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Testen im Hinblick auf die Lokalisierbarkeit

Visual Studio .NET 2003

Durch das Testen der Lokalisierbarkeit wird gewährleistet, dass die Benutzeroberfläche des Programms problemlos und ohne Umschreiben oder Ändern von Code in beliebige Zielsprachen übersetzt werden kann. Beim Testen der Lokalisierbarkeit werden Fehler erfasst, die normalerweise bei der Produktlokalisierung gefunden werden. Zum Durchführen des Tests ist daher die Lokalisierung des Programms erforderlich. Somit ist das Testen der Lokalisierbarkeit im Grunde eine Mischung aus dem Testen der Globalisierung und dem Testen der Lokalisierung. Bei einem erfolgreichen Abschluss des Lokalisierbarkeitstests ist das Produkt für die Lokalisierung bereit. Um Zeit und die Kosten für eine echte Lokalisierung zu sparen, können Sie eine Pseudo-Lokalisierung vornehmen. Eine solche Pseudo-Lokalisierung ist i. d. R. die kostengünstigste Möglichkeit, Probleme bei der Lokalisierbarkeit festzustellen. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

Führen Sie eine pseudo-lokalisierte Version des Programms aus

Die effizienteste Vorgehensweise beim Durchführen einer Pseudo-Lokalisierung ist das automatische Ändern der Progammressourcen. Englischsprachige Lokalisierer führen z. B. bei der Übersetzung der Benutzeroberfläche eines Programms folgende Schritte aus:

  • Ersetzen von englischem Text durch im Englischen nicht verwendete Zeichen. Der Text sollte lesbar gehalten werden. Das Ersetzen von Zeichen im englischen Text durch im Englischen nicht verwendete Zeichen ähnlicher Form kann mit Hilfe des Übersetzungsalgorithmus ausgeführt werden. Beispiel:
    • Ersetzen von a durch à oder å
    • Ersetzen von c durch ĉ oder ç
    • Ersetzen von n durch ń oder ñ
  • Hinzufügen von zusätzlichen Zeichen zu den Ressourcenzeichenfolgen. In vielen Fällen ist der übersetzte Text länger als das englische Original ("some string" wird zu "+++some string+++").
  • Vergrößern der Dialogfelder. Lokalisierer tun dies gewöhnlich, wenn die Länge der Zeichenfolgen wegen der Lokalisierung zunimmt.
  • Markieren des Anfangs und des Endes jeder Ressourcenzeichenfolge. Mit Hilfe dieser Markierungen können Sie erkennen, wann die Anwendung zur Laufzeit Text anzeigt – eine potenzielle Quelle von Lokalisierbarkeitsfehlern.
  • Durchführen von Ersetzungen mit Hilfe von mehrsprachigem Unicode (da Ressourcenzeichenfolgen ohnehin als Unicode gespeichert werden). Damit können Sie feststellen, wo das Programm beim Verarbeiten oder Anzeigen von Text ANSI-Funktionen verwendet.

Testen Sie nach der Pseudo-Lokalisierung des Programms seine Funktionsfähigkeit. Pseudo-lokalisierte Anwendungen sollten nicht anders funktionieren als die ursprüngliche Version.

Ein beim Überprüfen der Lokalisierbarkeit häufig übersehener Bereich ist das Testen der Spiegelung. Wenn Sie Software in Regionen bzw. Ländern vertreiben möchten, wo der Text und die Benutzeroberfläche des Programms von rechts nach links (RNL) angezeigt werden müssen, sollten Sie die gespiegelte Darstellung der Anwendung überprüfen. Dieser Test kann als Teil der Pseudo-Lokalisierung des Produkts implementiert werden. Als Ergebnis wird der Text in der gewählten Sprache angezeigt, und Fenster und Textausrichtung der Anwendung werden gespiegelt dargestellt.

Führen Sie eine Codeüberprüfung durch

Stellen Sie sicher, dass der Code die folgenden Anforderungen erfüllt:

  • Sämtliche Ressourcen sollten im Windows-Standardformat für Ressourcen geschrieben werden, und im Quellcode sollten keine fest programmierten Zeichenfolgen enthalten sein.
  • Für Berechnungen der Zeichenfolgenlänge, Zugriffe auf Zeichenfolgenelemente oder Änderungen von Zeichenfolgen darf keine Zeigerarithmetik verwendet werden.
  • Zur Laufzeit dürfen keine Zeichenfolgen durch Entfernen oder Verketten erstellt werden.
  • Ressourcen dürfen keine Vorgaben bezüglich der Länge von Zeichenfolgenpuffern enthalten.
  • Benutzeroberflächen-Steuerelemente dürfen nicht zur Laufzeit positioniert werden.
  • Symbole und Bitmaps sollten keinen Text enthalten.
  • Es dürfen keine Vorgaben für Namen von Laufwerken und Ordnern oder für Registrierungsschlüssel vorhanden sein.

Überprüfen Sie die Oberfläche und die Dokumentation

Stellen Sie sicher, dass die in der Benutzeroberfläche und in der Dokumentation verwendete Terminologie klar, konsistent und eindeutig ist. Lokalisierer können verwirrt werden, wenn in der Benutzeroberfläche und in der Dokumentation auf dieselben Features mit unterschiedlichen Namen verwiesen wird, oder wenn im Text übermäßig viele technische Fachausdrücke verwendet werden.

Siehe auch

Testen im Hinblick auf Globalisierung und Lokalisierung

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