinez, Steve Howard, Kun Cheng, Paolo Salvatori, Shawn Hernan

Der Tabellendienst bietet einen nicht relationalen strukturierten Speicher in der Cloud, der hochgradig skalierbar ist. Er stellt eine nicht relationale aus Schlüssel und Eigenschaftenbehälter bestehende Sammlung bereit, die nützlich für das Speichern von Tabellendaten wie Kundeninformationen, Bestellungen, Newsfeeds und Spielergebnissen ist. Wenn Sie über strukturierte Daten verfügen, die derzeit in einer SQL Server-Datenbank oder einem anderen Datenspeicher gespeichert sind und keine serverseitigen Berechnungen wie Joins, Sortierungen, Sichten und gespeicherte Prozeduren erfordern, können Sie diese Daten in Windows Azure-Tabellen speichern. Ausführliche Informationen finden Sie unter Migrieren von Daten zum Azure-Tabellenspeicher.

Der Blob-Dienst bietet eine Möglichkeit zum Speichern großer Mengen unstrukturierter Text- oder Binärdaten, z. B. Bilder, Audio- und Videodateien. Wenn von der Anwendung BLOBs (Binary Large Objects) in einer SQL Server-Datenbank oder eine große Menge unstrukturierter Daten in einem Dateisystem gespeichert werden, sollten Sie den Azure-Blob-Dienst in Erwägung ziehen. Ausführliche Informationen finden Sie unter Migrieren von Daten zum Azure-BLOB-Speicher.

Die Microsoft Azure SQL-Datenbank bietet ein Managementsystem für relationale Datenbanken, das auf SQL Server-Technologie basiert. Die Microsoft Azure SQL-Datenbank macht eine TDS (Tabular Data Stream)-Schnittstelle sowie Transact-SQL (T-SQL) verfügbar. Zahlreiche Tools und Anwendungen, die in SQL Server genutzt werden können, werden ebenfalls von der Microsoft Azure SQL-Datenbank unterstützt. Unter Verwendung vorhandener Technologien, wie ADO.NET und ODBC, entwickelte Anwendungen, die für die Kommunikation mit SQL Server konzipiert sind, können mit minimalen Codeänderungen für den Zugriff auf die Microsoft Azure SQL-Datenbank aktualisiert werden. Die Microsoft Azure SQL-Datenbank bietet darüber hinaus SQL Server-Standardfunktionen wie gespeicherte Prozeduren, Sichten, mehrere Indizes, Joins und Aggregationen.

Wenn Ihre Anwendung eine SQL Server-Datenbank nutzt, könnte diese problemlos zu einer Microsoft Azure SQL-Datenbank migriert werden. Wenn die Anwendung jedoch SQL Server-Funktionen verwendet, die von der Microsoft Azure SQL-Datenbank nicht unterstützt werden, müssen Sie den Entwurf der Datenbanklösung ändern. Ausführliche Informationen finden Sie im Abschnitt Migrieren von SQL Server-Datenbanken zu Azure SQL-Datenbanken.

Im Tabellenspeicher werden strukturierte Daten genauso wie in einer Azure SQL-Datenbank gespeichert. Daher stellt sich bei der Migration von Anwendungen aus einer lokalen Umgebung zur Windows Azure Platform häufig die Frage, ob der Tabellenspeicher oder eine Azure SQL-Datenbank verwendet werden sollte.

Der Hauptunterschied zwischen einer Azure SQL-Datenbank und dem Tabellenspeicher besteht darin, dass eine Azure SQL-Datenbank ein Managementsystem für relationale Datenbanken ist, das die Datenverarbeitungsfunktionen durch Abfragen, Transaktionen und gespeicherte Prozeduren bereitstellt, die auf der Serverseite ausgeführt werden. Der Tabellenspeicher verfügt dagegen weder über einen relationalen Datenspeicher noch über die Datenverarbeitungsfunktionen der Azure SQL-Datenbank. Wenn die Anwendung umfangreiche Datasets speichert und abruft, aber keine serverseitige Datenverarbeitung erfordert, ist daher die Windows Azure-Tabelle die bessere Wahl. Wenn für die Anwendung große Datasets verarbeitet werden müssen, ist eine Azure SQL-Datenbank die bessere Wahl.

Bevor Sie sich zwischen einer Azure SQL-Datenbank und dem Azure-Tabellenspeicher entscheiden, sollten Sie einige andere Faktoren bedenken. In der folgenden Tabelle werden Funktionen des Azure-Tabellenspeichers mit denen einer Azure SQL-Datenbank verglichen.

 

Vergleichskriterien Tabellenspeicher Azure SQL-Datenbank

Maximale Größe von Entitäten

Entitäten im Tabellenspeicher sind auf 1 MB begrenzt und dürfen maximal 255 Eigenschaften einschließlich drei erforderlicher Eigenschaften enthalten: PartitionKey, RowKey, Timestamp.

Zeilen dürfen über eine Größe bis zu 8 MB und 1024 Spalten verfügen.

Datenbeziehungen

Nein. Der Tabellenspeicher bietet keine Möglichkeit, Beziehungen zwischen Daten darzustellen.

Ja. Mit einer Azure SQL-Datenbank können Sie unter Verwendung von Fremdschlüsseln Beziehungen zwischen Daten definieren, die in unterschiedlichen Tabellen gespeichert sind.

Serverseitige Verarbeitung

Der Tabellenspeicher unterstützt Standardvorgänge wie das Einfügen, Aktualisieren, Löschen und Auswählen. Joins, gespeicherte Prozeduren, Trigger bzw. die Verarbeitung auf Speichermodulseite werden im Gegensatz zu SQL-Datenbanken nicht unterstützt.

Die Azure SQL-Datenbank stellt SQL Server-Standardfunktionen wie gespeicherte Prozeduren, Sichten, mehrere Indizes, Joins und Aggregationen bereit.

Unterstützung von Transaktionen

Eingeschränkt. Der Tabellenspeicher unterstützt Transaktionen für Entitäten in derselben Tabelle und Partition. Bis zu 100 Vorgänge werden in einer Transaktion unterstützt. Der Tabellenspeicher unterstützt optimistische Parallelität.

Ausführliche Informationen finden Sie unter Entitätsgruppentransaktionen.

Ja. Die Azure SQL-Datenbank unterstützt typische ACID-Transaktionen innerhalb derselben Datenbank. Transaktionen werden datenbankübergreifend nicht unterstützt. Azure SQL-Datenbank unterstützt ebenfalls optimistische Parallelität.

Hohe Verfügbarkeit/Fehlertoleranz

Ja. In Windows Azure gespeicherte Tabellen werden an drei Orte innerhalb desselben Datencenters repliziert, um Resilienz bei Hardwarefehlern zu gewährleisten.

Ja. Drei Kopien einer Azure SQL-Datenbank werden innerhalb des von Ihnen ausgewählten Rechenzentrums beibehalten.

Geografische Replikation

Ja. Windows Azure-Tabellen werden zwischen zwei geografisch getrennten Datencentern auf demselben Kontinent repliziert, um eine zusätzliche Dauerhaftigkeit der Daten im Falle eines schwerwiegenden Zwischenfalls sicherzustellen.

Nein. Eine Azure SQL-Datenbank wird standardmäßig nicht in andere Regionen repliziert.

Maximale Datengröße

100 TB für jedes Speicherkonto. Unter einem Speicherkonto dürfen 100 TB Daten (einschließlich Tabellen, BLOBs und Warteschlangen) gespeichert werden. Daher beträgt maximale Größe einer Azure-Tabelle 100 TB.

150 GB für jede Datenbank. Weitere Informationen zur Speicherung größerer Datenbanken finden Sie unter Horizontales Skalieren von Azure SQL-Datenbanken.

Verwaltungsprotokoll und -tools

REST über HTTPS. Sie können den Azure-Speicher-Explorer von CodePlex oder andere Tools von Drittanbietern verwenden, z. B. Cloud Storage Studio.

REST über HTTPS (oder) TDS über SSL. Eine Azure SQL-Datenbank kann mithilfe des s oder in SQL Server Management Studio verwaltet werden. Diese Tools verwenden das TDS (Tabular Data Stream)-Protokoll über eine SSL (Secure Sockets Layer)-Verbindung, um auf eine Azure SQL-Datenbank zuzugreifen.

Datenzugriff

Auf die im Tabellenspeicher gespeicherten Daten kann mit der HTTP(S) REST-API oder .NET-Clientbibliothek für WCF Data Services zugegriffen werden. Siehe Verwenden des Tabellenspeichers.

Anwendungen, die mit vorhandenen Technologien, wie ADO.NET und ODBC, entwickelt wurden und mit SQL Server kommunizieren, können mit minimalen Codeänderungen für den Zugriff auf eine Azure SQL-Datenbank verwendet werden.

Auf eine Azure SQL-Datenbank kann von Anwendungen zugegriffen werden, die in , in einer lokalen Umgebung oder auf -fremden Cloudplattformen ausgeführt werden.

Schema für eine Tabelle

Kein festes Schema. Jede Entität (Zeile) kann über unterschiedliche Eigenschaften verfügen. Beispielsweise können Sie Bestellinformationen in einer Zeile und Kundeninformationen in einer anderen Zeile derselben Tabelle speichern.

Nach der Definition ein festes Schema für die Tabelle, das jedoch jederzeit geändert werden kann. Alle Zeilen müssen mit den Schemaregeln übereinstimmen.

Unterstützte Datentypen

Bytearray, Boolean, DateTime, Double, GUID, Int32, Int64, String

Siehe Von SQL-Datenbanken unterstützte Datentypen.

Kosten

Siehe die detaillierten Preisinformationen zu Windows Azure.

Siehe die detaillierten Preisinformationen zu Windows Azure.

Unterstützung der Java-API

Ja

Ja

Unterstützung der Node.js-API

Ja

Nein. Wird derzeit nicht unterstützt.

Authentifizierung

Symmetrischer Schlüssel (256 Bit) wird zur Benutzerauthentifizierung verwendet.

Die SQL-Authentifizierung wird zur Authentifizierung von Benutzern verwendet, die auf eine Instanz einer Azure SQL-Datenbank zugreifen.

Im Windows Azure Platform-Verwaltungsportal werden Benutzer mithilfe der Windows Live ID authentifiziert.

Ähnlichkeit mit vorhandenen, lokal verwendeten Datenspeichern.

Nein.

Ähnlich wie SQL Server, jedoch mit einigen Einschränkungen.

Zugriff über lokale Anwendungen oder Anwendungen, die auf Nicht-Windows Azure-Plattformen gehostet sind.

Ja

Ja

Fanden Sie dies hilfreich?
(1500 verbleibende Zeichen)
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Anzeigen:
© 2014 Microsoft